„Fang mich doch!“ im ZDF: Die wahre Geschichte hinter dem Film ist kaum zu glauben
Fast eine halbe Million Euro aus einer Kita-Kasse und niemand merkt etwas? Genau davon erzählt „Fang mich doch!“. Das Unglaubliche: Der ZDF-Film basiert auf wahren Begebenheiten.

Ein liebevoller Vater, der seiner Tochter die bestmögliche Zukunft ermöglichen möchte – zunächst klingt Georgs Motivation in „Fang mich doch!“ durchaus nachvollziehbar. Doch der von Jan Krauter gespielte Familienvater überschreitet dafür immer mehr Grenzen. Er lügt, erfindet sich eine neue Biografie und erschleicht sich das Vertrauen anderer Eltern. Irgendwann geht es nicht mehr nur darum, dazuzugehören: Georg beginnt, sich an Geld zu bedienen, das ihm nicht gehört.
Das ZDF zeigt die Tragikomödie „Fang mich doch!“ am Montag, 31. August 2026, um 20.15 Uhr. Wer einschaltet, bekommt allerdings mehr als eine klassische Hochstaplergeschichte zu sehen. Denn hinter Georgs unglaublichem Betrug steckt eine reale Inspiration.
„Fang mich doch!“: Darum geht es in dem ZDF-Film
Georg will vor allem eines: seiner Tochter, die an Epilepsie leidet, einen Platz in einer angesehenen Leipziger Kindertagesstätte ermöglichen. Doch er fürchtet, dass seine tatsächlichen Lebensumstände bei der dortigen Elternschaft nicht besonders gut ankommen könnten.
Georg ist arbeitslos, seine Frau Mara (Pina Bergemann) arbeitet als Reinigungskraft. Also hilft er seiner eigenen Vita kurzerhand auf die Sprünge und präsentiert sich als erfolgreicher Eventmanager.
Die Täuschung funktioniert. Mit seinem Charme und seinem Improvisationstalent findet Georg schnell Anschluss. Er organisiert Veranstaltungen, hilft bei Aufgaben und macht sich für die anderen Eltern unentbehrlich.
Schließlich vertraut man ihm sogar die Kasse an und darin befindet sich fast eine halbe Million Euro.
Die unglaubliche Geschichte hinter „Fang mich doch!“ ist wirklich passiert
Was nach einem bewusst überzeichneten Drehbuch klingt, hat einen realen Hintergrund. „Fang mich doch!“ ist von einer wahren Begebenheit inspiriert.
Im Zentrum des tatsächlichen Falls stand ebenfalls ein Vater, der eine Elterninitiative um mehrere Hunderttausend Euro betrogen haben soll. Für Drehbuchautorin Elke Rössler war daran nicht nur der Betrüger selbst interessant, sondern auch die Frage, wie ein solcher Fall überhaupt möglich werden konnte.
„Wie kann es sein, dass die Elternschaft einer Kita sich so ausnehmen und über den Tisch ziehen lässt? [...] Wie kann es sein, dass niemand der Eltern etwas gemerkt hat?“, beschrieb Rössler die Fragen, die sie bei der Entwicklung des Films beschäftigten.
Genau diese Perspektive macht die Geschichte besonders spannend. Denn der Film erzählt nicht ausschließlich davon, wie Georg seine Mitmenschen täuscht, sondern auch davon, warum diese ihm so bereitwillig vertrauen.
Georg wird vom hilfsbereiten Vater zum Hochstapler
Anfangs lässt sich Georgs Verhalten noch mit seinem Wunsch erklären, seiner Tochter etwas bieten zu können. Doch dabei bleibt es nicht. Mit dem Geld eröffnet sich ihm plötzlich eine Welt, zu der er vorher keinen Zugang hatte. Georg beginnt, über seine Verhältnisse zu leben, jongliert mit Kreditkarten und passt sich immer stärker dem wohlhabenden Umfeld an, in das er sich hineingelogen hat.
Zusätzlich lässt er sich auf eine Affäre mit der wohlhabenden Jule ein. Je größer sein neues Leben wird, desto schwieriger wird es allerdings, seine zahlreichen Lügen unter Kontrolle zu behalten. Aus dem Mann, der angeblich alles für seine Tochter tut, wird zunehmend jemand, der selbst Gefallen an seinem Betrug findet.
Jan Krauter sieht in seiner Figur mehr als einen Betrüger
Gerade diese Widersprüche machen Georg für Hauptdarsteller Jan Krauter interessant. Der Schauspieler beschreibt seine Figur nicht als eindimensionalen Bösewicht. „Georgs Blick ist immer in die Ferne gerichtet, sucht immer etwas Besseres. Dabei übersieht er in Gänze das, was er bereits direkt vor der Nase hat“, erklärt Krauter im ZDF-Interview.
Für ihn steckt darin auch eine Frage, die weit über die Filmhandlung hinausgeht: Wie stark lassen wir uns davon beeinflussen, was andere Menschen als erstrebenswert darstellen?
Krauter formuliert es so: „Davor sind wir, glaube ich, alle nicht gefeit. Georgs Geschichte könnte dazu inspirieren zu prüfen, wie viel von den eigenen Wünschen nicht eigentlich nur von jenen vorgegeben ist, die deren Erfüllung verkaufen.“
Darum ist „Fang mich doch!“ mehr als eine Hochstapler-Komödie
Genau an dieser Stelle bekommt die zunächst unterhaltsame Gaunergeschichte eine ernstere Ebene. „Fang mich doch!“ beschäftigt sich auch mit sozialer Ungleichheit und dem Druck, dazugehören zu wollen.
Georg trifft auf Familien, für die Geld offenbar eine wesentlich kleinere Rolle spielt als für ihn und Mara. Statt zu seinen eigenen Lebensumständen zu stehen, erschafft er eine Version seiner selbst, von der er glaubt, dass sie besser in dieses Umfeld passt.
Dabei stellt der Film sein Verhalten nicht als harmlosen Trick dar. Georg betrügt Menschen, die ihm vertrauen. Gleichzeitig macht die Geschichte nachvollziehbar, wie aus dem ursprünglichen Wunsch nach Zugehörigkeit eine immer größere Spirale aus Lügen und Selbsttäuschung entstehen kann.
Regisseurin Ester Amrami inszeniert Georg deshalb als widersprüchliche Figur: Er kann charmant, fürsorglich und unterhaltsam wirken und bleibt trotzdem ein Mann, der andere manipuliert und ihr Vertrauen missbraucht.
ZDF/Pressemitteilung






