Fernsehen

„Terra X: Faszination Erde“ mit Dirk Steffens: „Wir versuchen Abenteuer zu vermeiden“

Der Wissenschafts-Journalist und Naturfilmer Dirk Steffens moderiert seit einem Jahrzehnt „Terra X: Faszination Erde“. Deswegen zeigt ZDF ab 16. Dezember, immer sonntags um 19:30, drei Jubiläums-Sendungen. In der Doku-Reihe reist Dirk Steffens nach Japan, erkundet die Todeszonen der Ostsee und begibt sich in Indonesien auf die Suche nach freilebenden Orang-Utans. Zu diesem Anlass hat Michelle Welsing ihm drei Fragen zu seinem Job als Weltenerkunder gestellt.

„Terra X: Faszination Erde“ mit Dirk Steffens: „Wir versuchen Abenteuer zu vermeiden“
Dirk Steffens im Kampf gegen den Treibsand. / © ZDF Oliver Roetz

Herr Steffens, wie bereiten Sie sich auf die Reisen vor?

Nur inhaltlich. Wir haben eine tolle Redaktion voller Wissenschaftler.  Übrigens besteht das Team hauptsächlich aus Wissenschaftlerinnen und einer Redaktionsleiterin. Frauen-Wissens-Power. Die haben Kontakt mit den Forschern vor Ort. Es gibt dann immer ein Briefing und wir diskutieren, wie wir welche Themen umsetzen wollen. Ich mache also kein Survival-Training. Der Umgang mit wilden Tieren ist leider mehr learning by doing. Bevor ich jedoch eine giftige Schlange mit der Hand aufhebe, um zu zeigen, was für lange Zähne das Tier hat, und wo das Gift herkommt, bespreche ich mich natürlich lange mit den Experten vor Ort. Dabei lerne ich immer sehr viel.

Haben sie vor Ort ein genaues Konzept, was Sie drehen möchten?

Dirk Steffens watet mit seinem Team durch das Kongobecken auf der Suche nach Bonobos / © ZDF Oliver Roetz

Jede Minute eines Drehs ist durchgeplant. Also nicht jede Stunde, sondern jede Minute. Meistens müssen wir früh morgens im Dunkeln am Hotel abfahren, um pünktlich bei Sonnenaufgang irgendwo drehen zu können. Wir drehen dann bis Sonnenuntergang. Das ist hinnehmbar in den Äquatorregionen, wo es um sechs hell und um sechs dunkel wird. Wenn man dann aber im Sommer in Grönland ist, wo die Sonne 24 Stunden scheint, ist das natürlich nicht so schön (lacht). Wir fahren also nie los, um Abenteuer zu erleben. Das sind eher Begleiterscheinungen. Die stören eher beim Arbeiten, weil sie Zeit kosten. Es ist zeitaufwendig, wenn man auf der Suche nach einem Zeltplatz durch den Kongo-Urwald läuft.  Man muss sich selbst Essen kochen, Feuer machen, überlegen wo der Strom herkommt. Das kostet alles Zeit. Die brauchen wir eigentlich zum Drehen. Wir versuchen also Abenteuer zu vermeiden, das gelingt uns aber nicht immer.

Könnten Sie nur an einem einzigen Ort leben?

Was ich dringend brauche und was ich sehr genieße, ist es, eine Heimat zu haben. Wenn ich aufs Hamburger Wasser gucken kann, weiß ich, hier bin ich zu Hause. Das ist ganz wichtig! Ich denke, dass Reisen ohne Heimat nur halb so viel Spaß macht. Das wäre ja sonst eher ein Herumirren. Man fährt weg, weil man neugierig ist, und man kommt zurück, weil man sich freut, wieder zu Hause zu sein.

 


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