Dunja Hayali: Diese Antwort zum AfD-Verbot beschäftigt sie
Ein Gespräch über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren beschäftigt Dunja Hayali noch immer. In ihrem neuen „Abwaschvideo“ teilt sie den Gedanken, der sie ins Grübeln bringt.

Nach einer mehrwöchigen Pause meldet sich Dunja Hayali (52) wieder mit ihren „Abwaschvideos“ auf Instagram zurück. Darin spricht die ZDF-Moderatorin regelmäßig über Nachrichten und Fragen, die sie über ihren Arbeitstag hinaus beschäftigen. Am Abend des 30. September 2026 greift sie die öffentliche Anhörung im Thüringer Landtag zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren auf – und erinnert sich an eine Diskussion mit einem der Beteiligten.
Dunja Hayali stellt die Frage: Was, wenn ein AfD-Verbotsverfahren scheitert?
Hayali erzählt, dass die Anhörung zuvor Thema in ihrer Sendung gewesen sei. Mit einem der Redner habe sie „vor einer Weile“ über das mögliches Verfahren diskutiert. Wer ihr Gesprächspartner war, verrät sie im Video nicht. Ihre damalige Frage gibt sie allerdings wieder: „Aber was ist denn, wenn das dann scheitert?“
Die Antwort bleibt ihr im Gedächtnis. Wie Hayali berichtet, verwies ihr Gegenüber zunächst darauf, dass die Gründungsväter und -Mütter des Grundgesetzes das Instrument des Parteiverbots bewusst vorgesehen hätten. Sein zweiter Gedanke: Zu einer Demokratie gehöre es, ergebnisoffen in ein solches Verfahren zu gehen. Wäre der Ausgang schon vorher bekannt, würde das diesem Prinzip widersprechen.
Hayali beendet die Schilderung mit den Worten: „Darüber hab ich dann ne Weile nachgedacht. Sie vielleicht auch? Gute Nacht!“ Eine ausdrückliche Forderung nach einem Verbot formuliert sie in dem Video nicht. Stattdessen gibt sie die Überlegung ihres Gesprächspartners an ihre Zuschauer:innen weiter – ein Hayali-Klassiker, um ihre Fans zum Nachdenken anzuregen.
AfD-Verbotsverfahren: Darum ging es bei der Anhörung in Thüringen
Hintergrund ist eine öffentliche Anhörung des Thüringer Justizausschusses, die am 30. September begann und bis in die Nacht zum 1. Oktober dauerte. Auslöser war ein Antrag der Linke-Fraktion: Die Landesregierung soll sich gegenüber der Bundesregierung und gemeinsam mit anderen Ländern im Bundesrat für die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens einsetzen. Die Anhörung selbst war noch kein solches Verfahren.
Fast zehn Stunden lang kamen Jurist:innen, weitere Fachleute und prominente Beteiligte zu Wort. Mehrere Sachverständige hielten die Voraussetzungen für ein Verfahren für erfüllt, andere widersprachen. Auch Hape Kerkeling sprach im Landtag. Der Entertainer setzte sich für ein Vorgehen gegen die AfD ein und erinnerte dabei an die deutsche Geschichte. Sein Großvater war als politischer Häftling im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert.
Nach der Anhörung bleibt die Thüringer CDU zurückhaltend. Fraktionschef Andreas Bühl kündigte an, die mündlichen Beiträge und schriftlichen Stellungnahmen zunächst auszuwerten. Für seine Fraktion sind eine tragfähige Beweislage und die juristischen Erfolgsaussichten entscheidend. Die SPD in Thüringen unterstützt ein Verbotsverfahren bereits länger; auch Katja Wolf von Thüringen.Gerecht signalisierte Offenheit.
Dunja Hayali freut sich über den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis
Neben der politischen Debatte gibt es für Hayali aktuell auch eine persönliche Nachricht: Sie erhielt gemeinsam mit ZDF-Journalistin Sarah Tacke den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2026. Der Hauptpreis geht zu gleichen Teilen an die beiden Journalistinnen.
Auf Instagram reagierte Hayali begeistert: „Was für eine Ehre! Was für eine krasse Auszeichnung! 1000 Dank an die Jury!“ Zugleich wurde sie persönlich: „Ich wünschte, mein Dad könnte das noch mit erleben.“
Die Anerkennung gilt einer Journalistin, die immer wieder mit Anfeindungen (von rechts) zu kämpfen hat. In ihrer Begründung beschreibt die Preisjury unter anderem die Aggressionen, denen Hayali bei Begegnungen mit Rechtsaußen-Demonstrierenden ausgesetzt ist, sowie jahrelange Hasswellen und Gewaltfantasien gegen sie. Zugleich würdigt sie ihre kritische, gründlich vorbereitete Arbeit im Studio und ihre Fähigkeit, bei Reportagen mit Menschen ins Gespräch zu kommen.







