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"Trackmania" Preview: Im Windschatten von "Trackmania Nations"? | Angespielt

Es geht zurück ins Stadion: Mit "Trackmania" will Nadeo an den großen Erfolg von "Trackmania Nations" anknüpfen. Wir konnten eine anspielen und verraten euch, ob uns die Jagd nach der Bestzeit direkt wieder gepackt hat.

Nur noch diese eine letzte Kurve vor dem Ziel richtig hinbekommen… Dieses brutale Gefühl, wie nah pure Verzweiflung und grenzenlose Freude beieinander liegen können, kennen Rennspieler bereits seit dem Jahr 2003, als das erste "Trackmania" vom französischen Entwicklerteam Nadeo veröffentlicht wurde. Zahlreiche Ableger und Fortsetzungen sind seitdem erschienen, doch am brillant-simplen "Time Trial"-Spielprinzip hat sich eigentlich seit knapp 17 Jahren nichts geändert. Im Grunde steuert ihr auch in den Multiplayer-Duellen von "Trackmania" (trotz einblendbarer Gegner) solo euer Fahrzeug auf meist anspruchsvollen Strecken, versehen mit spektakulären Sprüngen, waghalsigen Loopings und irren Kurven – immer mit der potenziellen Bestzeit vor Augen.

Trackmania Preview Looping
Der alltägliche Wahnsinn von "Trackmania"       Ubisoft/Nadeo

Die Faszination an "Trackmania" lässt sich für Außenstehende nur schwer beschreiben - bis man selbst einmal das Gamepad in die Hand nimmt und sich in diesem rauschhaften Geschwindigkeitssog nach der Bestzeit verliert. Im besten Fall funktionieren die Trackmania-Strecken wie Etappen: Nach und nach werden Passagen greif- und schnell fahrbar, die zunächst fast unmöglich wirken. Besonders talentierte Bestzeitjäger sezieren die Checkpoint-getriebenen Strecken dann nach möglichen Abkürzungen durch komplett irre Sprünge oder Fahrmanöver. Dass die Fangemeinde vor allem den Multiplayer-Ablegern der "Trackmania"-Franchise die Treue hält, lässt sich auch am aktuellen Stand von "Trackmania Nations Forever" aus dem Jahr 2008 ablesen: Obwohl das Spiel mittlerweile stolze 12 Jahre auf dem Buckel hat, tummeln sich anno 2020 immer noch knapp vierstellige Spieler-Zahlen zu jeder Uhrzeit auf den Trackmania-Servern, die mittlerweile mit einer Vielzahl an anspruchsvollen Custom Maps ausgestattet sind.

 

Back to the Stadium-Roots mit “Trackmania” | So spielt es sich

Genau jene "Trackmania"-Veteranen sowie neugierige Neueinsteiger möchten die Entwickler von Nadeo mit "Trackmania" abholen. Nachdem zuletzt "Trackmania Turbo" im Jahr 2016 angesichts seiner großen Vielfalt, seiner grafischen Opulenz sowie umfangreichen Features fast schon die Deluxe Variante der "Trackmania"-Franchise darstellt, besinnt sich das neue "Trackmania" komplett auf die einstigen Stärken der Franchise und wirkt gegen das bunte Treiben von "Turbo" fast schon so wie der biedere Multiplayer-Bruder, der jedoch die Essenz der Franchise verkörpert, wie kein anderer. Im Mittelpunkt stehen nämlich auch diesmal rasante kompetitive Herausforderungen im Stadion-Setting mit einem stärkeren Fokus auf Wettbewerb, Community und dem Erschaffen von neuen Rennstrecken.

Trackmania Tech Preview
Die "Road Bump"-Abschnitte sind richtig gut gelungen        Ubisoft/Nadeo

Was uns in der Preview-Fassung von "Trackmania" direkt positiv auffällt, ist das deutlich vielfältigere Terrain im Stadion-Setting: Auf den Eis-Strecken schlittern wir wirklich fast unkontrollierbar über die Strecke, nehmen Seitenwände zum Boosten und als Begrenzungen so gut wie möglich mit. Die neuen "RoadBump"-Strecken mit einer leichten Erhebung in der Mitte bringen einen anspruchsvollen Tech-Aspekt beim Fahren ein und erinnern in ihrer Beschaffenheit so ein bisschen an Wipeout oder F-Zero. Und natürlich sind neben den regulären Asphalt-Strecken auch "Dirt Roads" wieder dabei. Hilfreich bei der Rekordjagd sind auch die neuen "Geister", die euch nach jeder Checkpoint-Bestzeit euren bisher besten Versuch anzeigen.

