„Der Zürich-Krimi: Borchert und die dunklen Schatten“: Düsterer ARD-Krimi am Samstagabend
Das Erste zeigt „Der Zürich-Krimi: Borchert und die dunklen Schatten“ als Wiederholung. Alle Infos zu Handlung, Sendezeit und Mediathek.

Am Samstagabend wird es im Ersten wieder kriminell: Um 20.15 Uhr zeigt die ARD „Der Zürich-Krimi: Borchert und die dunklen Schatten“. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine neue Episode. Der Film stammt aus dem Jahr 2022 und feierte am 22. September 2022 seine Erstausstrahlung.
Für Krimi-Fans lohnt sich die Wiederholung trotzdem. Der Fall beginnt mit einem schweren Verkehrsunfall, entwickelt sich aber schnell zu einem undurchsichtigen Verbrechen, bei dem Thomas Borchert einmal mehr seinem Instinkt folgen muss.
„Der Zürich-Krimi“ am Samstag: Darum geht es in „Borchert und die dunklen Schatten“
Im Mittelpunkt steht die junge Jugendpsychologin Julia Egger. Nach einem heftigen Streit mit ihrer Mutter setzt sie sich aufgewühlt ans Steuer – wenig später kommt es zu einem schweren Unfall. Ein Mann wird dabei lebensgefährlich verletzt, Julia fährt davon.
Ihre Erklärung klingt zunächst wenig überzeugend: Sie behauptet, von einem dunklen SUV bedrängt und absichtlich von der Straße abgedrängt worden zu sein. Dass Julia eine Vorgeschichte mit Alkohol am Steuer hat, macht die Sache für sie nicht leichter. Schnell steht sie unter Verdacht.
Auch Thomas Borchert und seine Kollegin Dominique Kuster sehen anfangs kaum Anhaltspunkte, die ihre Mandantin entlasten könnten. Doch dann wird Julia nach ihrer Freilassung auf Kaution bei einem Brand in ihrer Wohnung schwer verletzt. Plötzlich wirkt der angebliche Unfall wie der Auftakt zu etwas viel Größerem.
Christian Kohlund als Borchert: Ein Anwalt ohne Lizenz, aber mit Instinkt
Christian Kohlund kehrt in „Borchert und die dunklen Schatten“ als Thomas Borchert zurück – ein Anwalt ohne Lizenz, aber mit scharfem Verstand und viel Gespür für Zwischentöne. Gerade als fast niemand mehr an Julias Version glaubt, beginnt Borchert, genauer hinzusehen.
Als er Hinweise auf manipulierte Pralinen und einen sabotierten Rauchmelder entdeckt, ist klar: Hier geht es nicht nur um einen Verkehrsunfall. Borchert stößt auf einen möglichen Mordversuch – und auf eine Spur, die tief in Julias Familie führt.
Der Reiz der Reihe liegt auch diesmal in ihrer Hauptfigur. Borchert ist kein lauter Ermittler, sondern ein Beobachter. Er hört zu, kombiniert und vertraut auf seine Intuition – selbst dann, wenn die Fakten scheinbar gegen seine Mandantin sprechen.
ARD-Krimi von 2022: Schuld, Trauma und ein dunkles Familiengeheimnis
Je tiefer Borchert in den Fall eintaucht, desto deutlicher wird: Julias Familie verbirgt mehr, als sie zugibt. Ihre Mutter wirkt kühl und kontrolliert, ihr Vater ist vor allem mit seiner Karriere beschäftigt. Nur Julias Schwester Mavi hält zu ihr und bittet Borchert, weiter nach der Wahrheit zu suchen.
Nach und nach legt der ARD-Krimi ein Netz aus Schuld, Schweigen, Trauma und Vertuschung frei. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wer Julia nach dem Leben trachtet, sondern auch darum, welche Schatten aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart reichen.
Besonders eindrucksvoll spielt Anna Herrmann die Rolle der Julia Egger. Als trockene Alkoholikerin kämpft sie nicht nur um ihre Gesundheit, sondern auch um ihre Glaubwürdigkeit. Genau das macht den Fall so bitter: Julia sagt womöglich die Wahrheit – doch wegen ihrer Vergangenheit will ihr kaum jemand glauben.
Lohnt sich „Borchert und die dunklen Schatten“?
Ja, vor allem für Fans klassischer ARD-Krimis mit psychologischer Spannung. „Der Zürich-Krimi: Borchert und die dunklen Schatten“ setzt laut verschiedener Kritiker:innen weniger auf Action als auf eine dichte Atmosphäre, familiäre Abgründe und einen Fall, der sich erst nach und nach in seiner ganzen Tragweite zeigt.
Dass die ARD aktuell eine Wiederholung aus dem Jahr 2022 zeigt, dürfte eingefleischte Fans dennoch nicht stören. Im Gegenteil: Die Reihe bleibt ein verlässlicher Krimi-Baustein im Ersten, neue Fälle mit Christian Kohlund als Thomas Borchert sind bereits geplant. Bis dahin überbrückt die ARD die Wartezeit mit bewährten Wiederholungen.
Regisseur Roland Suso Richter inszeniert die 16. Folge als ruhigen, aber intensiven Krimi über Schuld, Aufarbeitung und verdrängte Traumata. Wer Krimis mag, in denen nicht nur die Tätersuche zählt, sondern auch die seelischen Abgründe der Figuren, ist hier genau richtig.
Sendetermin, Sendezeit und ARD Mediathek
Krimi-Fans können am Samstag, 20. Juni, um 20.15 Uhr im Ersten einschalten. Dann zeigt die ARD „Der Zürich-Krimi: Borchert und die dunklen Schatten“ zur besten Sendezeit.
Wer den Film am Samstagabend verpasst oder lieber online schaut, kann „Borchert und die dunklen Schatten“ bereits in der ARD Mediathek streamen.






