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„Tote Mädchen lügen nicht“-Macher verteidigen brutale Vergewaltigungs-Szene in Staffel 2

Tote Mädchen lügen nicht Staffel 2
„Tote Mädchen lügen nicht“-Macher verteidigen brutale Vergewaltigungs-Szene in Staffel 2 Netflix

Tote Mädchen lügen nicht“: Eine drastische Vergewaltigungs-Szene, die in Staffel 2 in allen brutalen Details gezeigt wird, schockiert und sorgt für Kritik.

Wer Staffel 2 von „13 Reasons Why“ noch nicht gesehen hat, sollte nicht weiterlesen, denn es folgen gravierende Spoiler!

Bereits in Staffel 1 von „Tote Mädchen lügen nicht“ wurden Gewalt und Vergewaltigung thematisiert. Doch eine Szene, in der ein Schüler einen anderen auf der Schul-Toilette misshandelt, war vielen Zuschauern zu heftig.

Kritische Stimmen fordern daher, die 2. Staffel aus dem Netflix-Programm zu nehmen. Natürlich haben Film- und Serien-Macher eine gewisse künstlerische Freiheit, die es ihnen erlaubt auch explizite Inhalte darzustellen, doch die relevante Szene ist selbst für Hartgesottene schwer anzusehen.

Vergewaltigung wurde auch bei „Tote Mädchen lügen nicht“ schon häufig abgebildet, doch noch nie so detailliert wie in Staffel 2. Dazu kommt, dass der sexuelle Missbrauch am Ende der Staffel einen Mann betrifft.

Sexueller Missbrauch an Männern ist ein noch größeres Tabuthema, doch es ist die besonders grausame Weise, in der dem betroffenen Gewalt angetan wird, die die Zuschauer schockiert.

Produzent Brian Yorkey verteidigt die Entscheidung, die Szene in dieser Weise abzubilden. „Wir haben herausgefunden, dass es an High Schools in ganz Amerika passiert. Oft sind es Sportler, die andere Schüler mit Billiard Kös oder dem Stiel eines Schrubbers vergewaltigen. Es ist inzwischen fast zur Epidemie geworden“, erklärt er in der Talk-Sendung „13 Reasons why: Beyond the Reasons“. „Es wird äußerst selten gemeldet. […] Männer sprechen nicht gern darüber“, fügt er hinzu.

Doch auch der Zusatz des Produzenten und der Psychologin, die die Show in beratender Funktion begleitet, für Männer sei Vergewaltigung noch schwerer, sorgt für Irritation und Verärgerung:

In der Serie ginge es nun einmal darum, die traurige Realität an vielen Schulen in den USA abzubilden und einen Dialog darüber anzukurbeln.

Netflix versucht unterdes, die Zuschauer vor bösen Überraschungen zu bewahren, indem sie am Anfang der besonders schwierigen Folgen Warnungen eingeblendet.

Netflix stelle zudem viele Ressourcen bereit, mit deren Hilfe die Zuschauer das Gesehene verstehen und aufarbeiten könne, so Yorkey.

„Tatsache ist, so drastisch die Szene auch sein mag, und wie heftig die Reaktion darauf ausfallen mögen, sie nähert sich nicht einmal annähernd dem wahren Schmerz, den Menschen erfahren, die diese Dinge durchleben müssen. Wenn wir etwas als 'abartig' oder schwer verdaulich bezeichnen, bedeutet das oft, dass wir Scham damit verknüpfen. Wir sollten aber eher damit konfrontiert werden“, erklärt Yorkey weiter.

„Wir sind der Meinung, dass darüber zu sprechen wesentlich besser und hilfreicher ist als Schweigen.“ Damit wollen die Macher der Serie Opfern von sexuellem Missbrauch Mut machen, Hilfe in Anspruch zu nehmen und zu erkennen, dass sie selbst keine Schuld trifft. 

 
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