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"The Ballad of Buster Scruggs" auf Netflix: Dieser Neon-Western ist so gut, dass er weh tut

Die Coen-Brüder haben wieder zugeschlagen. In "The Ballad of Buster Scruggs" erzählen sie ab morgen auf Netflix sechs absurde Geschichten, die das Western-Genre revolutionieren könnten. 

"The Ballad of Buster Scruggs" auf Netflix: Dieser Neon-Western ist so gut, dass er weh tut
Die Coen-Brüder erzählen in "The Ballad of Buster Scruggs" auf Netflix sechs absurde Kurzgeschichten, die das Western-Genre revolutionieren könnten.

Mit „The Ballad of Buster Scruggs“ haben Ethan und Joel Coen – wie schon in Meisterwerken wie „Fargo“ (Film: 1996, Serie 2014), „The Big Lebowski“ (1998) oder „No Country for Old Men“ (2007) - einmal mehr bewiesen, was für verrückte Genies sie sind. Die Brüder haben ihrem Ruf mit dem Neon-Western alle Ehre gemacht, denn er ist absurd, grotesk und unterhaltsam.

Doch das Schönste ist: „The Ballad of Buster Scruggs“ ist mit Nichts zu vergleichen, das die beiden in der Vergangenheit aus dem Hut gezaubert haben.

Den Western, der sich aus sechs Kurzgeschichten zusammensetzt, stellten die beiden bereits auf dem Filmfestival in Venedig vor und wurden dafür völlig zu Recht mit Lob überschüttet.

Ab morgen (Freitag, 16. November 2018) ist er endlich auf Netflix zu sehen und zwar nur hier. Dabei hätte sich der Streifen mit Star-Besetzung sicherlich auch hervorragend auf der großen Kinoleinwand gemacht.

 

„The Ballad of Buster Scruggs“ gliedert sich in sechs Kurzgeschichten

 

Wer einen stringenten Film erwartet, dürfte irritiert sein, denn das neuste Coen-Meisterwerk gliedert sich in sechs einzelne Abschnitte, die alle eine eigene, in sich abgeschlossene Handlung, einen eigenen Cast und eine ganz eigene Atmosphäre haben.

Das Konzept des unverwüstlichen Western-Helden werfen die Coen-Brüder eiskalt über Bord. Damit geht das ein oder andere Klischee klassischer Western-Filme flöten, doch das ist auch gut so.

Übrig bleibt nur eins: Der Wilde Westen mag nicht immer gerecht sein, denn alles unterwirft sich dem Gesetz des Stärkeren, doch er ist der staubige Nährboden spannender Geschichten, die von Gesetzlosigkeit, Ehre und dem Tod erzählen.

 

Die Western-Anthologie „The Ballad of Buster Scruggs“ ist nichts für Freunde des Happy Ends

Mit der titelgebenden „Ballad of Buster Scruggs“ beginnt das Western-Märchen. Tim Blake Nelson mimt einen dünnen, überdrehten Cowboy, der „schneller schießt als sein Schatten“. Dabei wirkt Buster im weißen Anzug und mit Gitarre bewaffnet erstmal ach so harmlos, als er in der Eröffnungsszene singend durch die Prärie reitet. Diesen Eindruck müssen die Zuschauer schnell revidieren, doch die Moral von der Geschicht': Vorausschauend arbeiten die Coen-Brüder nicht.

Richtig heftig wird es in „Meal Ticket“ als ein verzweifelter Liam Neeson einen Theater-Schauspieler (Harry Melling) dem alle Gliedmaßen fehlen durch die Lande kutschiert. Der eine spült mit seiner hingebungsvollen Performance Geld in die Kassen, der andere versorgt im Gegenzug seinen hilflosen Freund. Als die Zuschauer nach und nach ausbleiben, gerät die Allianz des ungleichen Duos ins Wanken. Einer der beiden muss nun die Konsequenzen tragen...

 

„The Ballad of Buster Scruggs“: "Hier im Westen eskalieren die Dinge gerne mal"

Im vorletzten Kapitel „The Girl Who Got Rattled“ drehen die Coen-Brüder dann richtig auf und beweisen einmal mehr ihren Hang fürs Absurde. Zoe Kazan reist als Alice Longabaugh mit einer Planwagen-Kollone durchs Land, nachdem ihr Bruder unerwartet verstirbt. Die nun mittellose Frau sucht und findet eine Lösung für ihr Dilemma. Doch sie hat ihre Rechnung ohne die Coen-Brüder gemacht...

Der Tod schwebt über jeder dieser Geschichten, die mutig und anders sind und das Western-Genre mit Sicherheit nachhaltig prägen werden.

Die episodenhafte Märchensammlung sorgt für beste Unterhaltung, spielt mit den Erwartungen der Zuschauer und haucht dem wohl beliebtesten aller amerikanischen Genres neues Leben ein. Und das Beste: Man muss sich nicht einmal vom heimischen Sofa erheben, um sich das 132-minütige Spektakel zu Gemüte zu führen.



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