Rex Gildo: Die letzten Sekunden vor seinem Tod
Er wäre in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden. Doch Schlagerstar Rex Gildo nahm sich das Leben. Jetzt packt sein Freund über die letzten Sekunden aus...

Für seine Fans war es ein Schock: 1999 nahm sich Schlagerstar Rex Gildo das Leben. Er sprang in seiner Wohnung im zweiten Stock aus dem Fenster. Es war das dramatische Ende einer Karriere, die glänzend begann und dann langsam immer weiter nach unten abglitt.
Ausnahmezustand nach einem letzten Auftritt
Kurz vor seinem Selbstmord hatte der Sänger, der früher Millionen begeisterte, in einem Möbelhaus gesungen. Doch dabei lief fast alles schief. Musik und Playback fielen aus, Rex Gildo, damals 63 Jahre alt, hatte einen Schwächeanfall. Danach war er einem emotionalen Ausnahmezustand. Denn noch etwas belastete den Sänger: Er war homosexuell, hatte seit zehn Jahren einen Lebensgefährten – doch das durfte niemand wissen.
Jetzt hat sein ehemaliger Lebensgefährte Dave Klingeberg (52) ein Buch geschrieben. Darin beschreibt er auch die letzten Sekunden im Leben von Rex Gildo. An dem Tag kam er mit zwei Sanitätern in die Wohnung, weil er sich Sorgen um seinen Partner machte. Rex Gildo war im Badezimmer. „Ich riss die Tür auf. Da saß er, im Fensterrahmen, der Blick schon woanders. Ich griff mit beiden Händen nach ihm. Ich berührte ihn. Kaum eine Sekunde. Dann war er weg. Es war zu spät“, so Klingeberg in dem Buch.
„Ein Jammern, das nicht aufhören wollte“
Und er beschreibt schonungslos den Moment: „Der Aufschlag kam von unten herauf, hart, dumpf, endgültig. Ein Schrei. Ein Stöhnen. Ein Jammern, das nicht aufhören wollte. Die zwei Sanitäter schauten sofort aus dem Fenster und rannten nach unten. Ich brach vor der Badewanne zusammen und schrie.“ Während die Sanitäter um das Leben von Rex Gildo kämpften, rückte die Polizei an. Und die Beamten nahmen Dave Klingeberg mit aufs Revier, wollten alles ganz genau wissen.
„Das Verhör ging geraume Zeit, und ich musste mich vor den fremden Kriminalbeamten outen“, so Klingeberg in seinem Buch „Die Wahrheit hinter der Lüge – mein Weg“. „Heute ist mir das egal. Damals war es mir peinlich. Ich musste alles auspacken. Ich musste gestehen, dass wir eine Beziehung hatten. Ich musste den ganzen Vorgang erklären. Ich stand unter Mordverdacht.“
Erst als die beiden Sanitäter ausgesagt hatten, war klar: Es war Selbstmord. Doch es gab Fans, die das nicht akzeptieren wollten. „Nach Rex’ Tod bekam ich zwei Wäschekörbe voller Briefe. Manche schrieben mir ,Du Mörder‘ oder ,Sein Blut klebt an Deinen Händen‘“, erinnert sich Klingenberg. Dass er jetzt ein Buch darüber geschrieben hat, macht die Fans wütend. „Oh je Geld machen mit einem Toten der nix mehr dazu sagen kann ... widerlich“, schreibt eine Frau auf Facebook. Und eine andere meint: „Lasst doch die Toten in Frieden ruhen, muss man denn immer die alten Geschichten ausgraben nach solangen Jahren.“
Facebook/Dave Klingeberg






