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„Heated Rivalry“: Ist die queere Eishockey-Serie überbewertet oder zu Recht ein Hype?

Endlich erscheint die wohl meist diskutierte Serie der vergangenen Monate auch in Deutschland. Doch was macht „Heated Rivalry“ so besonders?

Heated Rivalry
Heated Rivalry Foto: HBO Max

Dass über Serien gesprochen und diskutiert wird, das ist nichts Ungewöhnliches. Doch das Phänomen „Heated Rivalry“ scheint doch einzigartig zu sein. Während Hits wie „Stranger Things“ oder „Bridgerton“ bei großen Streaminganbietern laufen und so ein Millionenpublikum erreichen, kommt der Hype um die queere Hockeyserie von TikTok und Co. Und das ist nicht verwunderlich, wenn man sich anschaut, wo „Heated Rivalry“ gestartet ist. Die Romanze über zwei schwule Eishockeyspieler lief nämlich zuerst beim kanadischen Streaming-Plattform Crave. Gehört haben davon in Europa, geschweige denn Deutschland, nur die wenigsten. Dass die Geschichte von Shane und Ilya trotzdem zu uns herübergeschwappt ist, haben wir den sozialen Medien zu verdanken.

„Heated Rivalry“: Die komplizierte Liebe zweier Hockeyspieler

Plötzlich waren sie da, die Videos der beiden Sportler rivalisierender Clubs, die heimlich eine Affäre beginnen, stets in Angst um ihre Karriere und davor in der Öffentlichkeit geoutet zu werden. Zugegeben, wer die ersten Schnipsel der Serie zu sehen bekommen hat, der könnte leicht zu dem Schluss kommen, dass es hier vor allem um heiße Sexszenen geht. Und ja, die gibt es in den insgesamt sechs Folgen jede Menge. Der vorrangige Grund, dranzubleiben, sind sie aber nicht. Oder anders gesagt: Der Spice, den „Heated Rivalry“ stetig liefert, wäre nichts ohne die wirklich authentische und herzerwärmende Liebesgeschichte der beiden Hauptrollen, die es ab dem 6. Februar endlich auch in Deutschland beim neuen Streamingdienst HBO Max zu sehen gibt.

Doch worum geht es überhaupt in der Verfilmung der Buchreihe der kanadischen Autorin Rachel Reid? Der Kanadier Shane Hollander (Hudson Williams) wird im Laufe seiner Karriere immer wieder mit seinem größten Konkurrenten, dem Russen Ilya Rozanov (Connor Storrie) konfrontiert. Beide gehen für unterschiedliche Teams aufs Eis. Während Medien und Fans die Rivalität der beiden immer weiter anstacheln, ahnt niemand, dass die Stars sich hinter den Kulissen eigentlich ganz heiß finden und eine leidenschaftliche Affäre beginnen. Über Jahre hinweg halten die beiden ihr heimliches Verhältnis aufrecht, bis es irgendwann kein Zurück mehr zu geben scheint ...

„Heated Rivalry“ und der „female gaze“

In den vergangenen Wochen wurde viel darüber diskutiert, warum „Heated Rivalry“ gerade bei Frauen so gut ankommt. Immer wieder fiel dabei auch das Stichwort „female gaze“. Damit ist gemeint, dass die Welt in Büchern, Filmen, Serien und Co. bewusst nicht aus einer cis-männlichen Perspektive betrachtet wird. Und tatsächlich bekommen wir in der Serie nicht die gerade im Sport so typischen hypermännlichen Bilder zu sehen, sondern zwei Protagonisten, die zugänglich sind und sich verletzlich zeigen. Gerade Folge 5 der ersten Staffel zeigt das auf beeindruckende Weise. Die Episode, die bei IMDb die nach einer „Breakind Bad“-Folge die zweithöchste Bewertung aller Zeiten bekommen hat, hat all das, was „Heated Rivalry“ so gut macht. Es zeigt, wie kompliziert die Liebe der beiden Sportler ist, in einem Bereich, der noch immer von Heteronormativität geprägt ist und in dem ein Outing so gut wie unvorstellbar ist. Nach der Veröffentlichung der Serie hat es der Profi-Hockeyspieler Jesse Kortuem dennoch getan – ein klares Zeichen dafür, welchen Einfluss die Liebesgeschichte hat.

Die HBO-Serie ist mehr als nur Spice

Neben der Tabuisierung von Queerness im Sport befasst sich die Geschichte auch mit politischen Themen. Ilya Rozanov kommt aus Russland und leidet unter den Erwartungshaltungen seiner Familie. Die Szene, in der Ilya Shane am Telefon sein Herz ausschüttet und ihm auf Russisch seine Liebe gesteht, während sie tausende Kilometer voneinander entfernt sind, gehört zu den berührendsten Momenten der Serie. Das liegt vor allem auch an den beiden Hauptdarstellern Connor Storrie und Hudson Williams, die quasi über Nacht berühmt geworden sind und jetzt weitere Filme drehen, auf Modenschauen laufen und zu Preisverleihungen eingeladen werden.

Zugegeben: Um Hockey geht es in der Serie nur am Rande und bis die Story um Ilya und Shane wirklich Tiefe erreicht, dauert es ein, zwei Episoden. Wenn der Zuschauende dann aber beim Staffelfinale, der mittlerweile berühmten „Cottage“-Folge, ankommt, ist man mittendrin in der wirklich besonderen Liebesgeschichte der Sportler. Und es gibt gute Nachrichten: Staffel 2 und 3 wurden bereits bestätigt – wir bekommen also Gott sei Dank noch mehr von unserem neuen Lieblingspaar zu sehen!