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Neue Staffel

„Love Island VIP“-Moderatorin Sylvie Meis: „Ich musste mich von Vorurteilen befreien“

Sylvie Meis führt auch in der neuen Staffel von „Love Island VIP“ wieder gewohnt schlagfertig durch die Show. Warum sie dieses Selbstbewusstsein ein Stück weit erarbeiten musste, verrät sie uns im Interview.

Sylvie Meis sitzt auf einem Sofa und spielt mit ihren Haaren.
Sylvie Meis moderiert seit 2021 die Formate „Love Island“ und „Love Island VIP“. Foto: RTLZwei

Seit vielen Jahren schon ist Sylvie Meis im deutschen Fernsehen präsent, war unter anderem bei „Let's Dance“ und „Das Supertalent“ zu sehen. Doch wer den TV-Star bei „Love Island VIP“ sieht, der bekommt schnell den Eindruck: Die größte Freude macht ihr die Arbeit an der Dating-Show. Hier überrascht die 48-Jährige seit 2021 immer wieder mit Humor und Schlagfertigkeit. Eine Seite an ihr, die lange Zeit nur Familie und Freunde zu sehen bekommen haben, wie Sylvie im Interview mit TV Movie verrät.

Wie gut, dass seit dem 23. September auch die Zuschauer:innen wieder regelmäßig den Schlagabtausch zwischen der Moderatorin und den Kandidat:innen mitverfolgen können. In dieser Woche ist die dritte Staffel „Love Island VIP“ gestartet und läuft künftig immer mittwochs um 20:15 Uhr bei RTLZwei. Wir haben mit Sylvie Meis über den Twist in den neuen Folgen und Herausforderungen in ihrer Karriere gesprochen.

„Love Island VIP“ in diesem Jahr mit Reality-Stars und neuen Gesichtern

TV Movie: In diesem Jahr sind bei „Love Island VIP“ neben Realitystars auch Leute, die noch kein Reality-TV gemacht haben. Wo siehst du den Reiz an dieser Kombination von Realitystars und Singles ohne Reality-TV-Erfahrung?

Sylvie Meis: Ich finde das super. Ich weiß natürlich, was passiert, aber ich bin sehr gespannt, wie das im Fernsehen rüberkommt. Die Realitystars kennen dieses Leben und es ist natürlich gut, wenn man aufeinandertrifft und ein ähnliches Leben lebt. Aber manchmal ist es auch schwierig, genau das Gleiche in einer Beziehung zu haben. Ich glaube, dass da eine Chance liegt, dass man sich auf einer anderen Ebene verlieben kann. Wenn jemand bereit ist, sich etwas anzupassen und ein bisschen mehr Ruhe in das Leben zu bringen. Und ich finde es cool, dass wir mit dieser Mischung auch einen Wunsch vieler Fans aufgreifen. Die Fans haben darum gebeten, auch wieder Menschen ohne Reality-Erfahrungen zu zeigen.

TV Movie: Eva Benetatou hat es vorher in einem Interview gesagt: „Ich wünsche mir einen normalen Mann.“ Andere sagen dann wiederum: „Nein, ich möchte jemanden, der das kennt, weil sonst kann man dieses crazy Leben, was ich führe, gar nicht nachvollziehen.“ Trotzdem habe ich jetzt bei den ersten beiden Folgen das Gefühl, dass dann doch die Person gewählt wird, die einem näher ist. Wie war bei dir der Eindruck, wie offen die Kandidaten dann wirklich für Singles außerhalb der Reality-Welt sind?

Sylvie Meis: Ich glaube, dass es am Ende des Tages sehr menschlich ist, wenn man wirklich vor die Wahl gestellt wird, dass man sich erst einmal zu dem hingezogen fühlt, was einem vertraut ist. Am Anfang probieren die Kandidaten bei „Love Island“ sich auch mal aus. Es kann sein, dass du gleich den Richtigen triffst, aber es ist erst mal ein Reinkommen. Und ich finde, man sollte da – und das sage ich auch jedes Mal wieder – jedem eine Chance geben. Rede mit jedem. Denk nicht, dass du schon verheiratet bist. Du bist auf der Suche nach der Liebe. Und im echten Leben ist es auch nicht so, dass du irgendjemanden gut findest und das ist dann gleich für immer. Erst einmal sind das Flirts.

TV Movie: Was mich jetzt mal interessieren würde: Als Zuschauerin kennt man ja viele Kandidaten einfach auch schon aus anderen Sendungen und hat oft eine vorgefertigte Meinung. Wie sehr schaffst du das als Moderatorin, das hinter dir zu lassen? Und musst du das überhaupt?

