Darum solltest du „Avengers: Endgame“ heute NICHT auf ProSieben sehen
„Avengers: Endgame“ sollte man auf jeden Fall (noch) einmal gesehen haben, bevor „Doomsday“ in den Kinos startet. Doch die Free-TV-Ausstrahlung auf ProSieben ist dafür nicht der beste Weg …

Am heutigen Samstag zeigt ProSieben um 20:15 Uhr „Avengers: Endgame“. Grundsätzlich haben wir es hier natürlich mit einem Marvel-Highlight zu tun, das im Free-TV aber vor allem unter den Werbepausen leidet. Da der dreistündige Film um 23:40 Uhr endet, entsteht zunächst der Eindruck, dass man es hier „nur“ mit 25 Minuten Werbung zu tun hat, für einen Film dieser Länge ein guter Wert.
Doch man muss bedenken, dass „Avengers: Endgame“ nur im Kino, auf Blu-ray oder im Stream bei Disney+ 182 Minuten dauert. Durch den Umstand, dass Filme im deutschen Fernsehen mit 25 Bildern in der Sekunde laufen (statt der üblichen 24 Bilder) und ProSieben den umfangreichen Abspann wegschneidet, dauert „Endgame“ auf ProSieben plötzlich nur noch 162 Minuten - also 20 Minuten weniger, dafür aber mit 20 Minuten an zusätzlicher Werbung.
Doch Werbepausen sind im Free-TV natürlich kein neues Ärgernis und für einen Großteil des Publikums auch zu verschmerzen. Doch noch ein anderer, aktuellerer Grund spricht dagegen, sich „Endgame“ heute auf ProSieben anzusehen. Es handelt sich nämlich schon bald nicht mehr um die beste Fassung des Films!
„Avengers: Endgame Extended“: Das ist neu
Dass Blockbuster Jahre später erneut ins Kino kommen, ist längst keine Seltenheit mehr. Meist bleibt es allerdings bei einer technisch verbesserten Version. Bei „Avengers: Endgame“ geht Disney nun einen anderen Weg. Die Neuauflage erhält nicht nur einen neuen Namen, sondern auch komplett neue Szenen und zusätzliches Material, das direkt auf „Avengers: Doomsday“ vorbereitet.
Die Wiederaufführung trägt künftig den Titel „Avengers: Endgame Extended“ und startet am 24. September in den Kinos.
Doch Fans bekommen nicht einfach denselben Film noch einmal zu sehen. Disney bestätigt gleich mehrere Neuerungen:
einen exklusiv produzierten Vorspann,
bislang unveröffentlichtes Filmmaterial,
sowie eine zusätzliche Endsequenz, die ausschließlich in IMAX- und Infinity-Vision-Kinos gezeigt wird.
Vor allem die neue Schlussszene dürfte MCU-Fans neugierig machen, denn sie soll erstmals konkrete Verbindungen zum kommenden „Avengers: Doomsday“ herstellen.
Darüber hinaus erhält die Wiederaufführung einen weiteren besonderen Stellenwert. „Avengers: Endgame Extended“ ist der erste Film, der in Disneys neuem Infinity-Vision-Format gezeigt wird. Dabei handelt es sich um eine neue Zertifizierung für Premium-Kinosäle, die besonders große Leinwände, eine höhere Bildqualität und ein noch immersiveres Kinoerlebnis bieten sollen.
Warum verändert Marvel ausgerechnet „Endgame“?
Bereits im Frühjahr hatte Regisseur Joe Russo erklärt, dass die Neuauflage deutlich mehr sein soll als nostalgisches Fanservice.
Stattdessen versteht Marvel den Film als eine Art Bindeglied zwischen zwei Avengers-Epochen.
Demnach enthält die neue Fassung Szenen, die direkt in die Handlung von „Avengers: Doomsday“ hineinführen. Russo bezeichnete die Wiederveröffentlichung sogar als eine „essenzielle Begleitgeschichte“, die den Übergang zum nächsten Avengers-Film vorbereiten soll.
Damit verändert sich auch die Rolle von „Endgame“. Der Film dient künftig nicht mehr ausschließlich als Abschluss der Infinity-Saga, sondern gleichzeitig als Auftakt für die nächste große MCU-Geschichte.
Robert Downey Jr. spielt plötzlich die Gegenseite
Besonders spannend ist diese Verbindung wegen einer Personalie.
Während Robert Downey Jr. in „Avengers: Endgame“ noch als Tony Stark beziehungsweise Iron Man sein Opfer bringt, kehrt er in „Avengers: Doomsday“ überraschend als Victor von Doom (Doctor Doom) zurück.
Marvel setzt dabei bewusst auf das Multiversum. Kevin Feige erklärte bereits, dass Robert Downey Jr. zunächst den ikonischsten Helden des MCU verkörperte und nun den wohl bekanntesten Schurken spielen soll.
Die neue „Endgame“-Version könnte erstmals Hinweise liefern, wie Marvel diesen Rollenwechsel erklären möchte.
Ist „Avengers: Endgame Encore“ Pflicht für Marvel-Fans?
Offiziell hat Marvel das zwar nicht bestätigt, die Aussagen der Russo-Brüder sprechen jedoch eine deutliche Sprache.
Wer „Avengers: Doomsday“ vollständig verstehen möchte, dürfte von den zusätzlichen Szenen profitieren. Gerade die neue Endsequenz könnte Informationen liefern, die später im Kinofilm wieder aufgegriffen werden.
Gleichzeitig dürfte Disney mit der Neuauflage auch einen wirtschaftlichen Nebeneffekt verfolgen. Bereits jetzt ist „Avengers: Endgame“ der zweiterfolgreichste Film aller Zeiten. Durch die Wiederaufführung könnte der Marvel-Blockbuster erneut genügend Einnahmen erzielen, um den Kampf um Platz eins der ewigen Kinocharts wieder aufzunehmen.
Fest steht bereits jetzt: „Avengers: Endgame Extended“ ist weit mehr als ein gewöhnliches Re-Release. Marvel verändert den erfolgreichsten Film des MCU nachträglich – und macht ihn gleichzeitig zum ersten Kapitel der nächsten Avengers-Saga.
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