Fernsehen

Ungarische Kamerafrau entschuldigt sich für Tritte gegen Flüchtlinge

Mit ihrer unmenschlichen Tat sorgte eine ungarische Kamerafrau vor wenigen Tagen weltweit für Entsetzen. Nun nahm Petra L. erstmals selbst Stellung zu den Vorfällen und rechtfertigte ihr brutales Verhalten.

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Unfassbare Bilder aus Ungarn: Kamerafrau Petra L. tritt nach Flüchtlingen

Anfang der Woche lieferte die Kamerafrau aus Ungarn einen weiteren traurigen Höhepunkt der Flüchtlings-Krise, als sie an einem Grenzübergang gewaltsam nach hilflosen Kindern trat und einem fliehenden Mann mit einem Kind auf dem Arm ein Bein stellte. Die schockierenden Aufnahmen verbreiteten sich binnen weniger Stunden im Internet und lösten in sozialen Netzwerken Empörung und Wut aus.

Umgehend zog der Internet-Fernsehsender N1TV Konsequenzen und kündigte die dort angestellte Kamerafrau fristlos. Auch der Chefredakteur meldete sich auf Facebook und bezeichnete die Tat als „inakzeptabel“.

Nachdem der Shitstorm gegenüber Petra L. weiter anhält, meldete sich diese schließlich selbst zu Wort. Gegenüber der rechtskonservativen Zeitung Magyar Nemzet versuchte sie ihr ungeheures Verhalten zu entschuldigen: „Die Kamera lief, Hunderte Migranten durchbrachen die Polizeiabsperrung, einer von ihnen rannte auf mich zu und ich hatte Angst“, schrieb L. in einem Brief.

 „Ich dachte, dass ich angegriffen werde und mich verteidigen muss. Es ist schwer, gute Entscheidungen zu treffen, wenn Menschen in Panik sind. Ich verdiene weder die politische Hexenjagd, die gegen mich veranstaltet wird, noch die Hetzte, noch die Todesdrohungen. Ich bin einfach nur eine arbeitslose Mutter kleiner Kinder, die eine schlechte Entscheidung getroffen hat. Es tut mir wirklich leid.“

Ob diese Nachricht die aufgebrachte Netz-Gemeinde besänftigen wird, ist fraglich. In Ungarn nahm die Staatsanwaltschaft jetzt Ermittlungen gegen Petra L. auf, nachdem zwei Parteien der Opposition Strafanzeige gegen die gewalttätige Kamerafrau gestellt hatten.



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