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„Der Salzburg-Krimi“ in der ARD: Darum ist die Reihe gar nicht neu – und das erwartet euch heute

„Der Salzburg-Krimi“ startet in der ARD – doch die Filme sind keine echte Premiere. Was hinter der vermeintlich neuen Reihe steckt, worum es in „Tod am Wolfgangsee“ geht und warum das Duo Fritz Karl und Lisa Schützenberger überzeugt.

Hauptkommissarin Anna Grünwald (Lisa Schützenberger, li.) und ihr Kollege Kevin Ganslinger (Franz Josef Danner) ziehen den Kriminalpsychologen Thomas Meiberger (Fritz Karl) zu Rate.
Hauptkommissarin Anna Grünwald (Lisa Schützenberger, li.), ihr Kollege Kevin Ganslinger (Franz Josef Danner) und der Kriminalpsychologe Thomas Meiberger (Fritz Karl). Foto: ARD Degeto Film/Mona Film/Tivoli Film/Victoria Herbig

Auf den ersten Blick klang es nach einer TV-Premiere: Die ARD kündigte eine neue Krimireihe mit dem Titel „Der Salzburg-Krimi“ an. Gedreht in Österreich, düster inszeniert, prominent besetzt, und doch ist die Reihe streng genommen gar nicht neu. Tatsächlich handelt es sich um die ServusTV-Produktion „Meiberger – Im Kopf des Täters“, die nun unter neuem Titel im Ersten läuft.

Die beiden Filme, die heute (26. Februar) und am 5. März jeweils um 20:15 Uhr ausgestrahlt werden, waren bereits im November beim österreichischen Sender ServusTV zu sehen – dort unter den Titeln „Meiberger – Tod am See“ und „Meiberger – Marionettenmörder“. Laut ServusTV-Pressestelle ist das Format eine „Koproduktion von Monafilm und Tivolifilm in Zusammenarbeit mit ServusTV und ARD Degeto für die ARD“. Für das deutsche Publikum ist es also neu – für Krimi-Fans in Österreich nicht.

Darum geht es in „Tod am Wolfgangsee“

Der Auftaktfilm, der in der ARD als „Tod am Wolfgangsee“ läuft, beginnt mit einem verstörenden Bild: Am Mast eines Segelboots hängt ein junger Mann kopfüber gekreuzigt – inszeniert wie ein religiöses Ritual. Schnell wird klar, dass der Fall politisch brisant ist: Das Opfer ist der Sohn eines einflussreichen Landtagsabgeordneten.

Ermittlerin Anna Grünwald (Lisa Schützenberger) übernimmt den Fall – doch der Vater des Opfers sorgt dafür, dass auch der renommierte Kriminalpsychologe Thomas Meiberger (Fritz Karl) hinzugezogen wird. Dass Meiberger der Kommissarin gedanklich häufig einen Schritt voraus ist, sorgt für Spannungen. Als der Politiker Grünwalds Kompetenz infrage stellt, stellt sie klar: „Der Herr Meiberger leitet nicht die Ermittlungen, das mache ich.“

Die Spur führt an die Universität, denn das Opfer war Medizinstudent. Dort trifft Meiberger auf Dekanin Andrea Breuer (Anna Loos), zu der er eine persönliche Beziehung hat. Gleichzeitig gerät Professor Rost (Peter Lohmeyer) in den Fokus – nicht zuletzt wegen religiös inspirierter Motive, die sich bei weiteren Morden wiederholen. Doch so eindeutig, wie es scheint, ist der Fall nicht. Die Wahrheit liegt tief in der Vergangenheit.

Fritz Karl über seine Rolle als Meiberger

Fritz Karl verkörpert den forensischen Psychologen mit analytischer Schärfe und einer Portion Exzentrik. Im ARD-Interview beschreibt er die Figur so: „Meibergers besondere Stärke ist die Kombination aus sorgfältiger Beobachtung, präziser Analyse und seiner Fähigkeit, sein Gegenüber aus der Reserve zu locken. Manchmal nutzt er sogar kleine Zaubertricks, um Menschen zu irritieren oder aus dem Konzept zu bringen.“

Das Geheimnis seiner Figur sei, sich intensiv in die Gedankenwelt des Täters hineinzuversetzen. Eine Parallele zwischen sich und Meiberger sieht Karl ebenfalls: „Meiberger liebt, was er tut – genauso geht es mir. Wenn ich an etwas arbeite, bin ich extrem fokussiert, manchmal zum Leidwesen meiner Umgebung.“ Anders als seine Figur sei er jedoch ein ausgesprochener Familienmensch.

Tatsächlich blickt Karl auf eine lange Karriere zurück: Bekannt wurde er unter anderem durch die Serie „Julia – eine ungewöhnliche Frau“, spielte in Filmen wie „Wer früher stirbt, ist länger tot“ und übernahm 2018 die Titelrolle in der ARD-Serie „Falk“. Privat lebt er mit Schauspielerin Elena Uhlig und ihrer Patchwork-Familie in München.

Lisa Schützenberger: Frischer Gegenpol zu Meiberger

Neu an der ARD-Version ist vor allem die stärkere Präsenz von Lisa Schützenberger als Hauptkommissarin Anna Grünwald. Die ausgebildete Schauspielerin studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und war Ensemblemitglied am Staatstheater Cottbus. 2017 wurde sie von „Theater heute“ als Nachwuchsschauspielerin des Jahres nominiert, 2018 erhielt sie den Max-Grünebaum-Preis.

Im Fernsehen war sie unter anderem im ORF-Landkrimi „Der Schutzengel“ sowie in „SOKO Linz“ zu sehen. Als Anna Grünwald bringt sie Selbstbewusstsein und klare Haltung in die Ermittlungen und setzt sich gegen Meibergers Alleingänge immer wieder zur Wehr. Gerade diese Reibung macht den Reiz des Duos aus.

Warum sich der ARD-Krimi dennoch lohnt

Auch wenn „Der Salzburg-Krimi“ keine echte Neuentwicklung ist, überzeugt die Reihe durch ihre düstere Atmosphäre, die bildstarke Inszenierung von Regisseur Till Franzen und das spannende Zusammenspiel der Hauptfiguren. Die Geschichte entfaltet sich auf verschiedenen Zeitebenen und verzichtet weitgehend auf touristische Salzburg-Klischees.

„Der Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee“ läuft heute um 20:15 Uhr in der ARD. Der zweite Film „Am seidenen Faden“ folgt am 5. März. Alternativ können die Filme auch in der ARD-Mediathek gestreamt werden.

Quellen