Fernsehen

Wikileaks kratzt an Saubermann-Image von Ben Affleck

Ben Affleck (42) ist ein echter Saubermann: Demokrat, politisch aktiv, liebender Ehemann und Vater. Damit es so bleibt, versuchte er zu verhindern, dass ein schreckliches Geheimnis ans Licht kommt – vergeblich.

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Tja, da ist "Batman"-Darsteller Ben Affleck ja ganz schön in was reingeraten ... (gettyimages) gettyimages

Auch Stars haben manchmal Leichen im Keller. Damit über seine „Leiche“ nichts bekannt wird, setzte sich Ben Affleck allerdings kurzerhand über die Pressefreiheit hinweg und bat um Zensur. Aber worum geht es eigentlich?

Die US-Doku „Finding your Roots“ deckt die Stammbäume von Promis auf und erforscht deren Ahnen. Als im vergangenen Jahr die Macher der Sendung auch die Familien-Geschichte des Hollywood-Stars genauer unter die Lupe nehmen wollten, schritt Affleck ein. Der Grund: Einer seiner Vorfahren war Sklavenhalter.

„Er ist ein Superstar. Was sollen wir tun?“

Per E-Mail bat der Schauspieler darum, diese Tatsache außen vor zu lassen. Ob seine Bitte berücksichtigt werden sollte, diskutierten anschließend der Moderator der Sendung, Henry Louis Gates jr., und der Sony-Chef, Michael Lynton, ebenfalls via E-Mail. „Zum ersten Mal hat einer unserer Gäste darum gebeten, etwas über einen seiner Vorfahren auszulassen“, schrieb Gates. „Er ist ein Superstar. Was sollen wir tun?“

Nach Langem Hin und Her entschieden sie sich, Affleck mitzuteilen, dass keine Zensur möglich sei. Von dem besagten Vorfahren war in der Sendung trotzdem nichts zu sehen. Doof nur, dass „WikiLeaks“ nach dem Sony-Hack jetzt auch der E-Mail-Verlauf über die Stammbaum-Diskussion zugespielt wurde, denn das Ganze wirft nun ein denkbar schlechtes Licht auf Affleck und die Doku-Verantwortlichen. Das Fehlen des Sklavenhalters erklärte Gates damit, dass andere Ahnen des "Batman"-Darstellers interessanter gewesen seien.

Ben Affleck will mit Zensur nichts zu tun haben

Auch Affleck meldete sich inzwischen zu Wort. „Ich wollte nicht, dass eine Fernsehsendung über meine Familie einen Menschen enthält, der Sklaven besaß. Es war mir peinlich. Nur der Gedanke daran, hinterließ schon einen schlechten Geschmack in meinem Mund“, so der 42-Jährige auf Facebook. „Ich bedauere meine ursprüngliche Haltung, dass das Problem der Sklaverei nicht in der Geschichte enthalten sein sollte. Wir verdienen weder Anerkennung noch Schuld für unsere Vorfahren.“

Von dem Vorwurf der Zensur distanziert er sich. Er habe lediglich um das Auslassen seines Ahnen gebeten, aber keine Bedingungen gestellt. Die Entscheidung habe letztlich bei den Machern der Sendung gelegen. Wie auch immer, fest steht: Das Saubermann-Image hat definitiv ein paar Kratzer abgekriegt.



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