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„Angemessene“ Entschädigung

Tyra Banks: Klage gegen Netflix – wegen Verleumdung

Gerade erst erschien die Dokuserie „America’s Next Topmodel“ auf Netflix – schon gibt es die erste Klage. Ausgerechnet Tyra Banks wehrt sich gegen eine „falsche Erzählung“

22 Staffeln moderierte Tyra Banks die Show America's Next Topmodel
Model Tyra Banks (52) moderierte 22 Staffeln lang die Show "America's Next Topmodel" Foto: Getty Images

Es sollte eine Enthüllungs-Serie über „America’s Next Topmodel“ werden. Doch die Ausstrahlung sorgt nicht nur für Begeisterung. Ausgerechnet Moderatorin Tyra Banks wehrt sich jetzt sogar vor Gericht gegen die Netflix-Doku. Sie hat vor dem Bundesgericht in Kalifornien eine Klage gegen Netflix, 89 Blocks Holdings, EverWonder Studio, Netflix Music sowie die Co-Regisseure Mor Loushy und Daniel Sivan eingereicht.

Wichtige Momente „landeten am Ende im Schnittraum“

Ihre Vorwürfe: Verleumdung, Verleumdung durch Stillschweigen, Vertragsbruch und falsche Empfehlung. In den Gerichtsunterlagen behauptet Banks, sie habe dem dreiteiligen „Reality Check: Inside America's Next Top Model“ ein Interview von insgesamt dreieinhalb Stunden gegeben. Aber nur 16 Minuten davon wurden ausgestrahlt. Und diese Ausschnitte seinen „vom Kontext beraubt und neu zusammengesetzt, um eine falsche und verleumderische Erzählung zu untermauern, die nichts mit dem zu tun hat, was sie tatsächlich ausdrückte.“

In der Klage heißt es, Banks habe „Verantwortung“ für das toxische Setting der Serie übernommen, aber diese Momente „landeten am Ende im Schnittraum“, so die 52-Jährige. „Schlimmer noch: Die falsche Erzählung, die die Produzenten konstruierten – durch selektives Schneiden, absichtliches Auslassen und chirurgische Manipulation von zusammenhängendem Filmmaterial – beinhaltete, dass Frau Banks wissentlich zugelassen hatte, dass ein Kandidat in ihrer Show sexuell missbraucht wurde, das Trauma dieses Kandidaten für Einschaltquoten ausnutzte und sich dann nicht einmal daran erinnern konnte, als man sie fragte“, heißt es in der Klage. „Diese Erzählung über Frau Banks ist eine völlige Erfindung – eine, die Netflix an ein weltweites Publikum von Millionen gestreamt hat.“

Doku-Serie wurde schnell 14,2 Millionen Mal aufgerufen

Die Dokumentarserie, die am 16. Februar Premiere feierte, stieg mit 14,2 Millionen Aufrufen in der ersten Woche auf Platz 1 der Top 10 der englischen TV-Liste des Streamers ein. Für viele Diskussionen sorgte die Geschichte der ehemaligen Gewinnerin der Show Shandi Sullivan. Und genau dieser Teil entsetzt Tyra Banks. „Eines der Interessensgebiete bei ANTM in den letzten zwanzig Jahren war ein Abend, an dem Frau Sullivan betrunken war, in Mailand mit einem Mann Geschlechtsverkehr hatte und ihrem langjährigen Freund schnell ihre Untreue gestand“, heißt es in ihrer Klage.

Und weiter: „In der Netflix-Serie wird gezeigt, wie Frau Sullivan das Ereignis als Übergriff beschreibt – etwas, das Frau Banks noch nie zuvor gehört hatte und dass ihr während ihres Interviews nicht mitgeteilt wurde. Nachdem sie diese Information zurückgehalten hat, fragt Frau Loushy Ms. Banks: ‚Erinnern Sie sich an die Geschichte mit Shandi?‘ In der Folge blickt Frau Banks nach oben, sagt ‚ähm‘, und dann wird der Bildschirm schwarz. Die Implikation ist verheerend und absichtlich: Tyra Banks kann sich nicht einmal an die Geschichte der Frau erinnern, die in ihrer Sendung angegriffen wurde. Aber das war falsch!“

Klage wegen „Verlust von Geschäftseinkommen“

Denn, so die Klage: „Das vollständige Filmmaterial des Interviews mit Frau Banks zeigt zwei Dinge, die die Produzenten in Folge 1 herausgelassen und den Zuschauern nicht gezeigt haben: Vor dem Blick nach oben nickt Frau Banks – bejahend, unverkennbar –und sagt sofort: ‚Ich erinnere mich an ihre Geschichte.‘ Indem sie das Nicken aus der Mitte der Sequenz herausschnitten und Ms. Banks' Kommentar am Ende abbrachen, stellten die Produzenten sicher, dass die Zuschauer nur die Lüge und nicht die Wahrheit sahen.“

Aufgrund angeblicher „Verluste zukünftiger Geschäftsmöglichkeiten, Verlust von Geschäftseinkommen“, „schwerer Reputationsschäden“ und „erheblicher psychischer Belastung“ beantragt Banks ein Geschworenenprozess, um eine „angemessene“ Entschädigung für allgemeine und besondere Schäden zu entscheiden.

Quellen
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