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"4 Blocks"-Staffel 3: "Das Ende wird sehr krass" | Interview mit Rauand Taleb

Es ist endlich soweit: "4Blocks" ist zurück mit seiner dritten und finalen Staffel! Wir sprachen vorab mit Darsteller Rauand Taleb, der in die Rolle von Zeki schlüpfte.

"4 Blocks"-Staffel 3: "Das Ende wird sehr krass" | Interview mit Rauand Taleb
Seit dem 7. November läuft die 3. Staffel von "4Blocks". Ob Zeki wieder dabei ist? Screenshot/TNT Serie

Seit dem 7. November ist die dritte und finale Staffel der preisgekrönten Hitserie "4 Blocks" bei TNT Serie und mit dem Sky Ticket zu sehen. Peu a peu wird dort Woche für Woche immer donnerstags um 21 Uhr eine neue Folge hochgeladen. Das bedeutet natürlich, dass wir uns noch ein wenig gedulden müssen, bis wir erfahren, wie es für die Clans schlussendlich ausgeht - und welches Mitglied zurückkehrt, überlebt oder gar erneut zum Verräter wird.

 

"4 Blocks"-Staffel 3: "Das Ende wird sehr krass" | Interview mit Rauand Taleb

Einer, über den im Vorfeld besonders viel spekuliert wurde, ist Zeki, gespielt von Rauand Taleb. Im Finale der zweiten Staffel mussten wir von seiner Figur Abschiednehmen. Bis kurz vorm Start der neuen Staffel ließ der Darsteller seine Fans darüber im Dunkeln, ob und wie es mit Zeki weitergehen wird. Klar, dass wir den Schauspieler auf die Zukunft seiner Figur ansprachen, als wir die Gelegenheit dazu bekamen!

Wie könnte es mit Zeki denn in Staffel 3 weitergehen, falls er zurückkehrt?

Die Figur hat in den letzten Staffeln sehr viel gekämpft und gelitten und hat sich als Verräter in eine krasse Richtung entwickelt, was in keiner Weise bei den Leuten durchgeht. Es wäre cool, wenn man die Rolle Zeki noch ein bisschen weiter ausbauen könnte, denn er hat wirklich Potential. Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass er in einer anderen Stadt seine eigene Motorrollergang gründet, die Drogen für ihn verticken, womit er gutes Geld macht. Das fände ich sehr interessant für die Figur!

Es könnte auch sein, dass er den Toni in einer riskanten Situation, zum Beispiel während einer Schießerei, rettet und zum Dank dafür als einer der Ranghöchsten positioniert wird. Aber wie es für Zeki wirklich weitergeht, ob er stirbt oder überlebt, [das erfahrt ihr dann]. Es gibt eine heftige Wendung, aber ich kann leider nichts verraten. Nur so viel: Das Ende wird sehr krass!

TNT hat bekanntgegeben, dass die Serie nach der dritten Staffel zu Ende ist. Wie stehst du dazu?

Wenn die Serie weiterhin so erfolgreich ist, wer weiß – vielleicht ordert der Sender dann ja doch noch eine vierte Staffel. Das würde für uns natürlich geil sein, wir hoffen das natürlich (lacht)! Aber sollte mit der nächsten Staffel wirklich Schluss sein, wird es auf jeden Fall ein schönes Ende werden. Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist.

In der zweiten Staffel macht Zeki eine ziemliche Entwicklung durch: Er wurde vom loyalen Hamady-Anhänger zum Verräter. Wie kommt das?

Zeki ist in der ersten Staffel für die Familie in den Knast gegangen und hofft nun, dafür Anerkennung und eine bessere Position innerhalb des Clans zu bekommen. Doch als er rauskommt, ist da niemand, der auf ihn wartet oder ihn dafür bejubelt, dass er die Schuld der Hamadys auf sich genommen hat. Stattdessen wird er wieder als Kleindealer auf die Straße geschickt, was ihn natürlich maßlos enttäuscht. Um aufzusteigen und es den Hamadys heimzuzahlen, entschließt er sich, diese an einen anderen Clan zu verraten. Dabei geht er auch über Leichen. Auffliegen tut er dann, als die beiden Clans Frieden schließen wollen und Tonis Erzfeind Toni steckt, dass Zeki der Spitzel in den eigenen Reihen ist.

Du hast bereits erwähnt, dass Zeki einer der Zuschauerlieblinge von „4Blocks“ ist. Hat sich das mit seiner Entwicklung in der zweiten Staffel geändert?

Es gibt Zuschauer, die Zeki vordergründig als interessante Figur wahrnehmen und Spaß daran haben, dieser zuzuschauen. Aber es gibt auch Fans, die zwischen Fiktion und Realität nicht unterscheiden und mich in den sozialen Medien beleidigen. Wenn sie mir dann auf der Straße begegnen, stellen sie dann oftmals fest, dass ich jemand ganz anderes bin als meine Rolle.

Wie viele Gemeinsamkeiten haben du und Zeki?

