„Hart aber fair“: Louis Klamroth platzt wegen rassistischer Zuschauer-Kommentare die Hutschnur
Nach rassistischen Anfeindungen gegen einen „Hart aber fair“-Gast wird Louis Klamroth auf Instagram deutlich. Der Moderator ist wütend und traurig.

Louis Klamroth ist wütend – und macht daraus keinen Hehl. Nachdem ein „Hart aber fair“-Teilnehmer nach seinem Auftritt mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert wird, meldet sich der Moderator auf Instagram zu Wort. Dabei findet er deutliche Worte für das, was sich unter einem Video der Sendung abspielt.
Louis Klamroth reagiert auf rassistische Kommentare
Eigentlich wollte „Hart aber fair“-Moderator Louis Klamroth auf Instagram lediglich einen Ausschnitt aus seiner Talkshow teilen. Darin war Aras zu sehen, der 2015 nach Deutschland kam, mittlerweile eingebürgert ist und darüber sprach, wie er sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt fühlt. Doch die Reaktionen auf das Reel machen Klamroth fassungslos. In einem weiteren Instagram-Video erklärt er, dass er etwas loswerden müsse, weil er „wütend und auch traurig“ sei.
Der Grund: Unter dem Beitrag sammelten sich zahlreiche rassistische Äußerungen gegen Aras. Klamroth beschreibt die Anfeindungen drastisch und erklärt, dieser werde dort regelrecht „mit Rassismus überkippt“.
„Hart aber fair“-Gast Aras steht sonst nicht im Rampenlicht
Besonders zu schaffen scheint dem TV-Gesicht zu machen, dass Aras weder Politiker noch medienerfahrener Talkshow-Profi ist. Seine Redaktion war auf ihn aufmerksam geworden, nachdem er zuvor in einer MDR-Sendung eine Frage an Ulrich Siegmund gestellt hatte.
Nach der Landtagswahl wollte das Team erfahren, wie Aras inzwischen auf die politische Situation blickt, und lud ihn deshalb zu „Hart aber fair“ ein. Klamroth betont, dass er ansonsten ein ganz normales Leben führt und nicht regelmäßig vor Kameras steht.
Genau solche Stimmen sollen in der ARD-Talkshow regelmäßig Raum bekommen. Neben Politiker:innen und Expert:innen kommen deshalb auch Bürgerinnen und Bürger zu Wort, die von ihren persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen berichten.
Louis Klamroth geht gegen Hass im Netz vor
Doch genau das werde durch Reaktionen wie jene unter dem Instagram-Beitrag zunehmend schwieriger. Menschen, die sich vor eine Kamera setzen und ihre Meinung äußern, müssten offenbar damit rechnen, anschließend im Netz angefeindet zu werden.
Klamroth versucht nach eigenen Angaben bereits, dagegen vorzugehen. Rassistische Beiträge werden verborgen, Accounts blockiert und Äußerungen gegebenenfalls angezeigt. Die Menge sei jedoch so groß, dass er kaum hinterherkomme.
Für den 36-Jährigen macht der Vorfall damit auch ein grundsätzliches Problem sichtbar: Wer sich als Privatperson an einer politischen Diskussion beteiligt, kann innerhalb kürzester Zeit zur Zielscheibe von Hass werden.
„Rafft euch einfach mal zusammen“: Klamroth mit deutlicher Ansage
Eine einfache Lösung hat auch Louis Klamroth nicht. Zwar seien seiner Ansicht nach unter anderem die Plattformen gefragt und müssten stärker reguliert werden. Trotzdem bleibt bei ihm vor allem Frust darüber zurück, wie ein Bürger wegen seiner Teilnahme an einer politischen Talkshow behandelt wird.
Zum Ende seines Videos richtet er deshalb eine unmissverständliche Botschaft an diejenigen, die sich an den Anfeindungen beteiligen: „Rafft euch einfach mal zusammen.“
Wie sehr ihn der Vorfall beschäftigt, ist dabei kaum zu übersehen. Was mit einem kurzen Ausschnitt aus „Hart aber fair“ begann, hat für Klamroth eine grundsätzliche Frage aufgeworfen: Wie können normale Bürgerinnen und Bürger noch offen ihre Meinung äußern, wenn sie anschließend mit Hass rechnen müssen?
Instagram: @louisklamroth

