Kino

Filmkritik: "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" - Harry Potter light

Eine neue Jungedbuch-Verfilmung über einen jungen Zauberer à la "Harry Potter" kommt in die Kinos. Ob sich das lohnt erfahrt ihr hier:

Das Haus der geheimnisvollen Uhren Jack Black Owen Vaccaro
In "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" erforschen Owen Vaccaro und Jack Black eine magische Welt Bild: universal Pictures

Die große Zeit der Kinder-Fantasy-Buchverfilmungen ist längst vorbei. Nach dem Erfolg von Harry Potter versuchten die großen Hollywood-Studios immer wieder, neue Literatur-Reihen zu finden, mit denen man Scharen an Fans in die Kinos lockt. Doch weder „Eragon“, noch „Percy Jackson“ oder „Der goldene Kompass“ konnten auch nur ansatzweise an den Erfolg des Zauberlehrlings anknüpfen.

 

Umso verwunderlicher ist es, dass jetzt mit „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ ein genau solcher Film in die Lichtspielhäuser kommt. Dabei ist das Buch von John Bellairs bereits aus dem Jahr 1973. Auch die Personalie hinter der Kamera ist eher ungewöhnlich. Regisseur Eli Roth kennen Fans eher von beinharten Horrorfilmen wie etwa „Hostel“ oder „Cabin Fever“. Doch trotz seiner blutigen Vergangenheit hat er es geschafft, einen kindgerechten Fantasyfilm zu inszenieren.

 

Merkwürdige Häuser und Zauberei

Der junge Lewis Barnavelt (Owen Vaccaro) verliert durch einen Unfall seine Eltern. Daraufhin zieht er zu seinem Onkel Jonathan (Jack Black), der in einem höchst merkwürdigen Haus wohnt, in denen Möbel zum Leben erwachen und Fenster sich stetig verändern. Bald schon wird klar: Jonathan ist ein Hexenmeister! Zusammen mit der liebenswerten Hexe Mrs. Zimmerman (Cate Blanchett) durchsuchen sie das Haus nach einer Uhr, die unaufhörlich in den Wänden tickt. Die hat der vorherige Besitzer des Hauses Isaac Izard (Kyle MacLachlan) versteckt. Der war allerdings ein dunkler Zauberer und die Uhr hat sicherlich nichts Gutes zu bedeuten.

Die FSK war sehr gnädig mit „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“.  Der Film hat nämlich eine Altersfreigabe ab 6 Jahren erhalten. Das ist in Anbetracht dessen, dass sich im Haus des Hexenmeisters Jonathan Barnavalt im Laufe des Films gruselige Puppen, lebendige Halloween-Kürbisse und Untote die Klinke in die Hand geben, schon recht niedrig angesetzt. Die ganz Kleinen sollten also eher draußen bleiben.

Zusammen mit Lewis erkundet der Zuschauer eine durchaus spannende Welt. Leider hält sich Drehbuchschreiber Eric Kripke scheinbar sehr eng an der Vorlage, wodurch der Film ein etwas unausgewogenes Erzähltempo hat. Gerade das Entdecken der Zauberwelt mit Lewis fällt erstaunlich flott aus, während im Finale auch die simpelsten Konflikte bis ins Kleinste erklärt wird. Darunter leidet auch die Atmosphäre. Manchmal erinnert „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ an die großen Vorbilder wie eben Harry Potter, nimmt sich dabei allerdings selten ernst. So werden viele magische  Momente von unnötigen Pipi- oder Kot-Witzen unterbrochen.

 

Spaßiges Gezanke

Zum Glück weiß Kripke allerdings als Erschaffer der Mystery-Serie „Supernatural“, wie man Dynamik in verschiedene Figuren bekommt. Zwar funktioniert das Zusammenspiel zwischen Lewis und seinem Mitschüler Tarby (Sunny Suljic) eher weniger, dafür trumpfen Cate Blanchett und Jack Black als ungleiches Duo mit Zauberkräften enorm auf. Immer wenn sich die beiden gegenseitig fiese Namen an den Kopf schmeißen und zanken, ist dies ein großer Spaß für die Zuschauer. Und auch einige Hinweise auf die Vergangenheit der beiden Figuren sind gekonnt in die restliche Geschichte eingewoben. Da ist es zwar schade, dass Kinderdarsteller Owen Vaccaro hinter seinen erwachsenen Schauspielkollegen verschwindet, eine passende Identifikationsfigur bleibt sein Lewis trotzdem.

So bleibt „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ stets ein unterhaltsamer Film. Zwar hätte man gerne mehr über die Zauberwelt erfahren und das Drehbuch hätte etwas Straffung gut getan. Aber man verbringt gerne seine Zeit mit Lewis und seinen Hexer-Freunden.



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