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Sparmaßnahmen

Nach 30 Jahren: WDR stellt eines seiner ältesten Formate ein

Fast drei Jahrzehnte lang gehörte „Frau tv“ fest zum WDR-Programm. Nun zieht der Sender überraschend den Stecker. Der Grund sind schwache Einschaltquoten …

Man sieht das Logo des WDR.
Nicht nur der MDR sondern auch der WDR muss künftig einige Sendungen einsparen. Foto: IMAGO / Marc John

Nach fast 30 Jahren ist Schluss: Der WDR beendet sein Frauenmagazin „Frau tv“. Wie der Sender bekannt gab, läuft die letzte Ausgabe am 19. November um 22:15 Uhr. Eigentlich hätte das Format im kommenden Jahr sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert.

Schwache Quoten führen zum Aus

Als Hauptgrund nennt der WDR die zuletzt rückläufigen Einschaltquoten. Trotz inhaltlicher Weiterentwicklung habe das klassische TV-Magazin immer weniger Zuschauer erreicht.

Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Marktanteil bei lediglich 3,4 Prozent. In Nordrhein-Westfalen schalteten im Schnitt nur noch 131.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ein. Aus Sicht des Senders war das zu wenig, um das traditionsreiche Format fortzuführen.

Mit dem Ende von „Frau tv“ verschwindet zugleich das letzte klassische Frauenmagazin aus dem deutschen Fernsehen. Bereits vor neun Jahren hatte das ZDF sein Magazin „ML Mona Lisa“ eingestellt.

WDR setzt künftig auf digitale Formate

Ganz von Frauenthemen verabschieden will sich der WDR jedoch nicht. Programmdirektorin Andrea Schafarczyk betont, dass Themen wie Frauenrechte, gesundheitliche Chancengleichheit, Frauengesundheit, Selbstbestimmung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Beziehungen weiterhin einen festen Platz im Programm haben sollen.

Statt eines klassischen TV-Magazins plant der Sender künftig neue digitale Formate, die gezielt Frauen und ihre Perspektiven in den Mittelpunkt stellen. Ziel sei es, mit modernen Erzählformen und digitalen Plattformen ein größeres Publikum zu erreichen.

Neue Projekte bereits angekündigt

Zu den kommenden Angeboten zählt unter anderem die Dokumentation „Die Wechseljahre: Zu heiß für Deutschland?“ mit Sabine Heinrich, die am 12. Oktober veröffentlicht werden soll.

Außerdem startet im Herbst in der ARD-Mediathek das Social-Reality-Format „Vibes – Find your fire“, das neun Frauen in einer entscheidenden Lebensphase begleitet. Auch der Instagram-Kanal „Mädelsabende“ soll junge Frauen weiterhin ansprechen. Der Facebook-Auftritt von „Frau tv“ bleibt ebenfalls bestehen und soll künftig weiterentwickelt werden.

Programmdirektorin Andrea Schafarczyk bedankte sich bereits jetzt bei allen Beteiligten für ihre Arbeit. Ihr besonderer Dank galt den Moderatorinnen Lisa Ortgies und Sabine Heinrich sowie der gesamten Redaktion und den Autorinnen und Autoren, die das Magazin über viele Jahre geprägt haben.

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