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Wo steht Deutschland?

ESC 2026: Wegen Israels Teilnahme – diese Länder steigen aus

Aus Protest gegen Israels Teilnahme ziehen sich gleich mehrere Länder ziehen sich vom ESC 2026 zurück – trotz neuer Regeln der EBU!

Das Logo des ESC in Österreich 2026
Auf welche Länder müssen wir 2026 beim ESC verzichten? Foto: Eurovision Song Contest 2026, EBU

Der Streit um die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest 2026, der nach JJs Sieg in Österreich stattfinden wird, spitzt sich immer weiter zu. Seit Wochen hatte sich abgezeichnet, dass die Entscheidung der EBU – Israel trotz des Gaza-Kriegs nicht auszuschließen – für erheblichen Unmut sorgen würde. Nun folgt die angekündigte Konsequenz: Mehrere Rundfunkanstalten steigen aus dem Wettbewerb aus.

Hintergrund: Verhärtete Fronten und Boykott-Drohungen

Bereits im Vorfeld hatten verschiedene Länder deutlich gemacht, dass sie einen ESC mit Israel kritisch sehen. Sollte KAN (Die israelische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt) erneut antreten, drohten einige Sender offen mit einem Ausstieg.

Die EBU versuchte anschließend, den Konflikt durch umfangreiche Regeländerungen zu entschärfen. Dazu gehören unter anderem:

  • Wiedereinführung der Jurywertung in den Halbfinals

  • Erweiterung der Jurygröße von fünf auf sieben Personen

  • Begrenzung der möglichen Publikumsstimmen pro Person

  • Strengere technische Sicherungen gegen Manipulation

  • Einschränkungen für werbliche Stimmaufrufe

Das Maßnahmenpaket sollte laut EBU „Transparenz und Neutralität der Veranstaltung stärken“ und fand eine deutliche Mehrheit unter den Mitgliedern. Gleichzeitig wurde beschlossen, keine gesonderte Abstimmung über Israels Teilnahme durchzuführen – ein Schritt, der für zusätzliche Spannungen sorgte.

EBU appelliert an Einheit – doch diese Länder steigen aus

Nach der Abstimmung versuchte EBU-Präsidentin Delphine Ernotte Cunci, die Wogen zu glätten. Sie dankte allen „für ihre durchdachten, respektvollen und konstruktiven Beiträge“ und betonte, die Änderungen sorgten dafür, dass der ESC „ein Ort der Einheit und des kulturellen Austauschs bleibt“.

In der Praxis zeigte sich jedoch das Gegenteil: Die Spaltung ist größer denn je. Unmittelbar nach der Entscheidung erklärten mehrere Sender ihren Rückzug aus dem ESC 2026. Ihre im Vorfeld ausgestellten Drohungen setzen sie nun um. Aussteigen wollen:

  • Irland

  • Spanien

  • Niederlande

  • Slowenien

Island kündigte an, in der kommenden Woche über eine Teilnahme zu entscheiden.

Kritik aus Spanien und den Niederlanden

Der spanische Sender RTVE bezeichnete die neuen Maßnahmen als „unzureichend“ und kritisierte, dass die EBU eine separate Abstimmung zu Israel verhindert habe. „Die humanitäre Lage in Gaza und die Nutzung des Wettbewerbsfür politische Zwecke durch Israel machen es immer schwieriger, den Eurovision Song Contest als neutrales kulturelles Ereignis aufrechtzuerhalten“, heißt es in der Erklärung.

Auch der niederländische Sender AVROTROS begründete seinen Rückzug mit klaren Worten: „Das schwere humanitäre Leid im Gazastreifen, die Einschränkungen der Pressefreiheit und die politische Einflussnahme im Zusammenhang mit der letzten Ausgabe des Eurovision Song Contests nicht mit den Werten vereinbar sind, für die wir stehen.“

Ob weitere Länder folgen, bleibt offen. Portugal und Finnland haben inzwischen zugesagt, während Belgien noch berät. Eine finale Teilnehmerliste soll laut EBU noch vor Weihnachten veröffentlicht werden.

Deutschland hält fest am ESC – und ist „hochmotiviert“

Aus Deutschland kommen dagegen klare Signale pro ESC. Der verantwortliche Sender SWR begrüßt die beschlossenen Regeländerungen ausdrücklich und sieht keinen Anlass für eine Abstimmung über einzelne Länder.

Die Absagen anderer Nationen bedaure man, heißt es, doch man respektiere die Entscheidungen. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler betont: „Wir sind hochmotiviert und freuen uns auf den ESC als europäische Bühne für Kultur, Vielfalt und Zusammenhalt. Das deutsche Publikum kann sicher sein, dass wir zum 70. Geburtstag des ESC alles dafür tun, ein spannendes und abwechslungsreiches deutsches Finale auf die Beine zu stellen.“

Mit dem Wechsel der Verantwortung für den deutschen Vorentscheid vom NDR zum SWR will man neue Impulse setzen – auch wenn der ESC 2026 schon jetzt von politischen Spannungen überschattet wird...

Quellen
  • RTVE

  • AVROTOTOS

  • SWR

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