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Basiert „The Odyssey“ auf einer wahren Geschichte? Die Wahrheit hinter dem Odysseus-Mythos

Christopher Nolans „The Odyssey“ erzählt die legendäre Reise des Odysseus. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter dem berühmten Mythos? Wir erklären, welche historischen Fakten belegt sind, ob Troja wirklich existierte und warum Odysseus bis heute Rätsel aufgibt.

Matt Damon und Zendaya in „The Odyssey“
Matt Damon und Zendaya in „The Odyssey“. Foto: Universal Studios. All Rights Reserved.

Kaum ein Film wird derzeit so gespannt erwartet wie Christopher Nolans „The Odyssey“. Die Geschichte um den listenreichen Odysseus, den Trojanischen Krieg und seine gefährliche Heimreise fasziniert Menschen seit fast 3.000 Jahren. Doch je näher der Kinostart rückt, desto häufiger stellt sich eine Frage: Basiert „The Odyssey“ tatsächlich auf einer wahren Geschichte? Die Antwort lautet zwar grundsätzlich nein – ganz ohne historischen Hintergrund kommt das berühmte Epos allerdings nicht aus.

Nicht alles ist erfunden: Hinter dem Mythos steckt ein realer Kern

Odysseus kämpft gegen Zyklopen, begegnet Göttinnen wie Athene, Kirke und Kalypso und trotzt auf seiner zehnjährigen Heimreise zahlreichen übernatürlichen Gefahren. Dass diese Abenteuer der Mythologie entstammen, steht außer Frage.

Dennoch glauben Historikerinnen und Historiker, dass Homers Epos nicht vollständig aus der Fantasie entstanden ist. Vielmehr dürfte die Geschichte auf Erzählungen beruhen, die über Generationen mündlich weitergegeben und später literarisch ausgeschmückt wurden. Dadurch vermischen sich in der „Odyssee" vermutlich historische Erinnerungen und mythologische Elemente.

Das Werk entstand vermutlich zwischen dem 8. und 7. Jahrhundert v. Chr., beschreibt aber Ereignisse, die mehrere Jahrhunderte früher in der mykenischen Bronzezeit angesiedelt sein sollen.

Gab es den Trojanischen Krieg wirklich?

Eine eindeutige Antwort gibt es bis heute nicht. Der Trojanische Krieg gehört zu den berühmtesten Konflikten der Antike und bildet den Ausgangspunkt von Odysseus' Heimreise. Historisch nachweisen lässt sich dieser Krieg allerdings nicht. Viele Forschende gehen davon aus, dass die Erzählung auf Erinnerungen an tatsächliche militärische Auseinandersetzungen basiert, die über Jahrhunderte mündlich überliefert wurden.

Der Sage nach begann alles, nachdem der trojanische Prinz Paris Helena – die Ehefrau des spartanischen Königs Menelaos – entführt oder mit ihr geflohen war. Daraufhin zog ein griechisches Heer gegen Troja in den Krieg.

Ob sich diese Ereignisse tatsächlich so abgespielt haben, bleibt jedoch offen.

Troja existierte tatsächlich

Auch wenn der Krieg nicht eindeutig belegt ist, gilt ein anderer Teil der Geschichte heute als wissenschaftlich weitgehend gesichert: Die Stadt Troja hat tatsächlich existiert. Archäologische Ausgrabungen verorten das antike Troja im Nordwesten der heutigen Türkei. Die Ruinen belegen, dass dort einst eine bedeutende Stadt lag, die wahrscheinlich als Vorbild für den berühmten Schauplatz der griechischen Epen diente.

Hat Odysseus wirklich gelebt?

Hier fällt die Antwort deutlich aus: Für Odysseus als historische Person gibt es keinerlei Belege. Zwar existierte das Königreich Ithaka tatsächlich und umfasste die heutigen Inseln Ithaka, Kefalonia und Zakynthos. Dass dort jedoch ein König namens Odysseus regierte, konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Auf Ithaka entdeckten Archäologen zwar eine teilweise freigelegte Palastanlage sowie Münzen und Keramik, die den Namen oder das Abbild des legendären Helden tragen. Diese Funde gelten jedoch nicht als Beweis für seine Existenz. Sie sprechen vielmehr dafür, dass Odysseus bereits in der Antike als mythischer Held verehrt wurde.

Darum lassen sich Wahrheit und Legende kaum trennen

Ein Grund für die vielen offenen Fragen liegt in der Entstehungsgeschichte der „Odyssee". Über lange Zeit wurde das Epos ausschließlich mündlich weitererzählt. Erst nachdem die Griechen eine Schrift auf Grundlage des phönizischen Alphabets entwickelt hatten, konnten die Geschichten erstmals festgehalten werden.

Dadurch dürften sich reale Eindrücke aus der damaligen Zeit mit ausgeschmückten Heldensagen vermischt haben. Beschreibungen von Schiffen, Waffen, Landschaften oder Bauwerken könnten durchaus historische Vorbilder besitzen – Begegnungen mit Meeresungeheuern oder göttlichen Wesen dagegen gehören eindeutig in den Bereich der Mythologie.

Wer war eigentlich Homer?

Nicht nur die Geschichte selbst gibt Rätsel auf – auch ihr Urheber. Traditionell gilt Homer als Autor der „Odyssee". Ob tatsächlich ein einzelner Dichter hinter dem Werk stand oder mehrere Erzähler an seiner Entstehung beteiligt waren, ist bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Debatten.

Fest steht lediglich, dass die „Odyssee" zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur zählt und Generationen von Künstlern beeinflusst hat – darunter nun auch Christopher Nolan.

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