Heftige Worte

Judith Rakers spricht über sexuelle Übergriffe – „Ich bin als Kind schon mal Opfer geworden“

Judith Rakers ist vielen als „Tagesschau“-Sprecherin bekannt. In ihrem Podcast zeigt sie nun eine sehr persönliche Seite: Die Journalistin spricht offen über eigene Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen.

Judith Rakers mit Mirko auf der Bühne, eine Hand ist angehoben.
Judith Rakers macht ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen öffentlich. Foto: IMAGO / Sven Simon

In ihrem Podcast „Baborie & Rakers – Was war los gewesen?“ greift Judith Rakers ein sensibles Thema auf: sexuelle Gewalt. In der Folge berichtet sie über ihre eigenen Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen – Erlebnisse, die bis in ihre Kindheit zurückreichen.

In dem Gespräch kommen die beiden Frauen zunächst auf die öffentliche Auseinandersetzung rund um Schauspielerin Collien Fernandes, die schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hatte, zu sprechen. Dabei ging es unter anderem um digitale Gewalt und mögliche Gesetzeslücken. Das Thema sorgt bundesweit für Diskussionen – auch über den Schutz von Betroffenen und über die Frage, wie wirksam die aktuelle Gesetzgebung ist.

Im Podcast drücken Judith Rakers und ihre Co-Hostin, Radiomoderatorin Ariana Baborie, ihr Entsetzen darüber aus, wie lückenhaft der Schutz in Deutschland in manchen Fällen noch sei.

Judith Rakers spricht über Übergriff als Kind

Aber auch das Thema sexuelle Gewalt wird in der Folge angesprochen. Rakers berichtet eindringlich: „Natürlich habe auch ich in meinem Leben schon sehr viele Situationen mit Männern erlebt, die sehr, sehr brenzlig waren – und in denen es auch um sexuelle Gewalt ging.“

Besonders erschütternd ist ihre Schilderung eines Vorfalls aus ihrer Kindheit. Damals sei sie erst sieben Jahre alt gewesen: „Ich bin als Kind schon mal Opfer geworden, von einem Mann im Wald, der mich mit seinem Hund bedroht hat“, erinnert sich die Nachrichtensprecherin. „Dann hat er meinen Arm genommen und an seinem erigierten Penis gerieben. Das war so die schlimmste Situation.“

Vorbereitung durch den Vater

Gleichzeitig hebt Judith Rakers hervor, wie wichtig Aufklärung und Prävention sind. Ihr Vater, bei dem sie in Paderborn aufwuchs, sei für sie „ein sehr positives Beispiel“ gewesen. Er habe sie frühzeitig auf mögliche Gefahrensituationen vorbereitet und ihr erklärt, wie sie reagieren könne, „wenn sich mal ein Mann neben mich setzt und anfängt, an sich herumzuspielen“.

Dieses Wissen habe ihr später konkret geholfen. Mit elf Jahren sei es in einem Bus zu einer entsprechenden Situation gekommen. Rakers schildert: „Ich bin aufgestanden und habe gesagt: 'Hören Sie auf, sich an den Penis zu fassen.'“ Der Mann habe daraufhin sofort den Bus an der nächsten Haltestelle verlassen. Heftige Vorfälle, die vielen Frauen sicherlich nicht fremd sein werden ...