Was Zeki macht und wie er sich in Schwierigkeiten begibt, davon bin ich weit entfernt und das ist auch gut so. Er ist schon sehr krass und macht seine Eltern auch sehr traurig, das ist nicht schön. Was uns verbindet, ist, dass wir beide Kämpfer sind – aber auf unterschiedliche Weise. Ich kämpfe nicht, um aufzusteigen und habe auch mit Drogen nichts am Hut. Ich würde mich auch niemals mit Leuten abgeben, die mich in die Scheiße reiten. Aber wir sind beide sehr zielstrebig.

Was hat dich daran gereizt, diese Rolle zu spielen?

Ursprünglich war angedacht, dass ich Issam spiele, Zekis Freund in der ersten Staffel. Aber dann wurden die Figuren nach dem Casting getauscht. Ich sollte dann den kleinen, wilden Zickigen mimen. Mich haben sie immer den kleinen Joe Pesci genannt. Darüber habe ich mich extrem gefreut! Zeki ist für mich eine Traumfigur. Für mich sind solche Figuren, die viel durchleben und durchmachen, sehr spannend. Als Schauspieler ist es eine Herausforderung jemanden zu spielen, der viele Facetten hat, viele Wendungen durchmacht, viel Energie hat und für den sich die Zuschauer so sehr interessieren, dass sie dessen Entwicklung unbedingt verfolgen wollen. Mir geht das privat nicht anders! Klar, verfluche ich so eine Figur wie Zeki dann vor dem Fernseher - aber das ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, ich fiebere mit.

In der Serie geht es oftmals ziemlich brutal zur Sache. Gab es da Momente beim Dreh, in denen es schonmal brenzlig wurde?

Ja, ich erinnere mich noch an eine Schlägerszene mit Issam in der ersten Staffel, die wir in einem Keller gedreht haben. Die Luft war so schlecht da drin und ich habe mich so reingesteigert in die Situation, dass ich hyperventiliert habe und umgekippt bin. Wir hatten Gott sei Dank einen Sanitäter vor Ort, der mich dann wieder beruhigt hat. Aber ich mag es auch, wenn ich an meine Grenzen komme! Wir alle haben uns beim Dreh schon mal ein bisschen übernommen, einige sogar verletzt, aber wir wollen auch etwas Gutes abliefern.

Klingt ziemlich ernst. Kommt auch mal das Gegenteil vor?

Wir probieren schon, uns zu konzentrieren und bei der Sache zu bleiben. Das klappt natürlich nicht immer: Wir lachen uns auch viel den Arsch ab am Set!

Als Cast verbringt ihr viel Zeit miteinander. Wie versteht ihr euch privat?

Wir verstehen uns alle super! Kida ist für mich so etwas wie ein großer Bruder am Set, zu dem ich aufsehe. Er ist ein sehr warmherziger, positiver Mensch, der jeden unterstützt, wo er nur kann. Ihm habe ich auch zu verdanken, dass ich damals bei „Asphaltgorillas“ von Detlev Buck mitspielen durfte. Aber auch über den Rest vom Cast kann ich nur Positives erzählen! So viel Zeit miteinander nach der Arbeit verbringen wir allerdings nicht, denn jeder von uns hat viel zu tun und ich lebe sowohl in Berlin, als auch in Nürnberg. Das ist meine Heimatstadt, da bin ich aufgewachsen und da lebe ich auch größtenteils, dort sind meine Freunde und Familie. In Berlin wohne ich nur, wenn ich drehe. 

Inwiefern hat dich die Tatsache, dass du in Berlin wohnst, auf deine Rolle vorbereitet?

Ich bin seit 2014 in Berlin und habe dort viele Castings mitgemacht, viele Aufträge gehabt und habe sehr viel mitgenommen von der Stadt. Man sagt ‚Die Schule für das Leben ist Berlin‘. Was den Bereich Schauspiel und Kunst angeht, hat Berlin echt viel zu bieten. Für uns Darsteller gibt es gerade einen großen Umbruch, es läuft recht gut für uns, denn dadurch, dass nun vermehrt auf Serien gesetzt wird, bekommt jeder ein Stück vom Kuchen ab. Eine super Sache, denn die Geschichten und Figuren werden länger erzählt und tiefgründiger, die Zuschauern fiebern mehr mit.

Klingt, als würdest du Serien präferieren, wenn du dich entscheiden müsstest…

Ja, definitiv, ich finde Serien sind ein interessantes Pflaster. Aber es gibt sowohl bei Serien als auch bei Filmen viele Vorteile.

Bei „4Blocks“ spielt HipHop eine große Rolle. Welche Musik hörst du privat?

Ich höre alles – egal, ob Schlager oder HipHop oder Metallica. Wenn sich ein Song gut für mich gut anhört, dann kommt der auf meine Playlist. Hauptsache meinen Ohren geht’s dabei gut (lacht)! Wenn ich zum Beispiel Emails oder Drehbücher schreibe, höre ich Beethoven oder Mozart, da komme ich voll in den Schreibfluss. Du siehst, ich bin ein ganz anderer Mensch als der, den man sonst so auf dem Bildschirm sieht!

Vielen Dank für das Gespräch!



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