„Wendepunkt: Generation 9/11“ auf Netflix und „September“ in der ARD: Das verraten die Dokus Neues
In dieser Woche jährt sich der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York zum 25. Mal. Zwei Dokus beleuchten 9/11 auf unterschiedliche Weise.

Am 11. September 2001 veränderte sich die Welt für immer, als zwei Flugzeuge, die vorher von Terroristen entführt worden waren, in die beiden Türme des World Trade Centers flogen. Fast 3000 Menschen verloren ihr Leben und noch heute tragen die Zurückgebliebenen ein Trauma in sich. 25 Jahre später greifen verschiedene Dokumentationen im Stream und Fernsehen die Geschehnisse noch einmal auf. Wir geben euch einen Überblick.
„September“ in der ARD
Die 90-minütige ARD-Dokumentation „September“ von Johan von Mirbach beschäftigt sich anlässlich des 25. Jahrestags mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Der Film betrachtet den gesamten September 2001 und zeichnet nach, wie sich innerhalb weniger Wochen die Welt grundlegend veränderte: vom scheinbar unbeschwerten New Yorker Sommer über die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon bis zu den politischen Reaktionen.
Was die Doku Neues zeigt: Es kommen besondere Protagonist:innen und Zeitzeug:innen zu Wort. Darunter die Deutsche Susanne Hegenscheidt, die eine Wohnung mit Blick auf die Tower hatte und eindrücklich beschrieb, wie sie die Momente des Anschlags erlebte. Und da ist außerdem die deutsch-amerikanische Kranführerin Pia Hofmann, die noch heute die Bilder von ihrer Suche nach Leichen am Ground Zero im Kopf hat.
Überraschend ist auch der Einblick aus der Politik: SPD-Spitzenpolitiker Lars Klingbeil ist Teil der Sendung, weil er damals als Praktikant der Friedrich-Ebert-Stiftung in den Staaten war. Neben ihm erinnert sich Joschka Fischer, wie damals die Reaktionen in Deutschland waren. Insgesamt ist „September“ deshalb so stark, weil es nah bei den Menschen bleibt, die als New Yorker:innen direkt miterlebt haben, wie die Terroranschläge die Stadt verändert haben. Unterlegt mit Liedern wie „Empire State of Mind“ von Alicia Keys und News der Tage aus dem Radio wird eine besondere Nähe geschaffen, die die Anschläge aus einem anderen Blickwinkel zeigen.
„September“ läuft am Freitag, 11. September 2026, um 20.15 Uhr im Ersten und ist bereits seit dem 1. September in der ARD Mediathek verfügbar.
„9/11 – Die Geiseln des Terrors“ im ZDF
„9/11 – Die Geiseln des Terrors“ erzählt eine weniger bekannte Geschichte rund um die Anschläge vom 11. September 2001. Bereits fünf Wochen vor 9/11 werden in Afghanistan acht ausländische Entwicklungshelfer:innen der Hilfsorganisation Shelter Now International sowie 16 afghanische Ortskräfte von den Taliban festgenommen. Ihnen wird Missionierung vorgeworfen, zeitweise droht ihnen sogar die Todesstrafe. Mit den Terroranschlägen in den USA verändert sich ihre Situation dramatisch: Während die USA von den Taliban unter anderem die Auslieferung Osama bin Ladens und die Schließung der Al-Qaida-Terrorcamps verlangen und schließlich der Krieg in Afghanistan beginnt, geraten die Gefangenen immer stärker zwischen die politischen Fronten und werden faktisch zu Geiseln. Insgesamt dauert ihre Gefangenschaft mehr als 100 Tage.
Was die Doku Neues zeigt: Das zweiteilige Dokudrama verbindet Interviews und Erinnerungen der damaligen Betroffenen mit historischen Hintergründen und nachgestellten Spielszenen. So spielt Moritz Führmann zum Beispiel Georg Taubmann, den Projektleiter von Shelter Now. Entstanden ist eine Mischung aus Doku und Spielfilm. Zudem legt sie den Fokus auf eine Geschichte, die im Zusammenhang mit 9/11 bisher weniger Beachtung bekommen hat.
Teil 1, „Gefangen in Kabul“, läuft am 8. September um 20.15 Uhr im ZDF. Teil 2 trägt den Titel „105 Tage“ und läuft in der Nacht auf Mittwoch, 9. September 2026, um 1.45 Uhr im ZDF. Zuvor wird ab 1.00 Uhr noch einmal Teil 1 wiederholt. Beide rund 45-minütigen Folgen sind bereits im ZDF-Streamingportal verfügbar.
„Wendepunkt: Generation 9/11“ bei Netflix
„Turning Point: Generation 9/11“ – auf Netflix in Deutschland unter dem Titel „Wendepunkt: Generation 9/11“ – blickt zum 25. Jahrestag der Terroranschläge darauf, wie der 11. September 2001 eine ganze Generation geprägt hat. Anders als viele klassische 9/11-Dokumentationen konzentriert sich der Film damit nicht nur auf die Anschläge selbst, sondern vor allem auf deren langfristige Folgen.
Im Mittelpunkt stehen persönliche Geschichten von Menschen, deren Leben durch 9/11 und den anschließenden „Krieg gegen den Terror“ verändert wurde: Kinder, die bei den Anschlägen ihre Eltern verloren, Journalist:innen, junge Menschen aus Afghanistan sowie US-Soldaten, die noch Jahrzehnte später mit den Konsequenzen der damaligen politischen Entscheidungen konfrontiert wurden.
Regie führte Brian Knappenberger, der bereits die Netflix-Dokureihe „Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror“ aus dem Jahr 2021 verantwortete. „Generation 9/11“ führt diesen Ansatz gewissermaßen weiter, richtet den Blick aber stärker auf die Menschen, die in der von 9/11 veränderten Welt aufgewachsen sind.
„Wendepunkt: Generation 9/11“ ist seit dem 2. September 2026 bei Netflix verfügbar und hat eine Laufzeit von rund 97 Minuten.







