Fernsehen

Tobias Moretti spielt Hauptrolle in "Maskenmann"-Film

In den 90ern hielt eine Mordserie in Schullandheimen die Nation in Atem. Das ZDF hat die Story um den „Maskenmann“ mit Tobias Moretti in der Hauptrolle verfilmt.

Im Namen meines Sohnes
Vater Claus Jansen (Tobias Moretti) und Bruder Sebastian Jansen (Merlin Rose) trauern um Hannes am Tatort.

"Im Namen meines Sohnes" erzählt die Geschichte von Claus Jansen (Tobias Moretti), dessen Sohn Hannes 1992 über Nacht aus einem niedersächsischen Schullandheim entführt wird. Nur kurze Zeit später wird seine Leiche gefunden. Die Ermittlungen der Polizei liefern keine Ergebnisse, es werden sogar noch zwei weitere Jungen aus Norddeutschland ermordet aufgefunden. Also fängt Jansen an selbst zu ermitteln und verliert dabei sich selbst.

Das ZDF hat den Stoff, der in den 90er- und Anfang der 00er-Jahre sämtliche nationalen Zeitungen belagerte, filmisch aufgearbeitet. Im Vordergrund steht der Vater des ersten ermordeten Jungen und der Film zeichnet den Verlauf der Geschehnisse bis zur Verurteilung des Mörders nach. Laura Kaczmarek hat "Im Namen meines Sohnes" für TV Movie Online vorab gesehen und mit Tobias Moretti ("Kommissar Rex") über seine komplexe Rolle gesprochen: 

Tobias Moretti, Im Namen meines Sohnes
Claus Jansen (Tobias Moretti) sucht jahrelang nach Hinweisen auf den Mörder seines Sohnes

TV Movie Online: Herr Moretti, Claus Jansen ist eine sehr emotionale Person. War es schwer, sich in diese Person hineinzuversetzen?

Tobias Moretti: Für mich ist er ein offenes Blatt gewesen. Vom ersten bis zum letzten Drehtag. In seiner ganzen Bandbreite, in seiner Ohnmacht und seiner Art der Aufarbeitung.

Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?

Es steckt viel von mir in der Figur. Eine Mischung aus der dokumentarischer Aufbereitung der Person und meinen Reaktionen. Das ist bei jeder Figur so.

Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Ja, die Situation in der Turnhalle beim Sammelverhör. Da zuckt er total aus, nachdem eine Frau sagt: 'Er ist bestimmt abgehauen'. Das war in Wirklichkeit nicht so, das weiß man. Das war einfach, wie ich in so einer Situation reagieren würde. Da haben sich alle Komparsen im Raum erschrocken. Das war echt.

Claus' Leben beginnt zu zerbrechen, je mehr er sich in die Lösung des Falls vertieft. Er verliert sich im Chaos - wie erklären Sie sich das?

Er ist ein völlig pragmatischer Mensch, einer der sein ganzes Weltverständnis auf Logik aufbaut. Für so einen Menschen ist es noch mal schwerer, mit einer solchen Grausamkeit umzugehen.

Das klingt nach einem extrem tragischen Leben. Glauben Sie, dass ihm mit der Lösung des Falls eine Last von den Schultern genommen wurde?

Er stirbt neun Tage nach der Auflösung, als eine Art Vollendung. Von dieser fast schon biblischen Natur ist sein ganzes Schicksal geprägt. Als hätte alles seinen Sinn.

Glauben Sie, dass Familien diesen Film gemeinsam schauen sollten?

„Man kann den Film schon mit der Familie schauen, aber für einen 10-Jährigen ist das wohl zu viel. Eher so ab 14 oder 15 Jahren. Außer, man schaut es zusammen, dann besteht immer die Möglichkeit darüber zu sprechen.“

„Im Namen meines Sohnes“ ist am 2. Mai um 20:15 Uhr im ZDF zu sehen. Tobias Moretti überzeugt mit einer grandiosen Schauspielleistung. Ein ergreifender Film, der aufgrund seines Realitätsbezugs zum Nachdenken anregt. Spannend und emotional zugleich!



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