Fernsehen

Zum großen "In aller Freundschaft"-Jubiläum: Interview mit Bernhard Bettermann

Am 26. Oktober gibt es einen ganz besonderen Geburtstag. Denn dann läuft die Arzt-Serie "In aller Freundschaft" seit genau 20 Jahren. Zu diesem Jubiläum hat "TV Movie Online"-Redakteur Matthias Holm mit Bernhard Bettermann gesprochen. Bettermann gehört als Dr. Martin Stein schon lange zur Stammbesetzung der Sachsenwaldklinik und hat auch in "Zwei Herzen", so der Name der 90 Minuten langen Sonderfolge, eine wichtige Rolle:

"In aller Freundschaft"-Star Bernhard Bettermann gesteht Ausstiegsgedanken
Bernhart Bettermann ist als Dr. Martin Stein natürlich auch beim Jubiläum mit dabei MDR/Saxonia Media/Kiss
 

TV Movie Online: Erst mal herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahren, das ist eine ganz schöne Hausnummer

Bernhard Bettermann: Ich bin zwar erst 13 Jahre dabei, quasi wie ein Frischling im Vergleich zu anderen Kollegen, aber stellvertretend nehme ich das gerne an. Es ist eine stolze Zahl, aber ich finde das gerechtfertigt. Es wird nicht versucht sich auf den Lorbeeren, den guten Quoten auszuruhen. Da wird um jede Folge und jede Figur gerungen. Ich denke, das ist das Geheimnis des Erfolges: Das man sich nicht zurücklehnt und denkt „Das läuft eh von alleine.“

Was ist denn das für ein Gefühl, Teil einer so großen, langlebigen Serie zu sein?

Ach, ich hatte schon eine sehr schöne Karriere, bevor ich zur „Freundschaft“ stieß. Es ist mir auch wichtig, neben diesen 70 Drehtagen noch andere Sachen zu spielen, Theater zum Beispiel. Das macht für mich diesen Beruf aus, die Abwechslung. Und das kommt bei einer Langzeitserie natürlich etwas zu kurz. Deswegen habe ich nicht das Gefühl, bei etwas Großem zu sein, sondern bei etwas, das viele Menschen beeindruckt und begleitet. Dafür bin ich dankbar.

Deine Rolle Dr. Martin Stein verweilt ja während der Jubiliäumsfolge in der Sachsenklinik, während drei deiner Kollegen nach Thailand dürfen – wo auch die Dreharbeiten stattgefunden haben. Mal ehrlich, wie neidisch warst du?

Als ich hörte, dass es für die Drei nach Thailand geht, war es im ersten Moment schon ein: Och, schade, da wäre ich auch gerne dabei. Wobei das weniger mit Thailand zu tun hat, sondern eher damit, mal aus Leipzig und der Sachsenklinik rauszukommen. Wir drehen halt 70 bis 80 % im Studio, da ist jeder Außendreh ein Happening. Der nächste Gedanke war dann aber: Wie wollen wir das mit unserem Format vereinbaren, also wie stimmig ist die Geschichte?

Denn was nützt ein erfolgreiches Format, wenn keine guten, spannenden Geschichten erzählt werden? Unsere 90-Minüter davor waren, mit Verlaub, nicht so stark. Aber ich habe das Drehbuch für das Jubiläum gelesen und war überrascht. Es geht ins exotische und komödienhafte, was wir im ernsten Arzt-Alltag ja eher selten einbringen. Ich bin gespannt, ob sich das so im fertigen Film umgesetzt hat. So gesehen ist es doch ein wenig schade, dass ich nicht in Thailand war, weil ich die Geschichten der drei Figuren sehr intensiv und spannend fand.

Inwiefern waren denn die Dreharbeiten jetzt anders? Macht es einen großen Unterschied, ob man einen 90-Minüter dreht anstatt einer normalen Folge?

Erstmal fand ich es klasse, dass wir wieder mal einen 90-Minüter gemacht haben. Und für das jetzige Special wurde eine Regisseurin engagiert, die noch nie für die „Freundschaft“ gearbeitet hat. So kommt man mit einer neuen Regie-Vision in Kontakt. Dann haben wir für alle Szenen viel mehr Zeit, es gibt uns Schauspieler die Möglichkeit, die Figuren mehr auszugestalten.

Ist wahrscheinlich auch eine spannende Sache, so eine Figur, die man so lange spielt, noch mal genauer erforschen zu können.

Ja, auf jeden Fall. Das ist auch das interessante an der Zusammenarbeit mit „Die jungen Ärzte“. Da hat man seine alte Figur, aber in einem ganz neuen Umfeld. Es macht Spaß, seine Figur in einer anderen Atmosphäre erleben zu können, mit ihr „spazieren“ zu gehen.

Du meintest bereits, du spielst die Rolle seit 13 Jahren. Hast du denn überhaupt noch Lust, den Dr. Martin Stein zu spielen?

Na klar. Es gibt da zwei wichtige Aspekte. Zum einen ist der Medizin-Beruf unfassbar spannend. Es gibt in jeder Folge Inhalte und neue Entwicklungen, da staune ich Bauklötze, was die Wissenschaft und Ärzte leisten. Das hält die Motivation hoch und dadurch die Figur lebendig. Und das andere ist das Ensemble.

Mit manchen Kollegen kommt man selten in Kontakt, aber so mit einem halbem Dutzend habe ich ständig zu tun, wir verstehen uns inzwischen blind. Aber so fordert man sich auch gegenseitig, wir überraschen und kitzeln uns. Eigentlich funktionieren wir wie ein gutes Theater-Ensemble.

Wenn du es auf ein oder zwei Sätze oder ein paar Stichworte herunter brechen müsstest: Was erwartet denn die Zuschauer in der Jubiläumsfolge?

Auf jeden Fall Exotik. Leichte, süffige Unterhaltung. Figuren in völlig neuen Umgebungen und doch eine spannende Geschichte.

Das klingt doch perfekt. Vielen Dank für das Interview.

"In aller Freundschaft - Zwei Herzen" läuft am 26. Oktober um 20.15 Uhr im Ersten.



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