Samsung Galaxy Glasses: Die KI sitzt jetzt auf der Nase
Zwei Designer-Fassungen, Gemini im Ohr, kein Bildschirm im Glas: Samsungs Galaxy Glasses greifen Metas Ray-Ban an. Alle Funktionen im Überblick.

Samsung hat seine ersten Galaxy Glasses vorgestellt. Sie erinnern sehr an die Ray-Ban-Brillen von Meta. Sie wurden mit namhaften Brillendesignern entwickelt und sollen angenehm zu tragen sein.
Die smarte Brille kann ebenfalls Fotos und Videos aufnehmen, mit einem KI-Assistenten kommunizieren und die Antworten per Lautsprecher ausgeben. Ein Display im Glas gibt es aber nicht.
Gentle Monster oder Warby Parker: zwei Brillen, zwei Stile
Die Galaxy Glasses wurden zusammen mit Gentle Monster und Warby Parker entwickelt. Entsprechend gibt es zwei Versionen der intelligenten Brille. Beide Modelle sind schlank und leicht (ca. 50 Gramm) – soweit das die Technik überhaupt zulässt.
Die modernere Gentle Monster Edition erscheint in Schwarz. Die obere Linie verläuft gerade, während die Unterkanten sanft abgerundet sind. Das eher klassische Modell von Warby Parker setzt dagegen auf eine dezent nach oben geschwungene Brauenlinie und einen satten Braunton.
Kamera, LED und kein Display: Das steckt in der Brille
Auf den ersten Blick zu erkennen sind die Kamera (12 MP) und eine LED, die leuchtet, wenn gerade aufgenommen wird. Cleveres Feature: Wenn die LED abgedeckt ist, verweigert die Kamera die Aufnahme. Dennoch wird immer eine Restunsicherheit bleiben, ob dieser Schutz nicht doch irgendwie manipuliert wurde.
Auf der Innenseite des Rahmens gibt es eine weitere LED, die den Tragenden über den Status der Brille informiert, wenn diese abgenommen wurde und vielleicht auf dem Tisch liegt.

Die Brillenbügel sind etwas größer, weil in ihnen die Technik steckt – unter anderem auch Lautsprecher, um der Person Navigationshinweise oder KI-Antworten zu geben, die über ein Mikrofon im Gestell eingesprochen werden.
In den Brillengläsern wurde jedoch kein Mini-Display integriert, obwohl der Prozessor Bilder mit einer Auflösung von bis zu 1.280 × 1.280 Pixeln unterstützt. Samsung arbeitet bereits an diesem Feature, vielleicht sehen wir es im nächsten Jahr.
Einfache Kommandos per Touch-Bedienung am Brillengestell zu geben, ist weniger auffällig, als im Gespräch plötzlich mit der eigenen Brille zu reden. Oder wenn man alleine in der Bahn sitzt. Über die neuen Smartwatches Galaxy Watch9 und Ultra2 lässt sich die Brille auch per Gesten steuern.
Snapdragon AR1 und neun Stunden Akku: solide, aber nicht neu
In den Galaxy Glasses steckt der Snapdragon AR1 Gen 1, ein drei Jahre alter Quad-Core-Prozessor. Android XR steuert die ganze Technik und lagert einige Speicher- sowie Rechenaufgaben per „Split Computing“ auf das Smartphone aus.

Die Brillen sollen auch mit einem iPhone verbunden werden können. Vermutlich stehen dann aber nicht alle Funktionen zur Verfügung.
Mit einer Akkuladung sollen die Galaxy Glasses bis zu 9 Stunden durchhalten. Im Lade-Case steckt ein weiterer Akku, der bis zu sieben weitere vollständige Ladevorgänge ermöglicht.
Gemini auf der Nase: Was die KI wirklich kann
Die Smart Glass von Samsung soll in erster Linie die Kommunikation mit einem KI-Assistenten erleichtern. Sie ist nicht als Sehhilfe oder Fotoapparat gedacht, jedenfalls nicht nur.
Sie ist ein Touchpoint für die KI, der sich freihändig nutzen lässt. Niemand muss zum Smartphone greifen, die Smartwatch unter dem Ärmel hervorziehen oder eine kleine Box als Halskette oder Brosche tragen. Der KI-Assistent sieht das, was derjenige sieht, der durch die Brille schaut.
Die Galaxy Glasses nutzen Google Gemini. Ob auch andere KI-Assistenten auf die Brille zugreifen können, ist noch unklar.
Übersetzen, zusammenfassen, navigieren: die Brille im Alltag
Die Smart Glasses können lange Nachrichten zusammenfassen, die zum Beispiel während einer Autofahrt eintreffen, und das Ergebnis vorlesen. Sie können auch einer Powerpoint-Präsentation folgen, einer Uni-Vorlesung oder einem persönlichen Gespräch und alles Wichtige daraus zusammenfassen und speichern.

Abhängig vom aktuellen Standort und dem Bild, das die Brille zeigt, kann die KI eine Route planen oder Informationen zur Umgebung bereitstellen – zum Beispiel die Öffnungszeiten eines Ladens.
Die Smart Glasses verstehen die aktuelle Situation, in der sich jemand befindet. Abhängig vom Kontext können Aufgaben angestoßen oder verschoben werden. Wenn man sich an einem bestimmten Ort befindet oder einer bestimmten Person gegenüber sitzt.
Während eines Telefonats lässt sich das Bild teilen, das man gerade sieht – inklusive Kopfschwenk.
Marktstart im Herbst: Deutschland muss sich gedulden
Die neuen Samsung Galaxy Glasses sollen im Herbst erscheinen – mit unterschiedlichen Gestellen und Gläsern sowie in verschiedenen Farben.
Der Marktstart in der EU wird voraussichtlich später erfolgen.
Preise sind noch nicht bekannt.






