Kino

"Titanic"-Ende unrealistisch

"Titanic"-Ende unrealistisch
"Titanic"-Ende unrealistisch (Fox) Fox

15 Jahre behauptete James Cameron, dass sein Held Jack nie eine Chance hatte. "Falsch", sagen die Mythbusters.

James Camerons "Titanic": ein gewaltiger Erfolg, eine große Romanze, eine epochale Katastrophe - und ein klitzekleiner Irrtum. Denn ein cineastischer Disput, der seit 15 Jahren latent geführt wurde, fand jetzt sein verbindliches, wenngleich unbequemes Ende - zumindest für den Schöpfer des melodramatischen Meisterwerks. Wir erinnern uns an die Schlussphase. Titanic gesunken, Jack gesunken, Rose in Tränen versunken - kurz: alles ganz schrecklich. Dennoch waren in all den Jahren nie die zweifelnden Fragen der Fans verstummt: "Warum hat Jack es nicht mit einem beherzten 'rutsch mal rüber, Schatz' versucht. Der Klassiker aus Millionen zu schmaler Betten, hätte doch auch hier funktioniert. Genug Platz war ja." Leicht pikiert wurde der Regisseur nie müde zu beteuern, dass die Option schlicht nicht bestand - Physik samt Verdrängungsgesetz und Thermodynamik sei klar auf Seiten der Raubfische gewesen. Und dann wurde er eben doch müde - und bat die Mythbusters um zweifelsfreie Klärung. Das Desillusionierungs-Duo machte sich prompt ans Werk - und hat jetzt einen Fan weniger. Dummerweise einen in Hollywood ziemlich einflussreichen. Denn ihren Experimenten zufolge hätte die Planke durchaus Jack und Rose getragen. Vorausgesetzt, das Pärchen wäre auf den schlauen Trick gekommen, Rose' Rettungsweste unter dem improvisierten Floß zu befestigen. Ein fassungsloses "Ehrlich?" solle die Reaktion des geschockten Cameron gewesen sein, als ihm das von den Mythbusters eröffnet wurde.

 

Ein Brett von einem Irrtum

Für andere leicht peinlich, für einen Perfektionisten wie den Schöpfer von "Avatar" sein persönliches Waterloo: Um die Titanic möglichst realistisch versinken zu lassen, wollte er das Unglücksschiff ursprünglich im Originalmaßstab nachbauen und forderte dazu einen Wassertank mit 64 Millionen Liter Fassungsvermögen. Davon konnte ihn das Studio zwar noch abbringen, aber 250 Millionen Dollar wurden trotzdem mit dem Dampfer beim Dreh versenkt. Eine Viertelmilliarde für maximalen Realismus - und dann stolpert Cameron beim Reality Check seines Grande Finale absaufender Emotionen über ein Holzgestell, das er mit ein paar Brettern und Nägeln in zehn Minuten selbst zusammengezimmert hätte.



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