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Serien-News

"Bridgerton" Kritik: Warum sich die Netflix-Serie wirklich lohnt!

Wer würde nicht mal gerne in royalen Vier-Wänden Mäuschen spielen? Mit der neuen historischen Netflix-Serie „Bridgerton“ ist das möglich.

„Bridgerton“ - Serien-Kritik: Warum sich die Netflix-Serie lohnt
Darum lohnt sich die neue Netflix-Serie "Bridgerton". Foto: Netflix

Die Intrigen einer Königs-Familie, Leidenschaft und eine Menge Sex: Die neue Netflix-Serie „Bridgerton“ kommt erst als seichte Persiflage der Elite-Gesellschaft um das Jahr 1800 daher und entwickelt sich dann zu einem heißen Hingucker mit Sucht-Faktor.

"Bridgerton" - Staffel 1: Die Geschichte

Es startet alles eine Spur zu vorhersehbar: In den ersten paar Minuten wird der Zuschauer in eine imaginäre Elite-Gesellschaft der Stadt Londons eingeführt und bekommt die beiden wichtigsten Familien der Stadt vorgestellt, die „Bridgertons“ und die „Featheringtons“. Beides auf den ersten Blick wohlhabende Familien, die um die Gunst der Königin buhlen, welche im Schloss um die Ecke hausiert. Besonderen Esprit bekommt die Serie durch Lady Whistledown, eine unbekannte Person, die regelmäßig ein kleines Klatsch-Blatt voller Insider-Geheimnisse der Protagonisten veröffentlicht. 

Im Vordergrund: Daphne Bridgerton

Genau wie im ersten Buchband der gleichnamigen Reihe dreht sich in der ersten Staffel alles um Daphne Bridgerton. Die älteste Tochter der Familie soll in dieser Heirats-Saison möglichst lukrativ vom Single-Markt verschwinden und nimmt dafür an zahlreichen Bällen und Events teil. Es dürfte nicht überraschen, dass sie sich einen reichen, attraktiven Mann angelt, der gesellschaftlich sogar über ihr steht. Aber welcher ihrer potenziellen Lover das genau ist, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Sobald die Entscheidung gefällt ist, gibt es viel Sex!

Mehr als eine klassische Romanze

All das klingt nach einer klassischen Romanze, die mit ein bisschen zu viel Schmalz mitten in die Weihnachts-Feiertage rutscht – und das ist sie auch. Trotzdem fällt es einem bei der seichten Erzählweise und der zum Teil sehr absehbaren Storyline leicht, die Serie sympathisch zu finden.

Warum sich die Serie trotzdem lohnt

Der Cast ist hervorragend ausgewählt und harmoniert sehr gut (ideal, denn aufgrund der achtteiligen Buchreihe wird uns die Besetzung noch lange begleiten). Außerdem kann man sich herrlich in der Liebes-Beziehung von Daphne verlieren, mit der inneren Gewissheit, dass sich die Serie nicht traut, den Zuschauer tatsächlich mal mit etwas zu schockieren.

Der schönste Aha-Moment ist übrigens, wenn am Ende klar wird, wer Lady Whistledown wirklich ist. Hier wird also nicht auf einen Cliffhanger gesetzt, der erst in der folgenden Staffel aufgelöst wird. Erfrischend!

Spannend sind auch die Erzählstränge, die sich nicht mit der Liebes-Beziehung von Daphne befassen. Dazu zählen die vorsichtige Betrachtung der LGBTQ+-Szene des alten Londons oder die feministischen Vorstellungen von Daphnes kleiner Schwester Eloise. Extrapunkte gibt es außerdem für all jene aufmerksamen Zuschauer, die die aktuellen Pop-Songs erkennen, die während der Ball-Szenen vom Orchester gespielt werden. Mit dabei sind zum Beispiel instrumental Versionen von Billie Eilish oder Ariana Grande.

Volle Frauen-Power

Besonders hervorzuheben ist, dass die weiblichen Rollen dieser Serie nicht bloß Vorzeige-Objekte in schönen Kleidern sind, wie es in historischen Filmen nur allzu häufig der Fall ist. Vier Charaktere stechen da besonders heraus:

  • Daphne Bridgerton: Jung, naiv und hübsch – Daphne Bridgerton hält man anfangs für ein blondes Dummchen, das sich nur für ihr nächstes Outfit und den Prinzen ihrer Träume interessiert. Doch schnell zeigt sich: Daphne hat ihre eigene Meinung und über die setzt sich niemand, nicht mal ihr ältester Bruder, so leicht hin weg - und wenn, bereut er es später. Schnell wird klar, dass die junge Bridgerton nicht nur mit ihrem Aussehen überzeugt, sondern vielmehr mit ihrem Witz, ihrem Charme und ihrer Eigenwilligkeit. Dafür ist sie sogar bereit, ihr eigenes Leben zu riskieren.

  • Lady Danbury: Sie ist ein harter Knochen: Lady Danbury fällt selbst für die damalige Zeit aus dem Muster. Sie ist unverheiratet, was schon fast reicht, um sie abzugrenzen, aber kann sich durch ihren adeligen Background so einiges leisten. Lady Danbury spricht aus, was sich Lady Whistledown nur zu schreiben traut.
  • Eloise Bridgerton: Die zweitälteste Tochter im „Bridgerton“-Clan gibt wenig auf schöne Kleider und eine Hochzeit mit dem Traumprinz. Lieber liest sie, bildet sich weiter oder raucht heimlich eine Zigarette auf der Schaukel hinter dem Anwesen. Dass sie nach Daphne die nächste heiratsfähige Bridgerton ist, erfüllt sie mit tiefer Abneigung. Lady Whistledown ist für sie das perfekte Vorbild, weil sie sich traut, der etepetete Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.
  • Lady Whistledown: Hätte "Gossip Girl" eine Vorfahrin gehabt, sowäre es mit Sicherheit Lady Whistledown gewesen. Durch ihre pikanten Beobachtungen der elitären Londoner Gesellschaft treibt sie immer wieder die Storyline der Serie voran. Sie scheint eine Insiderin zu sein, die trotzdem wenig von ihrem Umfeld hält und auch bereit ist, dies mutig und offen darzulegen. Als in der letzten Szene klar wird, wer sie wirklich ist, fällt es einem wie Schuppen von den Augen.

Fazit: „Bridgerton“ – Staffel 1

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neue Netflix-Serie „Bridgerton“ trotz vorhersehbarer Story ein schön verschnürtes Geschenk aus Gossip aus der Welt der Reichen und Schönen ist, welches einen geschickt mit ihrem Charme einwickelt. Gerade zwischen den stressigen Weihnachtstagen lässt es sich ideal in die Welt der „Bridgertons“ entfliehen. Die Serie erlaubt es dem Zuschauer, sich ganz dem Wunsch hinzugeben, ab und zu auch mal das Mäuschen zu spielen, in vier Wänden, die einem nicht gehören.

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