Film-Ikone Isabelle Adjani verurteilt: Was hat die Schauspielerin verbrochen?
Die französische Filmlegende Isabelle Adjani ist in einem Berufungsverfahren schuldig gesprochen worden. Wie konnte es soweit kommen?

Isabelle Adjani zählt zu den größten Filmstars Frankreichs. Mit Klassikern wie „Camille Claudel“, „Die Bartholomäusnacht“ oder „Heute trage ich Rock!“ schrieb sie Kinogeschichte und gewann gleich fünf César-Auszeichnungen. Nun sorgt die 71-Jährige jedoch nicht mit einer neuen Rolle, sondern mit einem Gerichtsurteil für Schlagzeilen.
Warum wurde Isabelle Adjani verurteilt?
Ein französisches Berufungsgericht hat Isabelle Adjani wegen schwerer Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu zehn Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt.
Das Urteil fällt damit deutlich milder aus als noch in erster Instanz. Im Jahr 2023 war die Schauspielerin zunächst zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt worden.
Ihr Anwalt zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert, kündigte aber bereits an, den Fall vor das höchste französische Berufungsgericht bringen zu wollen.
Welche Vorwürfe standen im Raum?
Nach Auffassung des Gerichts hatte Adjani ihren Steuerwohnsitz unrechtmäßig nach Portugal verlegt, obwohl sich ihr tatsächlicher Lebensmittelpunkt weiterhin in Frankreich befunden habe.
Darüber hinaus sahen die Richter es als erwiesen an, dass die Schauspielerin ein Geldgeschenk über zwei Millionen Euro eines Bekannten als Darlehen verschleiert haben soll.
Ein weiterer Vorwurf betrifft einen Geldtransfer von rund 120.000 Euro, der über ein nicht deklariertes US-Konto eines Offshore-Unternehmens nach Portugal erfolgt sein soll. Die Ermittlungen gehen auf die Panama Papers zurück, die weltweit mutmaßliche Offshore-Geschäfte prominenter Persönlichkeiten offenlegten.
So verteidigte sich die Schauspielerin
Vor Gericht bestritt Isabelle Adjani, bewusst gegen Steuerrecht verstoßen zu haben. Sie erklärte, sie sei von einem ihrer Steuerberater getäuscht worden und leide unter einer ausgeprägten „Verwaltungsphobie“.
Nach eigenen Angaben habe sie sich deshalb nie selbst um ihre Steuerangelegenheiten gekümmert.„Ehrlich gesagt habe ich noch nie eine Steuererklärung ausgefüllt. Und das ist gut so, denn es wäre katastrophal gewesen.“ Außerdem wehrte sich die Schauspielerin entschieden dagegen, als „Diebin“ bezeichnet zu werden.
Warum zweifelte das Gericht an ihrem Wohnsitz?
Adjani hatte ihren Wohnsitz in den Jahren 2016 und 2017 offiziell nach Portugal verlegt. Die französische Steuerbehörde vertrat jedoch die Auffassung, dass sie ihren Lebensmittelpunkt weiterhin in Frankreich hatte und dort steuerpflichtig gewesen sei.
Für Aufmerksamkeit sorgte damals unter anderem eine Homestory des Magazins „Paris Match“, in der Adjani ihre portugiesische Wohnung präsentierte. Gleichzeitig erklärte sie, bei Aufenthalten in Paris lediglich in Hotels oder bei Freunden zu übernachten.









