Cannes: Alle Gewinner in der Übersicht - Valeska Grisebach ausgezeichnet
Bei den Filmfestspielen von Cannes konnte in Deutschland in diesem Jahr gleich drei Mal gejubelt werden. Regisseurin Valeska Griesbach wurde ausgezeichnet. Und auch zwei weitere deutsche Co-Produktionen bekam Preise!

Die Filmfestspiele in Cannes sind berühmt für glamouröse Auftritte auf dem roten Teppich. Dazu kommt ein Star-Aufgebot der Sonderklasse. Doch der Höhepunkt bleibt die Preisverleihung. Und da hofften in diesem Jahr gleich mehrere deutsche Produktionen auf eine Auszeichnung. Schauspieler Lars Eidinger (50) war sogar gleich doppelt im Rennen: Im Wettbewerbsfilm „Moulin“ von László Nemes spielt er den Gestapo-Chef Klaus Barbie. Dazu spielt er in „Heimsuchung“ mit, dem neuen Film von Volker Schlöndorff. Aber am Ende jubelte eine Frau!
Auch der Film „Vaterland“ wurde ausgezeichnet
Denn: Regisseurin Valeska Grisebach und ihr Film „Das geträumte Abenteuer“ wurden mit dem Jury-Preis ausgezeichnet. Für die 58-Jährige ein toller Erfolg, schließlich war es ihr Debut im Cannes-Wettbewerb. Die Regisseurin erzählt in ihrem Film die Geschichte einer Archäologin, die in einer bulgarischen Grenzstadt an einer Ausgrabungsstätte arbeitet – und langsam in kriminelle Kreise gerät. In ihrer Dankesrede sagte Grisebach: „Europa steht für mich für die Zusammenarbeit zwischen den Ländern.“
Und auch in Bayern knallten die Sektkorken. Denn: Der Film „Vaterland“ über den Schriftsteller Thomas Mann erhielt den Preis für das beste Drehbuch. Der in Schwarz-Weiß gedrehte Film erzählt die Rückkehr von Mann und seiner Tochter Erika, gespielt von Sandra Hüller, aus den USA nach Deutschland im Jahr 1949. Der Film entstand mit Beteiligung des Bayerischen Rundfunks.
Ehrenpalme für Barbra Streisand
Und auch in der Nebensektion „Un Certain Regard“ konnte Deutschland mitfeiern: Das deutsch-österreichische Drama Everytime von Regisseurin Sandra Wollner (43) bekam den Hauptpreis. In dem Film spielt Birgit Minichmayr (49) eine Mutter, die den Verlust ihrer ältesten Tochter bewältigen muss. Die Camera d'Or, der Preis für den besten Erstlingsfilm im Programm des Festivals, ging nach Ruanda – an Benimana von Marie-Clementine Dusabejambo.
Die Preise auf einen Blick:
Goldene Palme: Fjord von Cristian Mungiu
Grand Prix: Minotaurus von Andrey Zvyagintsev
Jury-Preis: Das geträumte Abenteuer von Valeska Grisebach
Preis für die Regie (wurde geteilt): Javier Ambrossi und Javier Calvo für The Black Ball sowie Pawel Pawlikowski für Vaterland
Beste Schauspielerinnen: Virginie Efira und Tao Okamoto für All of a Sudden von Ryūsuke Hamaguchi
Beste Schauspieler: Emmanuel Macchia und Valentin Campagne für Coward von Lukas Dhont
Bestes Drehbuch: Emmanuel Marre für A Man of His Time
Die Ehrenpalme für ihr Lebenswerk ging an Filmlegende Barbra Streisand. Die 84-Jährige konnte wegen einer Verletzung leider nicht nach Cannes reisen.






