„Divergent“: Bekommt die unvollständige Filmreihe endlich einen Abschluss?
Autorin Veronica Roth kündigt zwei weitere „Die Bestimmung – Divergent“-Bücher an – in einem alternativen Universum. Was wäre aus Tris geworden, hätte sie eine andere Fraktion gewählt?
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Fünfzehn Jahre nach dem Start der dystopischen Bestseller-Reihe sorgt Veronica Roth für ein Comeback, das Fans elektrisiert: Die „Divergent“-Autorin kehrt mit zwei neuen Romanen in ihre Welt zurück – und eröffnet ein „alternatives Universum“. Doch was bedeutet das für die unvollständige Filmreihe? Gibt es endlich Hoffnung auf einen Abschluss?
Veronica Roth kündigt neue „Divergent“-Duologie an
Auf der BookCon in New York City überraschte Veronica Roth ihre Fans mit einer großen Ankündigung: Sie hat eine neue Begleit-Duologie geschrieben, die im „Divergent“-Kosmos angesiedelt ist – allerdings in einem alternativen Universum.
Wie Deadline berichtete stellte Roth im Gespräch mit USA Today klar: „Kein Prequel, keine Fortsetzung, kein Spin-off, keine andere Perspektive, sondern ein alternatives Universum von ‚Divergent‘, in dem Tris sich für eine andere Fraktion entscheidet.“ Eine zentrale Frage habe sie dabei besonders gereizt: „Wer ist Tris ohne Dauntless?“ Zur Erinnerung: In den deutschen Büchern heißt die Fraktion „Dauntless“ Ferox.

Worum geht es in „The Sixth Faction“?
Der erste Band der neuen Duologie trägt den Titel „The Sixth Faction“ (wörtlich übersetzt: „Die sechste Fraktion“) und erscheint am 6. Oktober. Obwohl das Buch eigenständig gelesen werden kann, richtet es sich auch klar an langjährige Fans.
Im alternativen Szenario trifft Tris bei der Wahlzeremonie eine andere Entscheidung, was ihren Weg dramatisch verändert. Statt bei Ferox (Dauntless) zu landen, wird sie in eine Untergrundrebellion hineingezogen. Dort begegnet sie erneut Tobias „Four“ Eaton – ihrer großen Liebe aus der ursprünglichen Trilogie, der in den Filmen von Theo James gespielt wurde.
Roth verriet: „Ich freue mich darauf, dass die bestehenden Fans sehen, wie sich Altes und Neues miteinander verflechten.“ Und weiter: „Man könnte meinen, dass bestimmte Dinge nicht passieren würden, weil sie sich für eine andere Fraktion entscheidet, aber sie findet doch ihren Weg zu denselben Menschen. Zu sehen, wie das geschieht, ist ein wirklich spannender Teil der Geschichte.“
Rückblick: Das „Divergent“-Phänomen
Die Originaltrilogie bestand aus den drei Büchern: „Die Bestimmung“ („Divergent“, 2011), „Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit“ („Insurgent“, 2012) und „Die Bestimmung – Letzte Entscheidung“ („Allegiant“, 2013).
Im Mittelpunkt steht Tris Prior, die in einem postapokalyptischen Chicago lebt, in dem die Gesellschaft in fünf Fraktionen aufgeteilt ist. Als sie erfährt, dass sie „divergent“ ist – also keiner einzelnen Fraktion eindeutig zugeordnet werden kann – gerät sie in Lebensgefahr. Ein Krieg zwischen den Fraktionen bahnt sich an.

Die Kino-Adaptionen mit Shailene Woodley als Tris erschienen zwischen 2014 und 2016:
„Die Bestimmung - Divergent“ (2014)
„Die Bestimmung: Insurgent“ (2015)
„Die Bestimmung - Allegiant“ (2016)
Wie es zu der Zeit bei Buchverfilmungen häufig üblich war, teilten die Filmemacher:innen die Handlung des dritten Buchs auf, um daraus zwei Filme zu machen. „Die Twilight Saga – Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 1“ und „Die Twilight Saga – Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 2“ oder „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“ und „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ sind nur einige der Beispiele, bei denen dieses Konzept großen Erfolg hatte.
Bei der „Divergent“-Filmreihe ging der Clou allerdings nicht auf. „Die Bestimmung – Allegiant“ spielte nicht genug Geld ein, um den letzten Film auch noch zu produzieren. Der geplante vierte Film mit dem Titel „Ascendant“ wurde somit nie realisiert. Und so endete die Handlung der Filmreihe quasi mitten im dritten Buch. Das Franchise blieb filmisch unvollendet – sehr zum Frust der Fangemeinde.
Kommt jetzt doch noch ein Filmabschluss?
Aktuell gibt es keine offizielle Ankündigung zu einer neuen Verfilmung der alternativen Duologie. Dennoch sorgt Roths Rückkehr ins „Divergent“-Universum für neue Aufmerksamkeit rund um das Franchise.
Für Studios könnten sich dadurch neue Chancen ergeben: Ein Reboot mit neuer Besetzung, eine Streaming-Serie oder eine direkte Adaption des alternativen Universums. Gerade Streaming-Plattformen setzen zunehmend auf etablierte Young-Adult-Marken mit treuer Fanbasis. Dass „Divergent“ noch immer starke Wiedererkennungswerte besitzt, dürfte unbestritten sein.

Warum das alternative Universum clever ist
Statt die bestehende Geschichte fortzusetzen oder umzuschreiben, wählt Roth einen narrativ eleganten Weg: Sie eröffnet ein alternatives Szenario. Dadurch bleiben die ursprünglichen Ereignisse unangetastet – und gleichzeitig entsteht kreativer Spielraum.
Die Frage „Wer ist Tris ohne Ferox?“ trifft den Kern der Reihe: Identität, Wahlfreiheit und Selbstbestimmung. Genau diese Themen machten „Divergent“ einst zu einem weltweiten Bestseller.
Ob die Filmreihe tatsächlich einen Abschluss bekommt, bleibt offen. Doch eines ist klar: Mit „The Sixth Faction“ haucht Veronica Roth ihrem dystopischen Universum neues Leben ein. Für Fans bedeutet das nicht nur nostalgische Rückkehr, sondern eine völlig neue Perspektive auf bekannte Figuren.










