„Monster“: Ilse Koch – die wahre Geschichte hinter der Nazi-Kriegsverbrecherin
„Monster: Die Geschichte von Ed Gein“ wirft einen Blick auf eine der berüchtigtsten Figuren des Dritten Reiches: Ilse Koch, die „Hexe von Buchenwald“. Wer war sie wirklich und wie beeinflusste ihre grausame Geschichte den Serienmörder Ed Gein?

„Monster: Die Geschichte von Ed Gein“ führt das Publikum tief in die Abgründe der Geschichte und zeigt die grausame Realität einer der berüchtigtsten Figuren des Nationalsozialismus: Ilse Koch, auch bekannt als die „Hexe von Buchenwald“.
In der Serie wird sie von Vicky Krieps dargestellt, die sich der extrem herausfordernden Aufgabe stellte, eine der abscheulichsten Personen des 20. Jahrhunderts zu verkörpern. Doch wer war Ilse Koch wirklich, jenseits der dramatisierten Darstellung?
Die grausame Realität hinter der Legende
Ilse Koch war die Ehefrau von Karl-Otto Koch, dem Kommandanten des Konzentrationslagers Buchenwald. Obwohl sie offiziell keine SS-Funktion innehatte und keine formelle Mitgliedschaft in der NSDAP nachweisbar ist, erlangte sie durch ihre Brutalität einen berüchtigten Ruf. Historische Berichte dokumentieren, dass sie nicht nur die systematische Ausbeutung von Zwangsarbeitern duldete, sondern selbst aktiv an Misshandlungen beteiligt war.
Besonders berüchtigt sind die Anschuldigungen, sie habe Häftlinge mit Tätowierungen hinrichten lassen und deren Haut zu Objekten wie Lampenschirmen verarbeitet. Auch wenn die extremsten Geschichten nicht vollständig bewiesen sind, ist unstrittig, dass sie Gefangene körperlich misshandelte und SS-Einheiten dazu anleitete, Gefangene zu schlagen – ein Vorfall führte dabei nachweislich zum Tod eines Häftlings.
Einfluss auf Ed Gein

Die Serie thematisiert eine skurrile Verbindung zwischen Ilse Koch und dem US-amerikanischen Serienmörder Ed Gein. Medienberichte über Kochs angebliche Grausamkeiten sollen Gein beeinflusst haben und ihn inspiriert haben, später selbst Leichname auszugraben und menschliche Haut für seine Zwecke zu verwenden.
Historiker betonen jedoch, dass diese Verbindung stark überzeichnet ist. „Monster“ erlaubt sich hier also, wie auch in vielen anderen Situationen, große Freiheiten.
Ilse Kochs Prozess und spätere Jahre

Bereits während des Zweiten Weltkriegs geriet Ilse Koch ins Visier der SS. Aufgrund von Korruptionsvorwürfen gegen ihren Ehemann Karl-Otto Koch wurden beide 1943 verhaftet. Karl wurde zum Tode verurteilt, Ilse zunächst 1944 freigesprochen.
Nach dem Krieg griffen die Alliierten ein, und 1947 wurde sie erneut wegen Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt. Schwangerschaft bewahrte sie vor der Todesstrafe, stattdessen verbrachte sie Jahre im Gefängnis. 1967 starb sie durch Suizid.
Die Darstellung in „Monster“
Für Vicky Krieps war die Darstellung Ilse Kochs besonders herausfordernd. Sie erklärte, dass sie aufgrund der familiären Geschichte mit dem Holocaust zunächst Angst hatte, die Rolle zu übernehmen – ihr Großvater war selbst in einem Konzentrationslager inhaftiert.
Krieps bereitete sich intensiv vor: „Ich habe alle Bücher über den Holocaust gelesen, die man finden kann“, sagte sie. Sie betonte, dass es entscheidend war, Koch als größer als das Leben zu sehen – eine Mischung aus groteskem Hollywood-Star und ’50er-Jahre-Hausfrau, die Perfektion anstrebt, ohne zu erkennen, dass sie über Leichen geht. Diese Herangehensweise half ihr, die emotionale Distanz zu wahren und die komplexe Figur glaubwürdig darzustellen.
Die Schauspielerin machte klar, dass es nicht darum ging, Koch zu rechtfertigen, sondern ihre Psyche und das Verhalten einer extrem gewalttätigen Person nachvollziehbar zu zeigen. Die Figur in „Monster“ dient damit als erzählerisches Bindeglied zwischen historischen Tatsachen und fiktionaler Übertreibung.









