Kino

"Alien: Covenant": Filmkritik zur "Prometheus"-Fortsetzung!

40 Jahre nach "Alien" geht Ridley Scott in "Alien: Covenant" der Frage nach, wie sich das unheimliche Wesen zur perfekten Kampfmaschine entwickelt hat. Wir verraten in unserer Kritik, ob dieser Sci-Fi-Ausflug geglückt ist!

Alien: Covenant Poster
Das "Alien" in mir: Wie der Xenomorph letztendlich zur perfekten und ausgeklügelten Kampfmaschine wurde, verrät Ridley Scott in "Alien: Covenant" Foto: 20th Century Fox

Es sind nicht mehr die engen, verwinkelten Gassen der Nostromo, die die Hauptrolle in Ridley Scotts neuestem "Alien"-Ableger "Covenant" spielen. Vorbei sind die Zeiten des Ungewissen, der klaustrophobischen Atmosphäre und der fast schon kammerspielartigen Sci-Fi-Odyssee: Spätestens mit mit der Fortsetzung zum viel gescholtenen "Prometheus" folgt Regisseur Ridley Scott ("Blade Runner", "Der Marsianer") endgültig dem philosophischen und existenzialistischen Pfad, den er mit seinen letzten Filmarbeiten vorgegeben hat.

Tatsächlich mag "Alien: Covenant" inhaltlich als eindeutiges Verbindungsstück zwischen "Prometheus" und dem ersten "Alien"-Film fungieren, doch sowohl stilistisch als auch erzählerisch hat sich Ridley Scott wohl noch nie soweit von den Wurzeln der legendären Sci-Fi-Reihe wegbewegt. Den Ton gibt bereits ein mehrminütiger Prolog zwischen dem Androiden "David" und seinem Schöpfer Peter Weyland an, der stilistisch und inhaltlich ein wenig an „Ex Machina“ erinnert: Das Wesen konfrontiert seinen Schöpfer. Die evolutionäre Rangordnung beginnt zu verschwimmen. Die Grundpfeiler für Scott’schen Sci-Fi-Stoff von Mensch gegen Maschine, wie bspw. in "Der Marsianer" oder im zeitlosen "Blade Runner" perfektioniert, stehen von Anfang an im Mittelpunkt des neuen "Alien"-Ablegers.

Alien: Covenant
Michael Fassbender brilliert als David/Walter in einer Doppelrolle          20th Century Fox Foto: 20th Century Fox

Ein Android namens Walter

Doch "Prometheus"-Protagonist David (Michael Fassbender) spielt zu Beginn von „Alien: Covenant“ nur optisch eine tragende Rolle – denn sein mechanisches Ebenbild Walter leitet die Expedition des Kolonisationsraumschiffs „Covenant“, das sich auf dem Weg zu einem Planeten in einer weit entfernten Galaxie befindet, in der ein erdähnlicher Planet vermutet wird. Doch viele Jahre vor der eigentlichen Zieletappe nimmt das Raumschiff einen mysteriösen Funkspruch in den Weiten des Weltraums auf, der ganz zufällig von einem Planeten stammt, dessen Atmosphäre erdähnliche Bedingungen vorweist.

Die Crew um Kapitän Oram (Billy Crudup) und Daniels (Katherine Waterston) beschließt den Weg zur neuen Zieldestination zu suchen. Und tatsächlich entpuppt sich die fremde neue Welt als paradiesischer Zufluchtsort: Wären da nicht diese seltsamen Sporen, die zwei Besatzungsmitglieder in Windeseile und in beängstigend graphischer Art und Weise dahinraffen lassen. Ein blitzschnelles, fremdartiges Wesen macht sich an der Crew zu schaffen – die im letzten Moment von einem mysteriösen „Einwohner“ gerettet wird.

Blade Runner trifft auf Survival Thriller trifft auf…

Ist "Alien: Covenant" bis zu diesem Punkt noch ein relativ gradliniger SciFi-Thriller mit Survival-Film-Anleihen, dessen hektische und kompromisslose Horror-Einlagen tatsächlich überraschen dürften, ändert sich die Grundstimmung im Rest des Films beinahe im 10-Minuten-Takt. Von philosophischen „Wer sind wir“-Fragestellungen, über den „Blade Runner“-esquen Maschine vs. Schöpfer-Konflikt bis hin zu knallharten Kreaturhorror: Irgendwie tangiert „Alien: Covenant“ in einem Rutsch fast alle Evolutionsstufen der „Alien“-Franchise und findet nicht so recht zu seiner Mitte.

Alien: Covenant
Das Grauen beginnt im Brustraum...          20th Century Fox Foto: 20th Century Fox

Dass Scott fast 40 Jahre nach seinem Original die Wurzeln seiner legendären Kreatur nachzeichnen möchte, mag löblich sein, doch in der überladenden Mischung, die „Alien: Covenant“ auf die Zuschauer loslässt, gehen ausgerechnet die vielen kleinen, auch inszenatorischen Feinheiten verloren, die den Beginn der legendären „Alien“-Reihe einstmals ausgezeichnet haben. 

Großes Kino – doch um welchen Preis?

Trotz der konstanten visuellen und erzählerischen Überfrachtung bietet „Alien: Covenant“ dennoch starke Momente, die vor allem mit Katherine Waterston und dem einmal mehr großartigen Michael Fassbender in einer Doppelrolle zusammenhängen. Einen ambitionierteren Blockbuster wird man in diesem Jahr wohl kaum mehr sehen – doch leider opfert Ridley Scott in „Alien: Covenant“ auch das Mysterium rund um das legendäre „Alien“, was die Franchise knapp 40 Jahre bis zum heutigen Zeitpunkt ausgezeichnet hat.

Ein letztes Verbindungsglied zwischen "Alien" und der "Prometheus"-Reihe soll es noch geben – ob der "Alien"-Kosmos danach auserzählt ist, steht allerdings in den Sternen. "Alien: Covenant" startet am 18. Mai 2017 in den deutschen Kinos. Den offiziellen (Original)-Trailer könnt ihr hier sehen:

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Filmkritik: David Rams 

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