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„Delicious“-Ende erklärt: Was wird aus den Kindern Alba und Philipp?

Der neue Film „Delicious“ sorgt auf Netflix gerade für jede Menge Aufmerksamkeit – und Empörung. Der Schluss bleibt offen. Wir erklären ihn euch!

Miveck Packa als Prince, Nina Zem als Estelle, Carla Díaz als Teodora, Julien de Saint Jean als Lucien and Tom Rey als Bojan
Die Kannibalen-Truppe konfrontiert Vater John am Ende von „Delicious“ (Miveck Packa als Prince, Nina Zem als Estelle, Carla Díaz als Teodora, Julien de Saint Jean als Lucien and Tom Rey als Bojan). Foto: Netflix

Wer den Netflix-Film „Delicious“ einschaltet, rechnet wohl mit vielem – aber nicht mit dem Plot-Twist, der sich kurz vorm Ende einstellt. Auf die falsche Fährte werden die Zuschauerinnen und Zuschauer wohl auch durch die Besetzung geleitet, denn Hauptdarsteller Fahri Yardim machte sich in der Vergangenheit vor allem durch Quatsch- und Spaß-Formate wie „Jerks.“ einen Namen.

Wer „Delicious“ einschaltet, wird aber schnell merken: Bei dem Film handelt es sich keineswegs um eine Komödie. Stattdessen präsentiert er eine düstere Satire auf soziale Ungerechtigkeit und Klassenunterschiede, die in einem schockierenden Finale gipfelt. Der Film reiht sich in das „Eat the Rich“-Genre ein, in dem auch Werke wie „Parasite“ oder „The Menu“ verortet werden können, und beleuchtet den Konflikt zwischen der wohlhabenden Oberschicht und der benachteiligten Unterschicht.​

Im Verlauf des Films kommt es für die Zuschauerinnen und Zuschauer allerdings zu einigen Ungereimtheiten, die wir an dieser Stelle aufklären wollen, bevor wir auf das Ende eingehen!

„Delicious“: Handlung und Motivationen der Kannibalen

Delicious Nele Mueller Stöfen
Fahri Cardim als John, Valerie Pachner als Esther und Naila Schuberth als Alba. Foto: Netflix

Im Zentrum der Geschichte steht eine wohlhabende Familie, bestehend aus John, Esther und ihren Kindern Philipp und Alba, die ihren Urlaub in einem luxuriösen Ferienhaus verbringt. Während ihrer Anreise werden sie Zeugen von Protesten gegen soziale Ungerechtigkeit, die sie jedoch kaum tangieren. Nur die Kinder sind aufgebracht, werden von den Eltern jedoch fälschlicherweise mit den Worten „Die interessieren sich doch gar nicht für uns“ beschwichtigt. Und ob sie das tun …

Besetzung:

  • John: Fahri Yardim​
  • Esther: Valerie Pachner​
  • Philipp: Caspar Hoffmann​
  • Alba: Naila Schuberth​
  • Teodora: Carla Diaz

Kurz darauf begegnet die Familie der jungen Teodora, die vorgibt, von Vater John angefahren und am Arm verletzt worden zu sein, um Zugang zu ihrem Leben zu erhalten. Schnell wird klar: Teodora und ihre Freunde, die als Vertreter der Unterschicht agieren, nutzen diese Gelegenheit, um sich an der wohlhabenden Familie zu rächen. Ihre Motivation entspringt dem Wunsch, die Reichen buchstäblich zu „essen“ und somit ein Zeichen gegen die soziale Ungerechtigkeit zu setzen.

Der „Eat the Rich“-Aspekt

Der Film greift also das Konzept des „Eat the Rich“ auf, ein Ausdruck, der auf den Philosophen Jean-Jacques Rousseau zurückgeht: „Wenn die Menschen nichts mehr zu essen haben, werden sie die Reichen essen.“ Diese Metapher wird im Film wörtlich umgesetzt, indem die Kannibalen die wohlhabenden Charaktere verspeisen, um ihre Unzufriedenheit mit der sozialen Ungleichheit zum Ausdruck zu bringen. ​

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Esthers unbewusster Verzehr von Menschenfleisch

Den ersten Hinweis darauf, dass Fleisch in diesem Film eine besondere Rolle spielt, gibt es, als sich Teodora beim Kochen rohe Fleischstücke in den Mund schiebt.

Delicious: Carla Díaz als Teodora und Naila Schuberth als Alba
Carla Díaz als Teodora und Naila Schuberth als Alba: Kochstunde für eine kleine Nachwuchs-Kannibalin? Foto: Netflix

Auch der Kannibalismus wird schon früher angedeutet, als vielen bewusst ist, denn eine besonders verstörende Szene zeigt Esther am Strand, wo sie nach einem Bad mit der Clique ihres neuen Hausmädchens am Feuer sitzt und unwissentlich Menschenfleisch isst. Diese Szene unterstreicht die Ignoranz und Abgehobenheit der Oberschicht gegenüber den Konsequenzen ihres Handelns und verstärkt die Kritik an der sozialen Ungerechtigkeit. ​

Später findet Esther haufenweise eingeschweißtes Fleisch im Kühlschrank ihres jungen, französischen Lovers Lucien. Das Publikum weiß hier schon, was die IT-Businessfrau später schmerzlich am eigenen Leib erfahren muss: Es handelt sich offenbar um die (Über)Reste der zuvor am Strand verschwundenen Amber.

