„Tränen gab es eigentlich immer“ – Kai Pflaume & Knossi begleiten Hochzeiten auf der ganzen Welt
Fünf Reiseziele, fünf Hochzeiten, ein bekanntes Duo: Kai Pflaume und Jens „Knossi“ Knossalla sprechen im Interview über ihre neue ARD-Dokureihe!

Wenn ein klassischer TV-Moderator und ein Streaming-Star gemeinsam um die Welt reisen, entsteht daraus selten etwas Gewöhnliches. In ihrer neuen ARD-Dokureihe zeigen Kai Pflaume und Jens „Knossi“ Knossalla, wie Menschen rund um den Globus heiraten. Der Titel enthält alle wichtigen Informationen über die neue Show: „Die Braut, ihr Mann, die Eltern & Wir! Kai und Knossi auf Hochzeitsreise".
Die Serie umfasst fünf Folgen, gedreht in Mexiko, Indien, Ghana, der Mongolei und auf der Insel Vanuatu – Orte, an denen selbst Vielreisende wie Pflaume noch nie zuvor waren. Im Interview mit TV Movie Online erzählen die beiden, wie es zu dieser besonderen Idee kam und was sie bei diesem Abenteuer alles so erlebt haben.
Wie alles begann: Eine zufällige Hochzeit in Japan
Die Idee zu dem Projekt stammt von Kai Pflaume selbst. Vor zwei Jahren war er in Südkorea und Japan unterwegs, wo er zufällig eine Hochzeit beobachtete: „Ich habe gemerkt, wie anders das ist als bei uns. Dann habe ich angefangen zu recherchieren – und gemerkt wie viel da drinsteckt. In Deutschland gibt es eigentlich nichts Vergleichbares im Fernsehen zum Thema Hochzeit.“ Die ARD-Mediathek suchte schon länger nach einem neuen Konzept für ein Format – und Pflaume wusste sofort, wen er dafür an seiner Seite haben wollte.
Knossi erinnert sich: „Als Kai mir davon erzählt hat, war mir klar: Das passt perfekt. Reisen, Hochzeiten, Liebe – und Kai Pflaume, der ja mit ‚Nur die Liebe zählt‘ eine ganze Generation geprägt hat. Das ist so ein toller Mix. Wir denken immer Hochzeit ist wie bei uns. In dieser Sendung wirst du sehen: Das ist unfassbar, wie geheiratet wird auf dieser Welt.“
Fünf Hochzeiten, fünf Kulturen – und eine Gemeinsamkeit: Liebe
Die Dokureihe zeigt nicht nur romantische Momente, sondern die ganze Bandbreite von Ritualen, Bräuchen und Emotionen. Und die beiden sind mittendrin – Situationen, die man nicht hätte planen können.
In der Mongolei etwa fanden sie sich in einer Jurte wieder – morgens um sieben, bei einer Mischung aus Ziegenmilch und Wodka. Knossi lacht: „Du guckst raus, und da galoppieren wilde Pferde vorbei. Das ist unglaublich.“ Ein Drehbuch gab es nicht. „Wir wussten oft nicht, wie es weitergeht. Was passiert, passiert“, so Jens Knossalla.

Vanuatu war dagegen eine Herausforderung ganz anderer Art: kein Strom, kein fließendes Wasser, kein Kontakt zur Außenwelt. Nur durch den Zufall, dass eine deutsche Vulkanforscherin seit Jahren dort forscht und das indigene Volk kennt, konnte das Team überhaupt diese Hochzeit begleiten. Sie vermittelte den Kontakt, denn die Frau, die dort geheiratet hat, ist quasi ihre Patentochter. Telefonieren oder mailen kann dort niemand.
„Sowas ist wirklich crazy. Dass es solche Orte noch gibt, wirkt fast surreal“, sagt Pflaume. „Aber die Menschen dort leben vollständig autark. Wenn es dunkel ist, ist es dunkel.“
„Wir kamen als Fremde und gingen überall als Freunde“
Gastfreundschaft, die unter die Haut geht.Trotz aller Extremen erlebten beide vor allem eines: Menschen, die ihnen Tür und Herz öffneten. „Wir kamen als Fremde und gingen überall als Freunde“, erzählt Knossi. Und weiter: „Manchmal haben die Leute geweint, als wir losmussten.“
Der Austausch mit den Paaren war intensiv – auch wenn Sprachbarrieren trotz der anwesenden Dolmetscher manchmal groß waren. In der Mongolei etwa wurde ausschließlich Mongolisch gesprochen. In Vanuatu half die örtliche Lehrerin, die ein wenig Englisch konnte. Trotzdem verstanden sie die Emotionen auch ohne Worte: In Vanuatu beispielsweise schrie die Mutter der Braut laut auf, als ihre Tochter mit der Hochzeit das Dorf verließ – ein ritueller Ausdruck des Abschieds und der Liebe. „Solche Momente vergisst du nicht“, sagt Knossi. „Tränen gab es eigentlich immer.“

