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Wegen Corona: Regeländerung bei den Oscars erlaubt Netflix-Filme

Das Coronavirus verändert aktuell die gesamte Kino-Branche. Nun reagiert auch die Oscar-Academy auf die Auswirkungen der Pandemie.

The Irishman Joe Pesci und Robert De Niro
Der Netflix-Film "The Irishman" war dieses Jahr nur für die Oscars nominiert, weil er kurz im Kino lief. Netflix

Die Oscars sind weiterhin der prestige-trächtigste Preis der Filmwelt. Das sich die Vergabe allmählich wandelt, konnte man in diesem Jahr sehen: Zum ersten Mal gewann ein nicht-englischsprachiger Film den „Besten Film“:

Jetzt könnte das Coronavirus dazu führen, dass sich die Oscars noch mehr verändern. Normalerweise muss ein Film mindestens eine Woche lang in einem Kino in Los Angeles gelaufen sein, um für diverse Nominierungen zugelassen zu werden. Dies ist auf Grund der aktuellen Pandemie allerdings etwas schwierig, sind doch überall die Lichtspielhäuser geschlossen.

Das hat auch die Academy erkannt und eine Sonderregelung ins Leben gerufen: In diesem Jahr können auch Filme nominiert werden, die ausschließlich über Streaming-Dienste vertrieben werden. Bisher hatten die Anbieter Filme wie zum Beispiel „The Irishman“ immer für kurze Zeit in die Kinos gebracht, damit sie die Anforderungen erfüllen.

Ausschlaggebend war vermutlich die Lage der Filmbranche: Da die Kinos zu haben, werden aktuelle Filme über Streaming-Dienste angeboten. Im Falle von „Berlin, Berlin“ zum Beispiel sicherte sich Netflix die Rechte, „Trolls World Tour“ konnte man hingegen leihen. Das Modell macht sich anscheinend bezahlt, der Kinder-Animationsfilm spielte alleine in den USA bereits knapp 100 Million Dollar ein.

Allerdings möchte man nur in diesem Jahr diese Ausnahme machen – schließlich gäbe es laut Academy-Präsidenten David Rubin keine bessere Möglichkeit, „die Magie des Films zu erleben, als ihn in einem Kino zu sehen." Ob sie bei dem Erfolg der Online-Releases allerdings noch lange diese Meinung rechtfertigen können ist fraglich.

 


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