Sylvie Meis: Ich habe keine Vorurteile. Bei keinem. Weil ich es aus meiner eigenen Erfahrung kenne. Ich habe das so oft erlebt, dass die Leute Vorurteile mir gegenüber hatten, weil ich eine Vergangenheit habe. Ich kriege immer mal wieder die Männerlisten präsentiert oder höre den Satz: „Die war schon zweimal verheiratet.“ Deswegen: Vorurteile? Nein. Aber mit Humor den ein oder anderen Seitenhieb verteilen? Ja klar.

Sylvie Meis: „Jetzt weiß ich, was ich alles schaffen kann“

TV Movie: Diese selbstbewusste, lustige Art kennt man von dir ja mittlerweile seit vielen Staffeln. Hattest du das da schon zu Beginn deiner TV-Karriere oder musste diese Seite erst wachsen?

Sylvie Meis: Mein Selbstvertrauen ist schon gewachsen. Ich sage mal so: Ich war und bin eine selbstbewusste Frau. Aber ich habe das immer mehr in meinem Privatleben, meinen engsten Menschen gezeigt, wie ich wirklich bin, was mein Humor ist. Aber die letzten Jahre traue ich mich viel mehr. Ich bin wirklich im Reinen mit mir selbst. Endlich traue ich mich auch, mich selbst gut genug zu finden, um auch große Veranstaltungen zu moderieren. Ich liebe es, ich selbst sein zu dürfen und Witze zu machen, locker zu sein. Und auch bei „Love Island“ sieht man das mehr und mehr. Diese Seite von mir, die ich habe und die ich auch einfach bin. Aber ich musste mich auch erst einmal von Vorurteilen befreien. Da spielt Social Media auch eine Rolle, da kann es sehr hart zugehen. Aber diese Welt wird nie wieder weggehen und wir müssen damit leben. Obwohl ich fast 50 bin, lerne ich jedes Jahr mehr. Ich habe mich auch gefragt, ob ich irgendwann weniger machen möchte, aber nein. Ich habe gerade erst angefangen. Ich entdecke mich selbst jetzt erst. Jetzt weiß ich erst, was ich alles schaffen kann und was für ein Potenzial ich habe. Und ich sage dir eines: Ich habe mein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft.

TV Movie: Stichwort Vorurteile: Hast du dich am Anfang deiner Karriere manchmal auch wie in einem Korsett gefühlt, in der du dich nur begrenzt frei entfalten konntest?

Sylvie Meis: Zu Anfang auf jeden Fall. Aber ich glaube ich habe einfach allgemein ein bisschen ein Korsett. Ich stehe in der Öffentlichkeit und habe ein Image. Ich arbeite natürlich mit sehr großen Werbepartnern zusammen und mache nicht nur unterhaltsames Fernsehen. Das ist nur ein kleiner Teil meiner Karriere. Gut für die Seele, aber nur ein kleiner Teil. Mir ist deshalb bewusst, dass nicht alles, was ich privat vielleicht sagen oder machen würde, automatisch in die Öffentlichkeit gehört. Aber ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, immer mehr von der Sylvie zu zeigen, die ich wirklich bin und die auch meine Freunde kennen. Ich traue mich heute viel mehr, ich selbst zu sein – mit meinem Humor und meiner Persönlichkeit. Natürlich gibt es trotzdem Dinge, die privat bleiben, aber ich habe nicht mehr das Gefühl, mich so stark in ein Korsett zwängen zu müssen.

TV Movie: Viele Reality-TV-Stars, auch die von „Love Island VIP“, feiern die Aufmerksamkeit, die sie durch ihre Shows bekommen. Als jemand, der die Schattenseiten des Ruhms auch kennt: Kannst du das so nachvollziehen, dass Leute einen Drang danach haben, im TV stattzufinden?

Sylvie Meis: Das kann ich nicht verurteilen. Ich war fünf Jahre alt, da habe ich meiner Mutter gesagt: „Ich werde berühmt.“ Keine Ahnung, mit was. Ich wusste einfach, dass ich irgendein Talent haben würde. Irgendwann wusste ich, dass ich Moderatorin sein will. Dann hat das erst einmal nicht geklappt. Dann bin ich Schauspielerin geworden, weil Menschen etwas in mir gesehen haben. Aber ich wollte immer weg vom Schauspielern, weil ich Moderatorin sein wollte. Und das bin ich dann auch geworden. Und dann im Laufe meiner Karriere noch ganz viele andere Sachen. Deswegen: Who cares? Das ist deren Leben. Und ich sage immer: Leben und leben lassen.

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