Überraschende Traditionen – Kai und Knossi mittendrin
Viele Bräuche entpuppten sich als völlig anders als erwartet. In Mexiko zum Beispiel war die Zeremonie zunächst ein Rätsel: Als Pflaume und Knossi um 15:00 Uhr an der „Hacienda“ ankamen, war niemand da. Nicht ein einziger Gast, nicht einmal die Deko war vorbereitet. „Wir dachten zuerst, wir sind am falschen Ort“, erzählt Pflaume. Vier Stunden später war plötzlich alles da: Blumen, Chor, Catering – und sogar ein Valet-Parking-Service, der die Autos 20 Meter weiterfuhr. „In Deutschland wären sie schon drei Tage vorher da gewesen“, scherzt Knossi. Aber genau darum geht es: Die kulturellen Unterschiede aufzuzeigen.
Auch der „First Look“, den es bei dieser mexikanischen Hochzeit gab, war neu für das Duo: Der Bräutigam sieht die Braut vor der Trauung zum ersten Mal – ausschließlich für Fotos und Videos. „Das ist bei uns ja ganz anders“, so Pflaume.

Und natürlich durfte die traditionelle Reiterprozession nicht fehlen: Der Bräutigam reitet gemeinsam mit seinem Vater und den Freunden zur Kirche. Auch Kai und Knossi stiegen in ihre schwarzen Charro-Outfits aufs Pferd. „Ich habe mir dabei erstmal die Hose gerissen“, gesteht Knossi und lacht. Sogenannte „Charros“ sind mexikanische Cowboys. Das Einreiten ist ein wichtiger Teil der mexikanischen Kultur: Der Charro ist nämlich mehr als nur ein Reiter, er ist ein Symbol für mexikanisches Erbe.
Die traditionelle Kleidung wurde den beiden teilweise sogar von den Menschen dort maßgeschneidert: „Also, ich habe jetzt richtig tolle Sachen im Schrank“, freut sich Knossi.
Kai und Knossi: So gut passen sie zusammen
Ein besonderes Element der Serie ist die Dynamik zwischen den beiden Protagonisten: der erfahrene TV-Moderator und der energiegeladene Streaming-Star. Pflaume sagt: „Wir treffen uns eigentlich in der Mitte. Jens ist wahnsinnig fernsehaffin – und durch Shows wie „Let’s Dance“ lernen ihn viele Menschen in einem ganz anderen Kontext kennen.“
Knossi ergänzt: „Ich merke das richtig. Leute sprechen mich auf meinen YouTube-Kanal an oder sagen: ‚Sie sind doch der aus dem Fernsehen.‘ Es vermischt sich total.“ Pflaume sagt außerdem: „Ich glaube, das ist auch die Ebene, auf der wir sehr, sehr gut miteinander funktionieren und auch viel Spaß haben. Hier und da gibt es natürlich so diese Momente, wo ich dann sage: ‚Ach Jens‘. Wie das mit der gerissenen Hose.“
Diese Mischung sorgt im Format für Humor und immer wieder spontane Überraschungen – auch weil mit kleinen Kameras gedreht wurde, fast wie auf einer echten Urlaubsreise. „Man vergisst irgendwann, dass man gefilmt wird“, so Knossi.
Das erwartet die Zuschauer:
Wer glaubt, die Dokureihe sei nur etwas für Romantiker, liegt falsch. „Es geht nicht primär ums Heiraten“, betont Pflaume. „Das ist nur die Träger-DNA. Eigentlich geht es um Menschen, Kulturen und Begegnungen.“ Ein Hochzeitsformat, aber nicht im klassischen Sinne. Knossi sagt: „Auch Leute, die mit Hochzeiten nichts am Hut haben, werden das spannend finden.“ Und mittendrin das beliebte Duo. Zusammenfassend würden sie das Format so beschreiben: „krass, abenteuerlich, gefühlvoll.“ Drei Worte, die eigentlich alles sagen.
Die komplette Reihe gibt es exklusiv in der ARD-Mediathek und ab dem 23. Dezember auch auch im Free-TV im Ersten.







