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"The Kominsky Method": Kein seriengewordener Sex-Marathon wie "Two and a Half Men"

The Kominsky Method“: Heute erscheint auf Netflix die neuste Comedy-Serie aus der Feder von Sitcom-Großmeister Chuck Lorre. Lohnt sich das Einschalten?

The Kominsky Method
"The Kominsky Method" mit Michael Douglas und Alan Arkins: Chuck Lorre kann auch anders | Serien-Kritik. Bild: Netflix

Chuck Lorre - Filmproduzent, Drehbuchautor, Regisseur und vieles mehr - ist mittlerweile 66 Jahre alt. Nicht mehr der allerjüngste, könnte man sagen. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb sich seine neuste Serie „The Komisky Method“ mit dem Thema des Alterns auseinandersetzt.

 

Mit „Two and a half Men“ und „The Big Bang Theory“ beschwerte uns der Serienschöpfer 2003 und 2007 zwei witzige und bissige Sitcoms. Sein neustes Serien-Projekt wird nun also mit Spannung und großen Erwartungen herbei gesehnt. Wird „The Kominsky Method“ laut und schrill wie die Nerd-Parade TBBT oder eher provokant und sexy wie Charlie Harpers (Charlie Sheen) seriengewordener Sex-Marathon?

Weder noch, denn Lorres neuste Komödie erzählt die Geschichte einer Altmännerfreundschaft. Zwar sind der abgehalfterte Schauspieler Sandy Kominsky (Michael Douglas) und sein bester Freund und Agent Norman Newlander (Alan Arkin) manchmal schlagfertig wie Charie Harper und manchmal altklug wie Sheldon Cooper – auch die Ladies spielen in ihrem Leben noch eine wichtige Rolle – doch „The Komisky Method“ schlägt deutlich leisere Töne an und befasst sich mit überraschender Ernsthaftigkeit mit den tragischen Momenten des Lebens.

Dazu gehören neben kleineren Problemen wie ständigem Harndrang oder anstrengenden Schülern – Sandy Kominsky unterrichtet an einer Schauspielschule junge Nachwuchstalente – leider auch die Krebserkrankung von Normans Frau oder die Pillensucht seiner Tochter (Lisa Edelstein).

Unterhaltsam wird „The Komisky Method“ vor allem dann, wenn Sandy und Norman sich wegen ihres Alters auf die Schippe nehmen oder sich wüste Beleidigungen an den Kopf knallen. So wirft Norman seinem besten Kumpel beispielsweise vor, er altere nicht in Würde und thematisiert im Beisein von Sandys neuster Flamme (Nancy Travis) dessen Prostata-Probleme.

"The Kominsky Method" auf Netflix: Alan Arkin, Michael Douglas
Alan Arkin und Michael Douglas in "The Kominsky Method". Bild: Mike Yarish/Netflix

Wer einen „klassischen Chuck Lorre“ erwartet, könnte von dieser Netflix-Sitcom enttäuscht werden, denn die Serie lädt häufiger zum Schmunzeln als zum Lachen ein und rührt die Zuschauer das ein oder andere Mal sogar zu Tränen.

Auch, dass Michael Douglas und Alan Arkins, der bereits vor 12 Jahren in „Little Miss Sunshine“ einen (koksenden und fluchenden) Großvater spielte, mit ihren 74 und 84 Jahren nicht mehr die Jüngsten sind, merkt man der Serie an, doch das ist ja irgendwie auch Sinn der Sache.

Wer sich auf Lorres neuen Ton einlassen kann und nicht davor zurückschreckt, beim Zuschauen das ein oder andere Mal innezuhalten, um auch über das eigene Leben zu sinnieren, dürfte sich mit „The Kominsky Method“ jedoch bestens unterhalten fühlen.

Ab heute ist die Sitcom für alle Netflix-Kunden auf dem Portal des Streaming-Anbieters abrufbar. Einen ersten Eindruck bekommt ihr im Trailer:



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