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"Gregs Tagebuch 4": Interview mit Jeff Kinney

Am 1. Juni startet die Verfilmung von "Gregs Tagebuch 4 – Böse Falle!" in den Kinos. Wir haben den Autoren Jeff Kinney zum Interview in Köln getroffen.

Gregs Tagebuch 4: Banner
Chaos-Familie Heffley in "Gregs Tagebuch 4 - Böse Falle" Foto: 20th Century Fox

„Gregs Tagebuch“: Inhalt

Drei Teile des beliebten Franchises von Autor Jeff Kinney wurden bereits verfilmt. In Teil 4 begeben sich die Heffleys (u.a. Alicia Silverstone als Susan Heffley) auf einen irrwitzigen Roadtrip zum Geburtstag von Gregs Großmutter. Taugenichts Greg hat jedoch anderes im Sinn: er will den Trip nutzen, um sich heimlich auf eine Computerspiel-Messe zu schleichen, die sich ganz in der Näher von Omas Wohnsitz befindet. Auf dem Weg gerät die chaotische Heffley-Sippe in jede Menge Schlamassel, die es der Familie nicht immer leicht machen, zusammenzuhalten...

Wir haben den Film vorab gesehen und versprechen euch ein spannendes Abenteuer, voller Witz und Leben, in dessen Mittelpunkt eine liebenswert-chaotische Familie steht, in der sich der ein oder andere Zuschauer, ob groß oder klein, wiederfinden wird.

"Gregs Tagebuch": Interview mit Autor Jeff Kinney

TV Movie: Jeff, bist du zufrieden mit der Umsetzung des Films?
Jeff Kinney: Ja, absolut. Ich empfinde den Film als großen Spaß, viele Szenen sind sehr lustig geworden und am Ende wird es sogar ein bisschen emotional.

Hast du eine Lieblingsszene?
Es gibt eine Szene, die sehr nah am Buch ist. Und zwar, wenn die Familie ins Auto steigt, als sie den Roadtrip starten. Alle sind irgendwie entnervt, vor allem als sie die Handys abgeben müssen, nur Mutter Susan ist noch total euphorisch. Das wirkt sehr realistisch.

Wie war das mit den Smartphones, in deiner Kindheit gab es ja so etwas noch nicht. Du konntest dich da trotzdem reinfühlen?
Stimmt, bei uns gab es noch keine Smartphones, aber dafür gab es so etwas wie Gameboys oder generell Videospiele. Die haben die eltern wahrscheinlich genauso in den Wahnsinn getrieben (lacht).

Du sagst, du schreibst über Dinge, die in der Vergangenheit wirklich passiert sind. Heißt das du bist Greg?
Greg ist in so vielerlei Hinsicht eine übertriebene Version von mir, also irgendwie schon. Es ist so eine Mischung aus mir als Kind, aber manchmal auch mir als Erwachsenem.

Was sind die Eigenschaften, die Gregs Charakter ausmachen?
Er ist sehr fehlerhaft kann man sagen, nicht perfekt, er denkt viel nach, ist viel mit sich selbst beschäftigt. Er denkt selten daran, was für Auswirkungen sein eigenes Verhalten auf seine Mitmenschen haben kann. Er ist wohl ein bisschen egoistisch. Aber man hofft immer darauf, dass sich seine Figur am Ende eines Filmes weiterentwickelt hat.

Der Film wurde in komplett neuer Besetzung gedreht. Hattest du da Mitspracherecht?
Das war einer der Deals mit den Produzenten, dass ich mitentscheiden darf. Ich habe versucht fast alle Aufnahmen der Castings anzuschauen, aber es gab allein 2000 Vorsprachen für die Rolle von Greg. Also der Andrang war sehr groß und ich habe versucht dem gerecht zu werden.

Und, bist du glücklich mit der Auswahl?
Ja. Ich denke der richtige Cast ist im Endeffekt, was eine gelungene Verfilmung ausmacht. Zu sehen, wie sich eine neue Gruppe von Schauspielern zu einer Familie zusammenfindet, das ist irgendwie schön.

Das "Time Magazine" hat dich vor einigen Jahren in die Top 100 der einflussreichsten Autoren aufgenommen. Klingt nach einer Ehre. Was meinst du, macht diesen Einfluss aus?
Einerseits natürlich, dass die Bücher so viele Menschen erreichen. Das hilft natürlich dem Einfluss. Es ist in insgesamt 53 Sprachen übersetzt, also auch eine enorme sprachliche Reichweite ist gegeben. Schon cool zu weissen, dass mein nächstens Buch - selbst wenn es schlecht ist (lacht) - von so vielen Leuten gelesen wird. Ja, das ist schon eine Ehre.

Wolltest du immer Schriftsteller werden?
Ich wollte immer Comiczeichner werden. Ich habe damit angefangen, Zeitungscartoons zu zeichnen, aber das war nicht so recht erfolgreich. Bei Gregs Tagebüchern habe ich die Möglichkeit gefunden, Sprache und Zeichnung zu verbinden. Es handelt sich ja um einen Mix aus Geschriebenem und Cartoons.

Hast du ein Vorbild?
Mein Lieblings-Cartoonist war immer Carl Barks, der u.a. "Donald Duck" gezeichnet hat. Ich denke der hatte schon Einfluss auf mich und meine Cartoons.

Was ist das größte Kompliment, dass du jemals für deine Arbeit bekommen hast?
Tatsächlich hat mal ein Kritiker zu mir gesagt, dass man nicht spürt, dass ein Erwachsener hinter der Zeichnung von Gregs Charakter steht. Das fand ich super, denn mein größtes Ziel ist es, so authetisch wie möglich zu sein, zu schreiben. Und das scheint mir zu gelingen, also dass man Greg als glaubwürdigen Charakter wahrnimmt.

Du hattest erst geplant, Gregs Tagebücher für Erwachsene zu schreiben, nun ist es eine Jugendbuchreihe. Denkst du Kinder sind ein dankbareres Publikum?
Ja, ich bin im Nachhinein sehr froh, dass Gregs Tagebücher letztendlich doch Kinder oder vielmehr Jugendliche als Zielgruppe haben. Ich hatte erst geplant, ein dickes Buch für Erwachsene zu schreiben, die dadurch auf ihre Kindheit zurückblicken können. Aber so gefällt es mir besser. Ich treffe auf meinen Reisen viele Kinder und es ist immer wieder toll zu sehen, wie sehr sie meine Bücher lieben und verschlingen.

Was wünscht du dir für die Zukunft?
Ich hoffe, dass meine Bücher noch lange ein Thema auf dem Markt, bei den Kindern sein werden. Dass Kinder, die heute noch gar nicht geboren sind, in einigen Jahren immer noch meine Bücher lesen und sie toll finden.

Danke für das Gespräch.

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