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"The Afterparty" | Apple TV+: "Erst wenn es unmöglich ist, ist es reizvoll!"

Ab dem 28. Januar ist "The Afterparty" auf Apple TV+ zu sehen. Wir haben im Vorfeld mit den beiden Serien-Schöpfern Chris Miller und Phil Lord ("Spider-Man: Into the Spiderverse", "21 Jump Street") über mörderische Inspirationen, funkelnde Musical-Einlagen und peinliche High-School-Erinnerungen gesprochen.

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The Afterparty Apple TV+
"The Afterparty" startet am 28. Januar auf Apple TV+: Wir haben mit den beiden Serienschöpfern über die neue Murder-Mystery-Serie gesprochen. Foto: Apple TV+

Eine chaotische High-School-Reunion, ein toter Musik-Star & ganz schön viele Verdächtige mit Motiv: Nach dem Riesen-Erfolg von "Only Murders in the Building" (Disney+) dürfen wir uns auf den nächsten Murder-Mystery-Nachschlag freuen. Der stammt diesmal aus den Federn der beiden Oscar-Gewinner Chris Miller & Phil Lord, die eine ganze Riege an Comedy-Größen versammeln, um ihren unterhaltsamen und verdammt abwechslungsreichen Murder-Mystery-Mix auf Streaming-Fans loszulassen.

Phil Lord und Chris Miller
Phil Lord (l.) und Chris Miller (r.) bei der Oscar-Verleihung 2019 Foto: IMAGO / ZUMA Wire

Die Besonderheit an "The Afterparty"? Jede Folge wird aus der Perspektive eines Verdächtigen bzw. einer Verdächtigen erzählt, die dem jeweiligen Geschehen ihren eigenen Spin verleiht. Von Action-Film über Musical-Episode bis hin zu einem eigenen animierten Film beeindrucken die einzelnen Folgen durch ihre Kreativität und ihren Wortwitz. Wir konnten mit Serienschöpfer Chris Miller über seine Idee zur Serie reden, die er bereits vor über 10 Jahren hatte. Und natürlich auch mit seinem kongenialen Co-Partner Phil Lord, der uns von einem besonders erinnerungswürdigen High-School-Treffen erzählt hat.

TVMovie: Chris, du hattest die Idee zur Serie schon vor über 10 Jahren. Kannst du uns verraten, was dich ursprünglich inspiriert hat?

Chris Miller: Ich war schon immer ein großer Fan des Murder-Mystery-Genres. Ich bin damit aufgewachsen Agathie Christie-Romane zu lesen, "Columbo" zu schauen und so ziemlich alle anderen Klassiker in diesem Genre zu verschlingen. Deshalb wollte ich schon immer etwas in diesem Bereich machen. Als ich mir damals Kurosawas "Rashomon" noch einmal angeschaut habe, ist mir die eigentliche Idee gekommen ein Murder-Mystery zu erzählen, in dem jede Figur die Sicht aus ihrer Perspektive erzählen könnte. Dadurch, dass man in jeder Folge kleine Hinweise einbaut, die zum großen Ganzen beitragen, hat es sich strukturell zunächst wie ein Mathe-Problem angefühlt. Die Idee den Mordfall nach einer High-School-Reunion spielen zu lassen, kam mir bereits kurz danach: Es macht Sinn, weil es eben auch eine Zeit ist, in der man mit alten Beziehungen und Erinnerungen nochmal konfrontiert wird. Und das kann ganz schön viel aufwirbeln.

TVMovie: Welche Erinnerung an eine High-School-Reunion kommt euch dazu spontan in den Sinn?

Phil Lord: Das Schöne an solchen Reunions ist vermutlich die Tatsache, dass es vielleicht fünf Minuten braucht bis man wieder eine Verbindung zu den Menschen aufbaut und die Nähe dieser Beziehungen wieder da ist. Gleichzeitig kommen aber natürlich auch die ganzen Sache an die Oberfläche, die einen immer noch verfolgen oder die man bereut. Vor ein paar Jahren war ich selbst auf einer High-School-Reunion: Und ich erinnere mich noch, dass es wirklich sehr schön war alle wiederzusehen. Und alle Anwesenden haben Chris und mir zu unserer Arbeit gratuliert. Und dann hab ich irgendwann am Abend den Tisch mit den Getränken darauf umgestoßen und war wieder komplett gedemütigt (lacht). Und ich dachte mir nur: "Ja, genau so hat sich die High School angefühlt!“

TVMovie: Ihr habt ein sehr talentiertes Ensemble für "The Afterparty" gefunden. Hatte das Casting eigentlich Auswirkungen darauf, was ihr in der Serie letztendlich machen konntet? Wäre zum Beispiel die großartige Musical-Folge auch ohne Ben Schwartz möglich gewesen?

The Afterparty bei Apple TV+ Musical
Die Musical-Episode mit Darsteller Ben Schwartz in "The Afterparty" Foto: Apple TV+

PL: Wir hatten wirklich das Glück, dass alle im Cast so unglaublich talentiert sind. Das gibt einem als Autor einfach alle Möglichkeiten. Ben war übrigens noch nie zuvor in einem Musical, aber er ist einfach so talentiert. Wenn er dann loslegt, springt sofort der Funke über.

CM: Absolut. Er ist einfach ein richtiger "Showman". Er war im Vorfeld aber auch ein wenig nervös, obwohl es etwas war, dass er schon immer machen wollte. Aber es hat ja im Endeffekt wunderbar geklappt.

TVMovie: Jede Folge ist einem anderen Genre gewidmet. Welche Episode stellte für euch die größte Herausforderung dar?

CM: Eigentlich ist jede Folge von "The Afterparty" wie ein kleiner Mini-Film, in dem die Kamera, die Kamera-Linsen, die Beleuchtung, die Musik, die Kostüme usw. je nach Genre angepasst werden mussten. Und deshalb war auch jede einzelne Folge auf ihre Art und Weise herausfordernd. Bei der besagten Musical-Folge mussten wir die Choreographie und die Songs natürlich so timen, dass sie auch die Geschichte weitererzählen. Und bei der Animationsfolge hatten wir eine komplett separate Pipeline, was die Vorgehensweise, das Charakter-Design und die Animationen angeht. Es war alles sehr herausfordernd, aber das macht letztendlich auch den Reiz aus. Und das ist auch der Grund, warum Phil und ich uns immer an Stoffe und Projekte heranwagen, die es so noch nicht gab. Erst, wenn es unmöglich erscheint, ist es für uns richtig reizvoll. Dahingehend sind wir schon etwas masochistisch veranlagt.

TVMovie: Ihr habt schon von Columbo und Agathe Christie gesprochen: Hattet ihr für "The Afterparty" auch weitere Inspirationen aus diesem Genre, die euch auch persönlich begleitet haben?

CM: Wir haben im Vorfeld viel über "Sheila" (1973) gesprochen, einem großartigen Film, der viel bekannter sein sollte, als er eigentlich ist. Er wurde u.a. von Stephen Sondheim geschrieben und ist eine wirklich überraschende und brillant konstruierte Mordgeschichte. Ich liebe außerdem die "The Thin Man“-Filme aus den 1930er Jahren, weil sie eben diese pointierte Leichtigkeit mit einem wirklich packenden Mordfall kombinieren. Es gibt so viele großartige Filmperlen in diesem Genre, dass es wirklich schwer ist sich festzulegen.

Auch spannend:

The Afterparty startet am 28. Januar 2022 exklusiv bei Apple TV+. Einen Trailer zur Serie seht ihr hier:

 

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