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Immerhin hat eine Person "ja" gesagt

Ajambow nach „Die Höhle der Löwen“: Das passierte nach dem Fitnessbogen-Pitch samt Heiratsantrag

Mit Ajambow stellen Susan Schmidt und Simon Werner ihr ganz eigenes Fitnesskonzept vor. Nach dem Pitch folgt jedoch ein ganz besonderer „Deal“.

Janna Ensthaler sitzt in schwarzer Spitzenkleidung auf einem weißen Sessel und hält einen langen grünen Stab mit grauen Enden.
Mit einem Hit im Stil von Backdani hatten es die Löwen hier nicht zu tun. Foto: RTL

Rückenschmerzen, Verspannungen und zu wenig Bewegung im Alltag: Genau hier wollen Susan Schmidt (55) und Simon Werner (55) aus Borsdorf mit Ajambow ansetzen. In „Die Höhle der Löwen“ stellten sie ihren wassergefüllten Sport- und Therapiebogen vor und verlangten 300.000 Euro für zehn Prozent ihrer Firmenanteile.

Das entspricht einer Unternehmensbewertung von rund 2,7 Millionen Euro vor dem Investment. Eine stolze Summe, die bei den Löwen schnell für Fragen sorgte.

Was ist Ajambow und wie funktioniert der Fitnessbogen?

Das Prinzip von Ajambow unterscheidet sich von klassischen Fitnessstäben: Der Bogen wird teilweise mit Wasser gefüllt. Während des Trainings bewegt sich das Wasser im Inneren und erzeugt wechselnde Impulse, auf die der Körper reagieren und die er ausgleichen muss.

Nach Angaben der Gründer sollen dadurch unter anderem Muskelketten im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich sowie die Tiefenmuskulatur angesprochen werden. Bei einer EMG-Untersuchung an der Universität Leipzig sei eine um bis zu rund 30 Prozent höhere Muskelaktivierung gemessen worden.

Zum Konzept gehört allerdings deutlich mehr als nur das Trainingsgerät. Susan und Simon haben eigene Musik und Choreografien entwickelt und bieten eine umfangreiche Bibliothek mit Übungen an. Zusätzlich arbeitet Ajambow mit Fitnessstudios und Physiopraxen zusammen. Das Workout wird auf der offiziellen Website als nach § 20 SGB V zertifizierter Präventionskurs beworben.

Die Löwen springen ab

An Selbstvertrauen mangelte es den beiden nicht. Vor ihrem Auftritt hatten sie bereits 78.000 Euro Umsatz erzielt. Für Frank Thelen reichte das angesichts der aufgerufenen Bewertung allerdings nicht aus. Er sah eine deutliche Lücke zwischen dem bisherigen Geschäft und dem Millionenwert – und stieg aus.

Ralf Dümmel wollte zunächst noch genauer verstehen, welches Geschäft sich hinter Ajambow aufbauen lässt. Schließlich wollen die Gründer nicht nur den Fitnessbogen verkaufen, sondern über ihre Trainingsvideos auch wiederkehrende Einnahmen durch ein Abomodell erzielen.

Der Bogen kostete zum Zeitpunkt des Pitches 149,95 Euro, während die Herstellung nach Angaben der Gründer bei rund 21 Euro lag. Eine attraktive Marge auf das Produkt allein konnte die Zweifel jedoch nicht ausräumen.

Denn beim Abo stand das Geschäft noch ganz am Anfang: Lediglich 20 Abonnements hatte Ajambow zu diesem Zeitpunkt verkauft. Für Carsten Maschmeyer war das zu wenig, um an das von den Gründern erhoffte große Wachstum zu glauben. Auch er verabschiedete sich.

Bei Judith Williams blieben ebenfalls zu viele offene Fragen. Nachdem auch Janna Ensthaler ausstieg, ruhte die letzte Hoffnung auf Ralf Dümmel. Doch selbst er konnte sich mit der hohen Unternehmensbewertung letztlich nicht anfreunden.

Ajambow verließ „Die Höhle der Löwen“ deshalb ohne Investment.

Nach dem Pitch ist vor dem Pitch

Susan Schmidt hält ein grünes Trainingsgerät, während Simon Werner neben ihr kniet. Im Hintergrund steht ein Ajambow-Schild.
Mit einem Deal hätte der Antrag vielleicht noch ein bisschen mehr Freude gemacht. Foto: RTL

Doch damit war der Auftritt von Susan und Simon noch lange nicht vorbei. Plötzlich wurde aus dem Gründer-Pitch eine sehr persönliche Angelegenheit.

„Wir sind jetzt 33 Jahre zusammen. Haben viele Projekte gestartet und abgeschlossen, aber ein Projekt habe ich noch nicht fertig“, erklärte Simon. Anschließend ging er vor Susan und den völlig überraschten Löwen auf die Knie und stellte ihr die entscheidende Frage: „Susan, willst du meine Frau werden?“

Nach 33 gemeinsamen Jahren musste Susan offenbar nicht lange überlegen. Mit einem Kuss wurde die Verlobung besiegelt.

Auch die Investoren freuten sich sichtlich mit dem Paar. Carsten Maschmeyer fasste den Moment passend zusammen: „Das ist der noch bessere Deal und wichtigere für den Rest eures Lebens.“

Judith Williams war ebenfalls begeistert: „Ich bin total geflasht. Ihr beide seid super sympathisch. Stick together. That's the most important thing in life.“

Das wurde aus Ajambow

Wer Ajambow nach dem Auftritt selbst ausprobieren möchte, hat weiterhin die Möglichkeit dazu. Der Fitnessbogen wird nach wie vor über die offizielle Website verkauft.

Aktuell ist das Gerät dort sogar reduziert: Statt 149,95 Euro kostet der Ajambow Fitnessbogen derzeit 129,95 Euro. Damit liegt der Preis 20 Euro unter dem regulären Angebot. Auch verschiedene Modelle für den Zugang zur Trainingsbibliothek werden weiterhin angeboten.

Wer noch nicht gleich Geld ausgeben möchte, kann einen Teil des Konzepts kostenlos testen. Auf der Website stehen derzeit kostenlose Video-Workouts zur Verfügung. Einen Ajambow benötigt man für den ersten Versuch nicht einmal zwingend: Das Unternehmen schlägt vor, die Übungen zunächst mit einem langen Regenschirm oder einem vergleichbaren Gegenstand auszuprobieren.

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