Weitere Cast-Mitglieder:

  • Lucien: Julien De Saint Jean
  • Amber: Melodie Casta
  • Cora: Sina Martens
  • Aki: Johann von Bülow
  • Prince: Miveck Packa
  • Erik: Joep Paddenburg
  • Estelle: Nina Zem
  • Bojan: Tom Rey

Schicksale der Charaktere: Wer stirbt, wer überlebt und warum

Im Verlauf des Films fallen sowohl John als auch Esther den Kannibalen zum Opfer. Esther wird bei einer Party von den Gästen aufgefressen, nachdem sie durchschaut hatte, dass etwas nicht stimmt. Dort wird auch klar: Offenbar beteiligen sich fast alle oder zumindest sehr viele der unterprivilegierten Personen aus der Region an der „Eat-the-rich-Aktion“ …

Sohn Philipp wurde offenbar verschont, weil er bei einem Abendessen mit Freunden als einziger Verständnis für die Demonstranten gezeigt hatte und die bestehenden sozialen Ungleichheiten thematisiert hatte. Um ihn zu verschonen, schickte ihn Teodore weg, bevor sie gemeinsam mit ihren Freunden seine Eltern tötete. Als er zurückkehrt, entdeckt er im verlassenen Ferienhaus ein Stück Fleisch, das er in der Mikrowelle erwärmt und isst. Dabei beißt er auf einen Ring, den sein Vater John getragen hatte, und realisiert entsetzt, dass er unwissentlich das Fleisch seines eigenen Vaters verzehrt hat.

Valerie Pachner blutverschmiert als Esther im Film Delicious
Esther IValerie Pachner) erwartet in „Delicious“ ein böses Erwachen der etwas anderen Art. Foto: Netflix

Tochter Alba wird von Teodora und ihrer Clique mitgenommen. In der letzten Szene des Films sieht man sie mit Teodora auf einem Motorrad. Alba hatte zuvor versucht, ihre Eltern vor den Diebstählen der Haushaltshilfe zu warnen, wurde jedoch ignoriert. Teodora gewann nach und nach Albas Vertrauen, sodass diese schließlich freiwillig mit der Gruppe mitging. ​Darauf deutet zumindest hin, dass Philipp sie vorher schlafend in Teodoras Arm am Pool vorfindet, nachdem Vater John bereits getötet wurde.

Ob Alba fortan wirklich Teil der Kannibalen-Truppe wird, oder doch vielleicht früher oder später als leichte Zwischenmahlzeit herhalten muss, bleibt offen.

Familiäre Konflikte und Vernachlässigung der Kinder

Warum wurden die Kinder verschont? Philipp ist, wie bereits erwähnt, der einzige, der Kapitalismus und soziale Ungerechtigkeiten im Verlauf des Films als Probleme begannt, was die Ignoranz der Erwachsenen gegenüber diesen Themen verdeutlicht.

Alba wiederum war offenbar enttäuscht von ihren Eltern, da sie ihr keinen Glauben schenkten und ihr wenig Aufmerksamkeit widmete, insbesondere, als sie versuchte, Esther vor Teodora zu warnen. ​Die Feuerzeugspielereien und das Aufsagen der französischen Schimpfwörter symbolisierten wohl schon vorab den Übertritt in eine andere Schicht.

Die Auswirkungen der kapitalistischen Einstellung der Mutter auf die Kinder

Die Mutter, Esther, verkörpert im Film eine strikte kapitalistische Haltung, die sich auch negativ auf ihre Kinder auswirkt. So verbietet sie ihnen beispielsweise, krank zu werden. Warum? Kranksein ist unproduktiv und hält vom Arbeiten ab. Schwäche hat in der Familie keinen Platz. Diese Einstellung führte zu einem emotionalen Abstand zwischen den Familienmitgliedern und trägt zur Entfremdung der Kinder bei.

Was will uns „Delicious“ also sagen?

„Delicious“ nutzt das Horrorgenre, um eine bissige Kritik an der sozialen Ungerechtigkeit und der Ignoranz der Oberschicht zu üben. Durch die drastische Darstellung von Kannibalismus als Metapher für den Klassenkampf wird die Kluft zwischen den sozialen Schichten schonungslos offengelegt. Das schockierende Ende dient als Warnung vor den Konsequenzen einer Gesellschaft, die die Bedürfnisse der weniger Privilegierten ignoriert.​

Bereits seit dem 7. März 2025 und noch für unbestimmte Zeit könnt ihr „Delicious“ auf Netflix streamen!

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