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Vor laufenden Kameras: Weinendes Flüchtlingskind bringt Merkel durcheinander!

Angela Merkel
Angela Merkel: Auch die mächtigste Deutsche kann doch so hilflos wirken Getty Images

Erst vor ein paar Tagen wurde YouTuber LeFloid öffentlich bemitleidet, weil ihn Angela Merkel beim Interview gekonnt ins Leere laufen ließ. Die deutsche Bundesekanzlerin ist eben ein PR-Profi allererster Güte. Da muss erst ein Flüchtlingskind seine Geschichte erzählen und in Tränen ausbrechen, um Merkel aus dem Konzept zu bringen!

"Gut leben in Deutschland" heißt die Kampagne der Bundesregierung, die auch Bürgergespräche vorsieht. Am Mittwoch war Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür im Paul Friedrich Scheel-Schulzentrum in Rostock, um mit 29 Schülern über ebendies zu sprechen. Fast anderthalb Stunden spricht sie über Klima, Umwelt, die Homo-Ehe und die Flüchtlings-Problematik.

Eine der Schülerinnen im Publikum trifft dieses Thema ganz besonders: die Sechstklässlerin Reem. Sie erzählt, dass sie und ihre Familie aus dem Libanon kommen, in Deutschland aber keinen genehmigten Asylantrag haben, sondern nur ein Bleiberecht. Das bedeutet, dass die Familie jederzeit abgeschoben werden kann. Genau das haben Reem und ihre Liebsten in den letzten Wochen durchmachen müssen. "Mir ging es hier in der Schule richtig schlecht", erinnert sich das Mädchen. Sie habe seit vier Jahren ihre Angehörigen im Libanon nicht gesehen, das sei eines "der Dinge, die mich bedrücken". Dabei möchte Reem gerne in Deutschland bleiben. Sie will die Schule fertig machen und studieren. "Es ist wirklich sehr unangenehm, zuzusehen, wie andere das Leben genießen können und man selbst nicht mitgenießen kann."

 

"Es werden manche zurückgehen müssen!"

Angela Merkel hört aufmerksam zu und erklärt dann, wie das Asyl-System funktioniert. Dass der Libanon beispielsweise kein Land sei, "das einen Bürgerkrieg hat". So müsse man denen helfen, die in einem derartigen Umfeld leben. Dennoch wollen die Länder demnächst entscheiden, was mit den Menschen wie Reems Familie geschieht, die schon lange in Deutschland leben, aber immer mit der Angst im Nacken, doch noch abgeschoben zu werden. Doch dann äußert die Bundeskanzlerin Sätze, für die sie im Nachhinein in Netzwerken harsch kritisiert wird. "Wir werden nicht alle Menschen, die im Libanon in Flüchtlingslagern sind, aufnehmen können", erklärt sie. Im Verlauf fängt sie kurz an zu stottern: "Wenn du mir vor mir stehst und dann bist du ein unheimlich sympathischer Mensch, aber du weißt auch, in den palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon gibt es noch Tausende und Tausende und wenn wir jetzt sagen, 'Ihr könnt alle kommen und ihr könnt alle aus Afrika kommen', das können wir auch nicht schaffen. Es werden auch manche wieder zurückgehen müssen."

Scheinbar waren die harten aber ehrlichen Worte der Bundeskanzlerin für das Mädchen zu viel. Während Merkel mit dem Moderator weiter spricht, fängt sie im Publikum zu weinen an. Die Politikerin unterbricht ihren Redeschwall und geht mit einem scheuen Lächeln auf Reem zu. "Du hast das doch prima gemacht", sagt sie ihr. Der Moderator wirft ein: "Ich glaube nicht, Frau Bundeskanzlerin, dass es da ums Primamachen geht, sondern dass es eine sehr belastende Situation ist." "Weiß ich", entgegnet Merkel sichtlich angefasst. "Deswegen möchte ich sie trotzdem einmal streicheln", fährt sie fort und drückt die Schulter des weinenden Kindes, "weil ich, weil wir ja euch nicht in solche Situationen bringen wollen und weil du es ja auch schwer hast und weil du ganz toll dargestellt hast, für viele, viele andere, in welche Situation man kommen kann."

 

Krasser Shitstorm gegen Angela Merkel

Eine Geste, die von Angela Merkel sicherlich als Trost und Solidaritätsbekundung gedacht war, wird derweil auf Social Media-Kanälen zerrissen. Der Hashtag Merkelstreichelt wurde in Windeseile die Nummer Eins in den Twitter-Trends. Die krassesten Kommentare: "Kohl: Kanzler der Einheit. Merkel: Kanzlerin der Streicheleinheit." "Schon blöd, wenn man plötzlich mit der Realität konfrontiert wird. Empathie ist ja so ne komplizierte Angelegenheit." Auch die Opposition meldete sich zu Wort.

Aufgrund des wachsenden Shitstorms sah sich auch Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung, genötigt, sich zu äußern - und auf den kompletten Dialog Merkels mit Reem zu verweisen:

Fraglich, ob sich das Bild von Merkels Reaktion deswegen ändert... 



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