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Streaming-News

„Boots“ vs. Elon Musk: Netflix-Serie wehrt sich gegen Boykott

Elon Musk ruft zum Netflix-Boykott auf – doch kaum jemand macht mit. Statt Einbrüchen verzeichnet der Streamingdienst Erfolge, und die Serie „Boots“ stürmt auf Platz 1.

Miles Heizer als Cameron in „Boots“.
„Boots“ präsentiert eine wahre Geschichte mit viel Gefühl, aber auch mit einem Augenzwinkern. Foto: Netflix © 2025

Was als Empörungswelle konservativer Aktivisten begann, endet für Netflix mit einem Triumph. Vor gut einer Woche rief Elon Musk gemeinsam mit der rechtsgerichteten Plattform Libs of TikTok zum großangelegten Boykott des Streamingriesen auf. Der Anlass: eine alte Kinderserie, in der ein transgender Junge vorkommt. Doch aus dem geplanten Aufstand gegen „woke Ideologie“ wurde ein Rohrkrepierer.

Während rechte Influencer in sozialen Netzwerken demonstrativ ihre Netflix-Abos kündigten und Videos dazu millionenfach klickten, blieb die Wirkung auf den Konzern praktisch null.

Kein Rückgang bei den Zuschauerzahlen, keine Verluste bei den Abos – im Gegenteil: Die Netflix-Aktie stieg um mehr als zwei Prozent, und der Streamingdienst legte sogar in mehreren Märkten zu.

„Boots“ wird zum Symbol gegen den Boykott

Besonders ironisch: Ausgerechnet eine Serie, die all das verkörpert, was Musks Anhänger ablehnen, ist derzeit Nummer 1 in den Netflix-Charts. Die US-Produktion „Boots“ erzählt die Geschichte eines homosexuellen Teenagers, der sich dem U.S. Marine Corps anschließt – ein sensibles, humorvolles und mutiges Coming-of-Age-Drama über Identität, Männlichkeit und den Wunsch nach Zugehörigkeit.

Dass ausgerechnet „Boots“ an der Spitze steht, während Musk zum „Kulturkampf“ aufruft, ist fast schon poetische Gerechtigkeit. Denn es beweist, was sich immer häufiger zeigt: Der rechte Slogan „Go Woke, Go Broke“ hält der Realität nicht stand.

Serien mit queerer Repräsentation sind keine Ladenhüter – sie sind Publikumserfolge. Und während konservative Kreise über „woke Propaganda“ klagen, feiern Millionen Zuschauer weltweit genau diese Vielfalt als zeitgemäßes, ehrliches Storytelling.

Empörung ohne Wirkung

Der Boykottversuch begann mit einem Clip aus der Animationsserie „Dead End: Paranormal Park“, in dem die Figur Barney offen über ihr Trans-Sein spricht. Das genügte, um Musk auf den Plan zu rufen. Er wetterte auf X (vormals Twitter), man solle Netflix „zum Wohl der Kinder“ kündigen.

Andere Influencer schlossen sich an, verbreiteten Hashtags, attackierten queere Figuren und forderten, alle Titel mit trans oder homosexuellen Charakteren von der Plattform zu entfernen – darunter „Sense8“, „The Umbrella Academy“ und „Disclosure“.

Doch statt die öffentliche Meinung zu drehen, erzielten die Boykottierenden das Gegenteil: Die Sichtbarkeit queerer Inhalte nahm zu, und die betroffenen Serien verzeichneten steigendes Interesse. Netflix selbst reagierte nicht einmal offiziell auf den Sturm – und setzte damit ein deutliches Signal: Vielfalt bleibt.

Quellen
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