Nach „Promi Büßen“-Rauswurf: Eike Immel gesteht Koks-Problem aus Angst vor Haft
Erst flog Eike Immel nach nur zwei Drehtagen bei „Das große Promi-Büßen“ raus, jetzt kämpft der ehemalige Nationaltorwart vor Gericht um seine Freiheit. Im Berufungsverfahren legt er erstmals offen, wofür das ergaunerte Geld nach Angaben seines Anwalts verwendet wurde.

Eigentlich sollte sich Eike Immel (65) 2026 bei „Das große Promi-Büßen“ öffentlich seinen Verfehlungen stellen. Dazu kam es allerdings nur bedingt: Bereits nach zwei Drehtagen musste der ehemalige Fußballstar das Camp verlassen. Wenige Monate später steht für ihn nun eine wesentlich ernstere Aufarbeitung seiner Vergangenheit an.
Vor dem Landgericht Marburg läuft das Berufungsverfahren gegen Immel. Im August 2025 war der frühere Torwart von Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart wegen Betrugs in 107 Fällen zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Nach damaliger Anklage hatte er sich von Bekannten insgesamt 34.340 Euro geliehen, obwohl er das Geld nicht zurückzahlen konnte.
Jetzt will Immel offenbar unbedingt verhindern, tatsächlich ins Gefängnis zu müssen – und legt im Berufungsprozess ein bislang verborgenes Problem offen.
Eike Immel gesteht vor Gericht Kokain-Problem
Sein Verteidiger Burkhard Benecken machte vor Gericht deutlich, dass Immel die Vorwürfe nicht mehr grundsätzlich bestreiten wolle. „Mein Mandant möchte nichts schönreden und bagatellisieren. Er steht dazu, dass er die Geschädigten geprellt hat und ihm klar war, dass er die ermittelten Beträge nicht auch nur ansatzweise zurückzahlen kann“, wird der Anwalt von „Bild“ zitiert.
Dann folgte eine überraschende Erklärung für das verschwundene Geld. „Es ist ihm unangenehm, aber er möchte keinen Hehl daraus machen: Es gab bei Herrn Immel ein Kokainproblem und die Gelder sind ausschließlich da reingeflossen“, erklärte Benecken.
Demnach soll Eike Immels Kokain-Problem bereits 2007 begonnen haben. Schon Jahre zuvor hatte es entsprechende Vorwürfe gegen den ehemaligen Nationalspieler gegeben. In einem früheren Verfahren konnte ihm der Drogenerwerb allerdings nicht nachgewiesen werden.
Eike Immel will Haftstrafe unbedingt verhindern
Warum Immel nun so offen über seine Vergangenheit spricht, macht seine Verteidigung ebenfalls deutlich. Das Ziel des Berufungsverfahrens ist eine Strafe, die nicht im Gefängnis endet. Denkbar wären nach Darstellung des Berichts etwa eine Bewährungsstrafe oder eine Therapie. „Unser Ziel ist, dass der Prozess mit einer Strafe endet, die keine Gefängnisstrafe ist“, erklärte Benecken. Das erste Urteil habe bei seinem Mandanten deutliche Spuren hinterlassen: „Das erste Urteil und die drohende Gefängnisstrafe waren für ihn ein heilsamer Schock. Herr Immel hat große Fehler gemacht, er zeigt Einsicht, er zeigt Reue.“
Auch Immel selbst kündigte vor Beginn der Verhandlung an, nichts mehr grundsätzlich infrage stellen zu wollen. „Wir sind hier, um alles aufzuklären. Wir wollen auch gar nichts anzweifeln“, sagte er gegenüber „Bild“.
„Das große Promi-Büßen“: Eike Immel flog nach zwei Tagen raus
Dass Immel vor Gericht nun Einsicht und Reue zeigen will, dürfte auch deshalb Aufmerksamkeit erregen, weil er eigentlich bereits vor wenigen Monaten im Reality-TV mit seinen Fehltritten konfrontiert werden sollte. Für die fünfte Staffel von „Das große Promi-Büßen“ war der ehemalige Fußballstar als Kandidat vorgesehen.
Die Teilnahme endete jedoch abrupt. Joyn bestätigte im Juni, dass Immel bereits am zweiten Abend der Dreharbeiten aus dem Camp ausgeschlossen wurde. Als Grund nannte der Sender gegenüber „Bild“ „mehrfache Grenzüberschreitungen“.
Laut dem damaligen Bericht soll Immel trotz einer Ermahnung an einem heute als diskriminierend geltenden Begriff festgehalten und außerdem die erste Strophe des Deutschlandliedes zitiert haben. Immel selbst stellte den Vorfall später teilweise anders dar. Er betonte, er sei „kein Rassist und weit weg von rechtem oder diskriminierendem Gedankengut“, und bat um Entschuldigung.
Schon damals verwies sein Anwalt auf die enorme Belastung durch das bevorstehende Berufungsverfahren. Die drohende Haftstrafe habe bei Immel für ein „hohes Stresslevel“ gesorgt.
Eike Immel: Vom Fußballstar zum Bürgergeld-Empfänger
Der Absturz des einstigen Spitzensportlers beschäftigt die Öffentlichkeit schon seit Jahren. Immel war einst ein großer Name im Sport. Er absolvierte 534 Bundesligaspiele, wurde 1980 mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister und gewann 1992 mit dem VfB Stuttgart die Deutsche Meisterschaft. Zu seinen besten Zeiten gehörte er zu den bekanntesten Torhütern Deutschlands.
Nach seiner Karriere geriet er jedoch immer tiefer in finanzielle Schwierigkeiten. 2008 meldete er Privatinsolvenz an. Zuletzt sprach Immel offen darüber, von Bürgergeld zu leben und Schwierigkeiten im Umgang mit Geld zu haben. Inzwischen versucht sich der ehemalige Fußballstar auch im Reality-TV. 2025 nahm er an „Promis unter Palmen“ teil, wo sein Aufenthalt allerdings ebenfalls nicht lange dauerte: Nach Konflikten mit anderen Kandidat:innen musste Immel die Villa bereits in Folge 2 verlassen. Die Dreharbeiten zu „Das große Promi-Büßen“ endeten dann noch heftiger.
Ob sein Geständnis und die nun gezeigte Reue tatsächlich dazu führen, dass Eike Immel einer Gefängnisstrafe entgeht, ist noch offen. Das Berufungsverfahren war zunächst auf zwei Verhandlungstage angesetzt. Nach seinem umfassenden Geständnis könnte es allerdings auch schneller zu einer Entscheidung kommen.








