Kino

Tödliche Schüsse bei Batman-Vorführung

12 Tote und mindestens 50 Verletze bei einer US-Vorführung von "The Dark Knight Rises". Ein Maskierter benutzte Tränengas und schoss ins Publikum.

Bei einer Mitternachts-Vorführung von "The Dark Knight Rises" in Aurora nahe der Stadt Denver sind nach Angaben von US-Medien vierzehn Menschen getötet und mindestens 50 Menschen verletzt worden, darunter auch Kinder. Nach Augenzeugenberichten brach etwa 15 Minuten nach dem Filmstart ein maskierter Mann eine Notausgangstür auf, warf eine Rauchbombe und schoss anschließend wahllos ins Publikum. Laut eines örtlichen Radiosenders glaubt die Polizei zudem, dass sich auf dem Parkplatz der Shopping Mall, in dem das Kino "Century Aurora 16" liegt, eine Bombe befinden könnte. Die Polizei hat diese Information nicht offiziell bestätigt, es sollen inzwischen aber Sprengstoffexperten vor Ort sein. Die Polizei hat die nähere Umgebung des Kinos vorsorglich evakuiert. Die Lage ist insgesamt unübersichtlich. Nach Angaben der Polizei starben die meisten der 12 Opfer bereits im Kino, einige erlagen später in den verschiedenen Krankenhäusern, in denen die Menschen behandelt wurden, ihren Verletzungen. Laut Jacque Montgomery, der Sprecherin des "University of Colorado Hospital", in dem etwa 20 Opfer versorgt wurden, befinden sich weitere Personen in kritischem Zustand - auch in anderen Kliniken. Alle Patienten hätten demnach Schussverletzungen erlitten, von leicht bis kritisch. Die Polizei hatte auch Streifenwagen zum Abtransport der Opfer verwendet, um noch schneller die Klinik erreichen zu können. "Die Verletzten kamen mit der Polizei, mit dem Krankenwagen oder direkt zu Fuß in die Klinik", berichtet Montgomery.

 

Fataler Irrtum: Schüsse schienen zum Film zu gehören

Das große Multiplex-Kino zeigte "The Dark Knight Rises", der in den USA heute schon eine Woche früher startet als in Deutschland, in mehreren Sälen als Mitternachts-Vorschau. Zur Schießerei kam es im Saal neun, viele Besucher hatten die Geräusche zunächst für einen Teil des Films gehalten. Erst die flüchtenden und schreienden Menschen sowie herumfliegende Einrichtungsgegenstände hätten den Ernst der Lage erfassbar gemacht. "Als meine Augen zu brennen begannen, wurde mir erst klar, dass hier etwas ganz furchtbar schief geht", so ein Augenzeuge, der aus einem der Kinosäle flüchten konnte. "Diese Typen schossen einfach in die Menge. Da waren Kinder drin!" Der Zeuge sagte außerdem, dass einer der Täter seine Waffe aus nächster Nähe auf ein Baby gerichtet und abgedrückt habe. Indes hat die Polizei den mutmaßlichen Täter hinter dem Kino auf dem Parkplatz der Shopping Mall festgenommen. Er trug eine Pistole, ein Gewehr und ein Messer bei sich, im Auto des Mannes wurden weitere Waffen gefunden. Der Mann gab zudem an, in seiner Wohnung Sprengstoff versteckt zu haben. Das Haus wird nun von der Polizei durchsucht. Zur Zahl der Schützen gab es widersprüchliche Angaben: Einige US-Medien berichteten zunächst von einem Trio, andere gingen von einem Einzeltäter aus. Polizeichef Dan Oates stellte inzwischen klar: "Wir haben keine Hinweise auf einen zweiten Schützen." Polizeisprecher Frank Fania ergänzte, dass der 24-jährige Täter außer seiner schweren Bewaffnung auch eine kugelsichere Weste getragen habe. "Er hat sich der Festnahme nicht widersetzt, er hat nicht gekämpft", berichtet Fania außerdem. Die Identität des Mannes wird noch unter Verschluss gehalten, auch über mögliche Motive macht die Polizei derzeit keine Angaben. Inzwischen hat sich auch das FBI in die Untersuchungen eingeschaltet. Aurora, ein Vorort von Denver, liegt knapp 20 km von Littleton entfernt, wo es im April 1999 zum Amoklauf an der Columbine Highschool kam.



Tags:
TV Movie empfiehlt