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Tote Mädchen lügen nicht: Netflix löscht umstrittene Szene nach Selbstmord-Debatte

Von Anfang an stand die Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ wegen ihrer Darstellung von Selbstmord in der Kritik. Nun zog Netflix Konsequenzen! 

Tote Mädchen lügen nicht Katherine Langford Hannah Baker
„Tote Mädchen lügen nicht“: Erschütternde Studie belegt Suizidanstieg nach Netflix-Serie. | Netflix

Im Netflix-Drama „Tote Mädchen lügen nicht“ geht es um Hannah Baker (Katherine Langford), die sich das Leben nimmt und 13 Tapes an die Personen verschickt, die eine Mitschuld an ihrem Suizid tragen. Schnell wurde Kritik laut, die auf die Gefahren der Serie, besonders für suizidgefährdete Jugendliche, verwies. Die Serie könne Jugentliche negativ beeinfluss, Hannah könne Nachahmer finden, so die Befürchtungen. 

Diese Angst schien sich in Teilen zu bewahrheiten. Die Fachzeitschrift „Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry“ veröffentlichte vor geraumer Zeit eine Studie, die belegt, dass es nach dem Erscheinen von „Tote Mädchen lügen nicht“ vermehrt zu Suiziden unter jungen Menschen kam.

Demnach stiegen die Selbstmorde bei Jungen zwischen 10 und 17 Jahren um 28 Prozent im ersten Monat nach dem Anlaufen der Netflix-Serie. In den neun Monaten danach gab es 195 Suizide mehr in dieser Altergruppe. Das ist deutlich höher als Prognosen vorausgesagt hatten.

Nichtsdestotrotz betonen die Wissenschaftler, dass die Studie keinesfalls den Grund für diesen Anstieg beweist. Ein unbekannter dritter Faktor könne dafür zuständig sein.

 

Netflix: Erstes Statement nach Studie zu „Tote Mädchen lügen nicht“

Netflix gemeldete sich daraufhin zu Wort und reagiert auf die erschütternde Studie. „Wir haben gerade von dieser Studie erfahren und untersuchen nun die Forschungsergebnisse, da sie der Studie der University of Pennsylvania von letzter Woche widerspricht. Es ist ein extrem wichtiges Thema und wir haben hart daran gearbeitet, sicherzugehen, dass wir verantwortungsvoll mit diesem sensiblen Thema umgehen“, so ein Sprecher des Streaming-Anbieters.

Netflix spricht in diesem Statement die Studie der University of Pennsylvania an, die nach dem Erscheinen der zweiten Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“ 729 Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren befragte. Die Befragung ergab, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass die Zuschauer nach dem Schauen der zweiten Staffel zu Selbstverletzung oder Suizid neigen.

 

Nach Kontroverse um steigende Selbstmordrate durch "Tote Mädchen Lügen Nicht": Netflix löschst Suizid-Szene

Nun, rund zwei Jahre nach dem Start der Serie und etliche Monate nach der Veröffentlichung der Studie, hat Netflix doch Konsequenzen gezogen und sich zur Löschung einer besonders drastischen Szene entschieden. 

In einer Erklärung des Streaming-Dienstes heißt es, man habe sich auf Anraten medizinischer Experten zur Überarbeitung der drei-minütige Szene aus Staffel 1 entschieden, in der der Suizid der Hauptfigur dargestellt wird.

"Wir haben von vielen jungen Menschen gehört, dass 'Tote Mädchen Lügen Nicht' sie dazu ermutigt habe, Gespräche über schwierige Themen wie Depressionen und Selbstmord zu beginnen und Hilfe zu suchen - oft zum ersten Mal", so Netflix. In Vorbereitung auf die im Sommer erscheinende 3. Staffel der Serie habe man sich allerdings auf Anraten von Dr. Christine Moutier, der leitenden Ärztin der American Foundation for Suicide Prevention, dazu entschieden, die Szene zu überarbeiten, in der sich hannah das Leben nimmt. 

Während die Originalszene detailliert zeigte, wie sich Hannah in der Wanne die Pulsadern aufschneidet, ist in der überarbeiten Version lediglich das Gesich der Protagonistin im Spiegel zu sehen. Die nächste Einstellung zeigt nicht sie, sondern die Reaktion ihrer Eltern auf ihren Tod.

 
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