Kino

"Checker Julian"-Star Julian Janssen stellt klar: "Hilft nicht, Dinge zu verschweigen"

Julian Janssen machte sich als „Checker Julian“ einen Namen. Für „Das Geheimnis von La Mancha“ hat er der Hauptfigur nun seine Stimme geliehen – und das war mindestens so herausfordernd wie die Themen aus der „Checker“-Reihe.

Julian Janssen: Checker Julian als Synchronsprecher – wie eine Art Geschicklichkeitsparcours
Julian Janssen ist Moderator und Synchronsprecher. Viele kennen ihn als "Checker Julian". Foto: HF Hopfner

Julian Janssen (31) ist den meisten vor allem als „Checker Julian“ bekannt. Genau wie seine Kollegen Tobi Krell, Can Mansuroglu und Marina Blanke gehört er zum Checker-Team, das in der Wissensendung des Kikas verschiedenen Fragen kindgerecht auf den Grund geht. Doch Julian Janssen ist nicht nur Moderator, sondern auch Synchronsprecher. Jetzt hat er der Hauptfigur aus dem neuen Animationsstreifen „Das Geheimnis von La Mancha“ seine Stimme geliehen. Der Film startet am 1. Mai 2024 in den Kinos. Zu diesem Anlass sprach er mit TVMovie.de über diese besondere Herausforderung, die Schwierigkeiten, warum es so wichtig ist, dass es auch Wissenssendungen für Kinder gibt und ob dabei bestimmte Dinge lieber verschwiegen werden sollten. 

TVMovie.de: Die meisten kennen dich als „Checker Julian“ aus der „Checker“-Reihe. Du bist auch Synchronsprecher. Jetzt hast du der Hauptfigur im neuen Animationsfilm „Das Geheimnis von La Mancha“ deine Stimme geliehen. Was macht den Film so sehenswert?

Julian Janssen: Es ist eine große Abenteuergeschichte, die sich um die Freundschaft zwischen Alfonso, Pancho und Victoria dreht. Ich finde den Film total witzig und cool, da es die alte Geschichte von Don Quijote, der losgezogen ist, um Windmühlen zu bekämpfen, in die Kinderwelt bringt. Ich spreche den Nachfahren von Don Quijote, der sehr fantasievoll ist und mit seinen Freunden loszieht, um sein Heimatdorf zu retten. Er sieht, genau wie Don Quijote, zwar in den Windmühlen auch Riesen, doch die sind freundlich und nicht die Bösen. Mit ganz viel Fantasie helfen sie, auch Böses abzuwenden.

Wie kann man sich die Arbeit als Synchronsprecher für einen Animationsfilm vorstellen? Ist es schwierig, einer Comicfigur mit seiner Stimme Leben einzuhauchen?

Ja, schon. Man braucht immer sehr viel Energie für einen kurzen Text, den man spricht. Es werden einzelne Sätze oder auch mal zwei, manchmal sogar nur ein einzelnes Geräusch herausgeschnitten. Dann wird ein Countdown heruntergezählt – 1, 2, 3, 4 – und auf der vier muss der jeweilige Satz gesprochen werden, den man zuvor bereits im englischen Original angesehen hat. Das ist schon schwierig und anspruchsvoll, weil man immer genau schauen muss, wo eingeatmet oder gestockt wurde oder an welcher Stelle die Person vielleicht in einem sehr traurigen oder lustigen Ton spricht. Es ist wie eine Art Geschicklichkeitsparcours, durch den man sich hindurchwinden muss. Da muss man sich sehr konzentrieren, damit es gut wird.

Der Film "Das Geheimnis von La Mancha" startet am 1. Mai im Kino. Foto: Constantin Film Verleih_Studio 100 International

Julian Janssen gesteht: "Natürlich ist es eine große Herausforderung"

Was war besonders herausfordernd oder eine schwierig?

Dass man auch noch ein Gefühl vermitteln muss. Bei meinem Alfonso hat das wahnsinnig viel Spaß gemacht, weil er Hummeln im Hintern hat und immer auf Zack ist, aber er hat auch mal ruhigere Momente – zum Glück (lacht). Das war eine sehr schöne Rolle und hat sehr viel Spaß gemacht. Aber natürlich ist es eine große Herausforderung. Vor allem, weil Alfonso um einiges jünger ist als ich. Wenn man den Film im Kino sieht, merkt man glaube ich auch, dass ich mir Mühe gegeben habe, eine Stimme zu finden, die zu einem zehnjährigen Jungen passt.

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So wie du es beschreibst, klingt es auf jeden Fall sehr herausfordernd. Wie viele Anläufe brauchtest du, um es einwandfrei hinzukriegen oder war sehr unterschiedlich?

Das war tatsächlich von Stelle zu Stelle unterschiedlich. Manchmal hängt man bei Stellen, bei denen man gar nicht geglaubt hätte, dass das möglich ist. Manchmal gibt es auch richtige Zungenbrecher, über die man stolpert. Ich bin aber eigentlich ganz happy mit meiner Leistung.

