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„Ein Freund, ein Mörder“ auf Netflix: So ging es mit Philip Patrick Westh weiter

Die Netflix-Doku „Ein Freund, ein Mörder“ zeigt, wie ein Täter jahrelang unentdeckt blieb – und wie Freunde erst später erfuhren, wem sie vertraut hatten.

Kiri, Philip Patrick Westh und Bo.
In „Ein Freund, ein Mörder“ kommt vor allem Philip Patrick Wesths Freundeskreis zu Wort. Foto: IMAGO / Ritzau Scanpix / Netflix

Die dreiteilige Netflix-Dokumentation „Ein Freund, ein Mörder“ erzählt die wahre Geschichte von Philip Patrick Westh, der in Dänemark mit mehreren schweren Verbrechen in Verbindung gebracht wurde. Besonders erschütternd: In der Doku berichten Menschen aus seinem Umfeld, dass sie ihn in der Zeit kannten, als er die Taten beging – ohne etwas zu ahnen.

Drei Personen, Amanda, Nichlas und Kiri, schildern, wie sie später erfuhren, dass jemand aus ihrem Freundeskreis der Täter gewesen sein soll. Kiri sagt in Episode 2: „Du denkst, du weißt alles über einen Menschen, und dann stellt sich heraus, dass er jemand anderes ist. Nichts ergibt mehr Sinn … Ich wurde komplett getäuscht.“

Wer war das Opfer – und warum blieb der Fall lange ungelöst?

Laut The Copenhagen Post wurde Philip Patrick Westh wegen des Mordes an einer 17-jährigen namens Emilie Meng angeklagt. Sie verschwand im Juli 2016 in Korsør (Dänemark), ihre Leiche wurde erst sechs Monate später im Dezember 2016 gefunden. In der Dokumentation bleibt Emilies Identität anonym.

Der Fall galt nach dem Mord 2016 zunächst als „cold case“. Erst Jahre später kam Bewegung in die Ermittlungen.

Wie kannten Amanda, Nichlas und Kiri Philip Patrick Westh?

Die Doku zeigt, wie eng Westh in einen Freundeskreis eingebunden war. Besonders Nichlas war ihm sehr nahe: Er war nach eigenen Angaben 15 Jahre lang mit Philip befreundet. In Episode 3 sagt er: „Ich habe mehr Zeit mit Philip verbracht als mit jedem anderen Menschen in meinem Erwachsenenleben.“

Auch Amanda beschreibt, wie sehr sie die spätere Erkenntnis erschütterte. Laut Netflix sagt sie: „Jahrelang hatte ich Angst, dass der Täter noch da draußen ist und ich das nächste Opfer sein könnte. Als ich begriff, dass es einer meiner engsten Freunde war, ist meine Welt zerbrochen.“ Und weiter: „Ich habe erkannt, dass selbst die Menschen, denen du am meisten vertraust, eine dunkle Seite verbergen können – und dass Sicherheit nichts ist, was man immer als selbstverständlich ansehen kann.“

Wie wurde Philip Patrick Westh gefasst?

Westh wurde 2023 gefasst, als er wegen der Entführung eines 13-jährigen Mädchens festgenommen wurde. Laut Manchester Evening News führte die DNA, die in diesem Zusammenhang gesichert wurde, zu weiteren Verbindungen: zur Ermordung von Emilie Meng sowie zur Entführung und versuchten Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens.

In Episode 3 heißt es außerdem, dass die Polizei auf seinem Computer eine „Entführungs-Planungsliste“ fand – mit Namen von Mädchen, deren Alter, Adressen und Busfahrplänen.

Im Prozess behauptete die Staatsanwaltschaft, Westh habe das 13-jährige Mädchen absichtlich mit dem Auto angefahren, als sie mit dem Fahrrad unterwegs war. Anschließend habe er sie nach Korsør gebracht und dort festgehalten.

Was passierte nach der Verurteilung?

Im Juni 2024 wurde Philip Patrick Westh laut The Copenhagen Post in mehreren Punkten schuldig gesprochen. Verurteilt wurde er wegen des Mordes an Emilie Meng sowie wegen der Entführung und versuchten Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens (2022) und wegen der Entführung und Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens (2023).

Er erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Zum Zeitpunkt des Urteils war er 33 Jahre alt.

Amanda beschreibt in Episode 3 ihre Gefühle nach dem Urteil so: „Der Täter, vor dem wir so viele Jahre Angst hatten, wird jetzt endlich zur Verantwortung gezogen.“ Gleichzeitig sagt sie: „Die Erleichterung überwiegt die Trauer nicht. Die Trauer ist zu tief. Das war mein Freund.“

Philip Patrick Westh sitzt nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft im Gefängnis. Am Ende der Doku blendet Netflix ein: „Philip Patrick Westh wurde von seinem Anwalt über die in der Dokumentation geäußerte Kritik informiert. Er hat keine Stellungnahme abgegeben.“

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