Janosch ist tot: Kultautor und Tigerenten-Erfinder stirbt mit 95 Jahren
Trauer um einen der bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren: Janosch ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot. Der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Horst Eckert hieß, starb am Dienstag, 3. November 2026, im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa. Sein Tübinger Verleger Bernhard Feil bestätigte die Todesnachricht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Zu einer konkreten Todesursache wurden zunächst keine Angaben gemacht. Janosch lebte bereits seit Jahrzehnten weitgehend zurückgezogen auf der Kanareninsel und hatte sich zuletzt nur noch selten öffentlich gezeigt.
Janosch gelang mit „Oh, wie schön ist Panama“ der Durchbruch
Geboren wurde Janosch am 11. März 1931 als Horst Eckert in Hindenburg in Oberschlesien, dem heutigen Zabrze in Polen. Seine Kindheit war von Armut und Gewalt geprägt, später machte er unter anderem eine Ausbildung zum Schmied und arbeitete in einer Textilfabrik, bevor er sich der Kunst zuwandte.
Sein erstes Kinderbuch erschien bereits 1960. Den großen Durchbruch schaffte Janosch jedoch erst 1978 mit „Oh, wie schön ist Panama“, in dem der kleine Tiger und der kleine Bär gemeinsam nach dem vermeintlichen Land ihrer Träume suchen.
Das Buch entwickelte sich zum Klassiker und wurde 1979 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Es folgten unter anderem „Post für den Tiger“ und „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“. Insgesamt schrieb Janosch weit über 100 Kinderbücher, daneben entstanden Romane und weitere Werke für Erwachsene.
Seine Tigerente wurde sogar zum TV-Star

Zu Janoschs berühmtesten Schöpfungen zählt die Tigerente, die weit über seine Bücher hinaus bekannt wurde. Gemeinsam mit Tiger und Bär wurde sie zu einem der prägendsten Motive seines Werks.
Auch im Fernsehen hinterließ die Figur ihre Spuren: Am 6. Januar 1996 startete der „Tigerenten Club“, der bis heute von der ikonischen Janosch-Figur begleitet wird. Erst im Januar 2026 feierte die SWR-Sendung ihr 30-jähriges Jubiläum bei KiKA.
Weitere Geschichten wurden unter anderem als „Janoschs Traumstunde“ fürs Fernsehen umgesetzt. Seine Figuren fanden außerdem ihren Weg in Kinofilme, Hörspiele, Spielzeug und zahlreiche weitere Produkte.
Janosch lebte seit Jahrzehnten auf Teneriffa
1980 zog Janosch nach Teneriffa und machte die Insel schließlich zu seiner dauerhaften Heimat. Dort lebte er viele Jahre mit seiner Frau Ines und engagierte sich auch für Natur- und Umweltschutz.
Für sein Werk erhielt der Künstler zahlreiche Auszeichnungen. Neben dem Deutschen Jugendliteraturpreis wurde ihm 1993 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.