Es war aber auch nicht deine erste Synchronsprecherrolle …

Ich habe schon einmal eine Hauptrolle in einem Animationsfilm gesprochen, in „Kleiner Aladdin und der Zauberteppich“, ansonsten mache ich in Berlin nebenher ab und zu Synchronsprechen, deshalb bin ich da etwas drin. Außerdem habe ich einen zehnwöchigen Synchronsprecherworkshop im letzten Jahr gemacht und da ein wenig geübt (lacht).

„Checker Julian“ verrät, wie man Kinder für Wissenssendungen begeistert

Eigentlich wolltest du aber Musikjournalist werden. Nun machst du neben dem Synchronsprechen vor allem seit Jahren als „Checker Julian“ Wissenssendungen für Kinder – was reizt dich daran besonders?

Natürlich reizt mich daran, dass es der coolste Job auf der Welt ist (lacht). Wir „Checker“ können jedes Mal mit jemandem ganz Spannendes sprechen, der sich mit etwas besonders gut auskennt. Es macht super viel Spaß, jedes Mal wieder in eine neue Welt einzutauchen und wieder etwas ganz Neues zu lernen. Es ist die Mischung aus Spaß, Wissen vermitteln und selbst etwas lernen, die mir daran besonders viel Spaß macht.

Wie begeistert ihr Kinder für Wissensthemen? Oder besser gesagt: Wie schafft man es, Kinder für Wissensthemen zu begeistern?

Ich glaube, man schafft das, indem man selbst begeistert ist und neugierig auf die Themen. Dann klappt der Rest fast von alleine. Wir versuchen es immer so praktisch wie möglich zu vermitteln, uns nicht nur darüber zu unterhalten, sondern es mit Aktionen zu verbinden. Je aktiver man Sachen macht, desto mehr Spaß macht es und das Vermittelte bleibt besser hängen.

Warum sind Wissenssendungen für Kinder so wichtig?

Weil sie ihnen die komplizierte Welt mit Spaß erklären und Kinder ihr eigenes Angebot brauchen, mit dem sie klarkommen und das sie gut verstehen. Kinder sind die neugierigsten kleinen Menschen, die wir haben und die wollen auch unbedingt Wissensfernsehen haben. Deswegen machen wir das für sie.

Gibt es dabei Dinge, die ihr Kindern nicht sagen würdet?

Ich glaube, gerade bei sensiblen Themen hilft es nicht, Dinge zu verschweigen. Da muss man auch an Sachen rangehen, die einen beunruhigen. Wir wollen die Kinder nicht alleine lassen mit den Informationen, die dort draußen sind, sondern ihnen die Informationen an die Hand geben und sie so gut aufklären, dass sie sich ihre eigene Meinung bilden können. Wichtig ist, dass wir sie am Ende nicht mit Ängsten alleine lassen, sondern Lösungen anbieten – auch für den Umgang mit Ängsten.

Die Sendung richtet sich an Kinder von 3 bis 13 Jahren – eine große Altersspanne. Wie machst du die Themen für solch eine Zielgruppe greifbar?

Die Kernzielgruppe geht in etwa von 6 bis 10 Jahre und noch ein wenig darüber hinaus. Meine Erfahrung ist, dass es mit etwa fünf Jahren langsam losgeht. Klar, wir wollen die Sachen, die wir erklären, gut runterbrechen, damit die Kinder sie verstehen. Das bedeutet trotzdem, dass man Dinge richtig erklärt. Dabei helfen uns auch Expert:innen. Und wenn man es auch noch mit einer Aktion verknüpft, können auch Kleinere es ganz gut verstehen.

Julian Janssen: Es gibt keine Tabuthemen

Gibt es generell Themen, die du in der „Checker“-Reihe nicht behandeln würdest?

Beim Kältecheck habe ich zu Tobi gesagt: Mach du den! (lacht) Generell gibt es keine Themen, die das Checker:innen-Team nicht behandeln würde.

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Hast du ein Lieblingsthema gehabt?

Ich mag die Reihe „CheXpedition“ besonders gern, weil es jedes Mal um Menschen geht, die sich mit der Natur beschäftigen und deren Job es ist, die Natur zu schützen. Das finde ich faszinierend und inspirierend, dass es Menschen gibt, die jeden Tag die Natur ein Stück weit retten an einer kleinen Stelle oder forschen, um sie künftig zu retten.

Was war für dich in der Zeit beim „Checker“-Team das größte Learning – auch inhaltlich?

Gute Fragen stellen! Auch wenn man sich beim Anblick der Nachrichten manchmal ein wenig machtlos fühlt, kann jeder etwas machen – gerade mit Blick auf die Natur gibt es die Chance, dass sich etwas verändert.

Wie reagieren Kinder auf dich, wenn sie dich treffen?

Mittlerweile werde ich recht oft erkannt und freue mich auch darüber. Meine Zielgruppe ist einfach cool. Gerade Kinder von sechs bis zehn sind einfach neugierig, aufmerksam und begeisterungsfähig. Das sind immer sehr schöne Treffen.

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