„Im Netz der Gier“ im Ersten: Lohnt sich der Thriller mit Tanja Wedhorn heute Abend?
Plötzlich steht ihr ganzes Leben auf dem Spiel: Tanja Wedhorn kämpft in „Im Netz der Gier“ gegen dunkle Geheimnisse und einen skrupellosen Killer. Wir verraten, warum der Film begeistert und wo die Schwächen liegen.

Wer am Samstagabend auf Spannung setzt, landet im Ersten bei „Im Netz der Gier“. Der ARD-Thriller mit Tanja Wedhorn, Paula Hartmann und Jutta Wachowiak verbindet politische Intrigen mit einem Familiendrama an der Ostsee. Doch kann der Film die hohen Erwartungen erfüllen? Und worum geht es eigentlich in dem spannenden Fall?
Wir verraten, was Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet und warum gerade die Besetzung zu den größten Stärken des Films zählt.
Darum geht es in „Im Netz der Gier“
Schon die ersten Minuten machen klar: Dieser Film will keine Zeit verlieren. Ein junges Paar wird auf einer abgelegenen Straße brutal angegriffen. Der Mann wird erschossen, eine Tasche verschwindet, die Begleiterin überlebt schwer verletzt. Danach springt die Handlung knapp einen Tag zurück und beginnt die Geschichte von Anna Grawe (Tanja Wedhorn).
Anna arbeitet als Büroleiterin einer Bundestagsabgeordneten und führt scheinbar ein geordnetes Leben. Doch als ihre Chefin Bea Kober sie plötzlich bittet, wichtige Unterlagen aus einem Tresor verschwinden zu lassen, gerät Anna selbst ins Visier der Ermittler.
Wenig später steht bereits die Staatsanwaltschaft vor ihrer Tür. Der Vorwurf: Korruption, Bestechlichkeit und illegale Geldflüsse rund um eine einflussreiche Stiftung mit Verbindungen zu einem kasachischen Geschäftsmann.
Es ist ein Politthriller und Familiendrama gleichermaßen
Was zunächst wie ein klassischer Politkrimi beginnt, entwickelt sich schnell in eine andere Richtung. Anna flüchtet gemeinsam mit ihrer Tochter Larissa an die Ostsee zu ihrer Mutter Magda. Dort hofft sie, Abstand von den Ermittlungen zu gewinnen. Doch stattdessen holt die Vergangenheit sie ein.
Zwischen Mutter, Tochter und Großmutter brechen alte Konflikte auf. Gleichzeitig spielt sich vor Ort ein weiterer Streit ab: Ein umstrittenes Yachthafen-Projekt sorgt für Spannungen zwischen Investoren und Umweltschützern.
Genau hier zeigt sich die Besonderheit von „Im Netz der Gier“: Der Film verbindet gleich mehrere Themen miteinander – politische Machtspiele, familiäre Verletzungen, wirtschaftliche Interessen und persönliche Abhängigkeiten.
Tanja Wedhorn überzeugt in ungewohnter Rolle
Vor allem Tanja Wedhorn dürfte viele Zuschauer überraschen. Die Schauspielerin wird häufig mit gefühlvollen Produktionen wie „Praxis mit Meerblick“ verbunden. In „Im Netz der Gier“ zeigt sie jedoch eine deutlich andere Seite. Als Anna Grawe spielt sie eine Frau, die erkennen muss, dass ihr gesamtes Leben möglicherweise auf einer Lüge aufgebaut wurde. Besonders die Szenen zwischen Wedhorn, Paula Hartmann und DEFA-Legende Jutta Wachowiak gehören zu den stärksten Momenten des Films.
Die Dynamik zwischen den drei Generationen verleiht der Geschichte emotionale Tiefe und sorgt dafür, dass „Im Netz der Gier“ mehr sein möchte als ein gewöhnlicher Fernsehkrimi.
Darum lässt die Spannung zwischenzeitlich nach
Trotz des packenden Einstiegs hat vor allem die zweite Hälfte Schwächen. Der ursprünglich spannende Korruptionsfall rückt zeitweise in den Hintergrund, während familiäre Konflikte immer mehr Raum einnehmen. Dadurch verliert die Geschichte stellenweise an Tempo. Gerade Zuschauer:innen, die einen kompromisslosen Politthriller erwarten, könnten sich mehr Fokus auf die Ermittlungen wünschen.
Erst im letzten Drittel zieht die Spannung wieder deutlich an. Dann geraten Anna und ihre Tochter selbst in große Gefahr und die Ereignisse überschlagen sich.
Lohnt sich „Im Netz der Gier“?
Wer einen klassischen Krimi mit klarer Ermittlungsstruktur sucht, dürfte hier nicht ganz auf seine Kosten kommen. Wer jedoch Spannung mit emotionalen Familiengeschichten und starken Schauspielerinnen schätzt, findet in „Im Netz der Gier“ einen sehenswerten Samstagabendfilm.
Besonders Tanja Wedhorn, Paula Hartmann und Jutta Wachowiak tragen den Film über seine kleineren Schwächen hinweg. Dazu kommen atmosphärische Bilder der Ostseeküste und ein durchaus aktueller Blick auf politische Machtstrukturen.