Ansonsten fühlt sich „Trackmania“ bereits nach kurzer Zeit wieder so an, wie man es gewohnt ist und wirft auch direkt dieselben Schlussfolgerungen auf: "Wenn ich diese Kurve noch ein wenig enger nehme, sollte noch ein Hundertstel drin sein…" Das Stadion-Setting ist stark an "Trackmania 2" angelehnt, doch deutlich vergrößert, um den Spielern im äußert umfangreichen Editor alle Möglichkeiten zu bieten selbst gigantische Maps zu entwerfen und auch für die Öffentlichkeit bereitzustellen.

 

Trackmania: So werden Gelegenheitsspieler und Pros bedient | Free-to-Play vs. Jährliche Gebühr

Tatsächlich betont Nadeo immer wieder, dass "Trackmania" einen deutlich stärkeren Fokus auf den Community-Aspekt der Spielreihe richten soll. Das wird nur durch den Map Editor gewährleistet, sondern durch die neuen Clubs: Die können „Trackmania“-Spieler nicht nur gründen und sich ihnen anschließen, sondern sollen dadurch auch Zugang zu exklusiven Inhalten und Aktivitäten erhalten. Generell sind die Clubs wie ein kleiner Mikrokosmos: Im eigenen Social-Hub soll es eigene Teststrecken geben, selbst gebaute Strecken können bspw. auch nur auf Club-Ebene geteilt werden. 

Daneben gibt es eben auch wieder tägliche, wöchentliche Turniere sowie die "Trackmania Grand Championship", die sich speziell an die E-Sport-Gemeinde richtet. Generell wählt Trackmania einen ähnlichen Ansatz, wie andere Multiplayer-Titel: Alle drei Monate wird die Saison geändert mit brandneuen Strecken und Herausforderungen.

Trackmania Preview Custom Design
Customs Skins stehen euch in der Club-Variante zur Verfügung         Ubisoft/Nadeo

Um alle die unterschiedlichen Typen von Spielern, vom Gelegenheitsspieler bis zum "Trackmania"-Pro zu bedienen, haben sich Ubisoft/Nadeo ein Free-to-Play- sowie ein jährliches Zahlungsmodell überlegt: Wie schon im Original wird die Basic-Variante von "Trackmania" auch diesmal Free-to-Play sein. Im kostenlosen Starter-Paket nehmt ihr an den offiziellen Kampagnen teil, die sich alle drei Monate verändern, könnt also auf insgesamt 25 Strecken (die sich alle drei Monate ändern) im Solo und im Multiplayer um regionale Rankings auf Bestzeit gehen und den Streckeneditor austesten.

Im Standard-Paket, das mit 9,99 Euro jährlich anfällt, könnte ihr zusätzlich zu den "Starter"-Funktionen "an täglichen Wettbewerben teilnehmen und alle 'Strecken des Tages' sowie die Strecken aus den Kampagnen dauerhaft behalten. Daneben bietet die Standard-Variante "mehr von Spielern geschaffene Inhalte sowie vollen Zugang zu den Bearbeitungstools (Replays und Strecken) und den Review-Servern für Strecken."

Die Premium-Variante ist der Club-Access, in dem ihr zunächst einmal besagte Clubs gründen oder joinen könnt, selbsterstellte Club-Aktivitäten einstellen und das eigene Auto bspw. mit Custom-Skins ausstatten dürft. "Spieler erhalten außerdem Zugang zu der von Ubisoft Nadeo organisierten Open Grand League und können sich für die Trackmania Grand League qualifizieren." Der Club-Access fällt jährlich mit 29,99 Euro bzw. im 3-Jahres-Abo mit 59,99 Euro zu Buche.

Wie sich die Clubs auf das alltägliche Spielgeschehen auswirken werden, lässt sich aktuell noch nicht einschätzen.

 

Trackmania: Unser erstes Fazit aus der Preview

"Trackmania" ist und bleibt eben "Trackmania": Fast 14 Jahre nach "Trackmania Nations" hat sich am Spielprinzip der kultigen Franchise nicht wirklich viel geändert, aber warum auch? Schließlich ist die Jagd nach der Bestzeit immer noch so motivierend wie eh und je. „Trackmania“ erfindet das Rad nicht neu, doch die neuen Streckentypen, die etwas aufgehübschte Präsentation sowie der brillante Strecken-Editor hinterlassen einen guten Eindruck.

Sehr positiv auch, dass alle Gelegenheitsspieler mit "Trackmania" im Starter-Paket komplett kostenlos durchstarten können. Wie sich die neuen Clubs und Events auf das Renngeschehen auswirken und ob auch die "Starter"-Maps lang genug motivieren, lässt sich momentan noch nicht einschätzen.

Doch spätestens ab dem 01. Juli wissen wir mehr: Dann wird Trackmania über die Ubisoft-Plattform Uplay sowie über den Epic Games Store veröffentlicht. Und natürlich liefern wir euch dann  auch einen finalen Test zu "Trackmania". Wie das Gameplay in der Preview-Fassung aussieht, seht ihr im Video oben im Artikel!

 


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