Fernsehen

Tatort Münster: Wetten, Axel Prahl hört auf?

2014 endet sein Vertrag im Münster-„Tatort“. TV Movie sprach mit Axel Prahl über sein Aus als Kommissar, zu viele Gags und Straßenmusik.

Macht Axel Prahl Schluss mit Tatort Münster?
Macht Axel Prahl Schluss mit Tatort Münster? (Sascha Steinbach/Getty Images) Sascha Steinbach/Getty Images

Er gehört zum erfolgreichsten Ermittlerteam im Fernsehen, die Deutschen lieben ihn. Entsprechend gut gelaunt betritt Axel Prahl (53) das kleine Lokal in Berlin, wo ich ihn zum Interview treffe. Zwischen Cappuccino und Pizza Napoli sprechen wir über seinen neusten Fall  und über seine Zukunft.
Herr Prahl, feiern Sie Ihre Geburtstage auch so feuchtfröhlich wie Kommissar Thiel?
Axel Prahl: Nein, so betrunken war ich schon lange nicht mehr! (lacht)
Auch wenn Thiel ordentlich abstürzt: Ihr neuer Fall ist etwas ernster als die letzten.
Stimmt. Obwohl ich anfangs befürchtet hatte, er könne klamaukig werden: eine chinesische Prinzessin, die sich nach Münster verirrt! Doch der Fall ist hervorragend recherchiert. Das gefällt mir.

Prahl nimmt einen großen Schluck vom Cappuccino, wischt sich den Schaum vom Bart. Sein nächster Einsatz im TV scheint nach seinem Geschmack zu sein, die Antworten sprudeln nur so aus ihm heraus.

In diesem Jahr kamen einige neue Teams hinzu. Müssen Sie jetzt kürzer treten?
Nein, wir drehen wie immer zwei „Tatort“- Folgen im Jahr, bis Ende 2014.
Dann endet ihr Vertrag. Haben Sie denn weiterhin Lust auf „Tatort“?
Lust ja. Aber es gibt viele Punkte, die da berücksichtigt werden müssen.
Holla, da hätte ich etwas mehr Begeisterung erwartet. Prahls Blick geht zur leeren Tasse. Er wählt seine Worte mit Bedacht. Als wolle er sich bloß nicht verplappern…

Spielt Geld für Sie eine Rolle?
Mir sind eher Qualitätskriterien wichtig, gute Drehbücher zum Beispiel.
Und wenn Ihnen ein Drehbuch nicht gefällt?
Dann versuchen wir, das Beste draus zu machen.
Ihre Quoten sind trotzdem immer top. Zuletzt waren es 12,99 Millionen Zuschauer.
Ja, das ist sensationell! Insbesondere, weil wir damit Herrn Schweiger wieder vom Thron stürzen durften.
Ein gutes Argument für die ARD, Ihren Vertrag zu verlängern…
(schweigt)
… oder halten Sie es wie Ihre Kollegin Iris Berben, die trotz guter Quoten gerade als „Rosa Roth“ Schluss machte?
Der Volksmund sagt nicht umsonst: Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören...

Prahl schweigt. Dann schnappt er sich seine Zigaretten: Raucherpause. Als er zu- rückkommt, geht er zunächst wieder in Lauerstellung – bis wir zum Thema Musik kommen. Da leuchten seine Augen auf.

Gerade touren Sie als Musiker durchs Land.
Ja, das läuft gut und macht irrsinnig Spaß!
Als junger Mann hatten Sie die Befürchtung, von der Musik allein nicht leben zu können.
Inzwischen würde das klappen! Seit 2012 haben wir 51 Konzerte gespielt. Die meisten waren ausverkauft.
Sie haben früher auf der Straße Musik gemacht. Würden Sie das heute noch mal machen?
Es gibt immer wieder Momente, wo man die ganze Last, die man sich an die Hacken geholt hat, einfach über Bord werfen will. Damals habe ich ja einfach in den Tag gelebt.
Werfen Sie heute Straßen- musikern auch ein paar Euro in den Hut?
Fast immer. Ich weiß ja, wie schön das ist! (lacht)

Ganz klar: Musik scheint im Leben des TV-Kommissars an Nummer 1 zu stehen. Auch in Zukunft? Nach unserem Gespräch schlage ich meinen Kollegen eine Wette vor: „Axel Prahl hört mit dem ‚Tatort‘ auf!“ Eingeschlagen hat bisher keiner.



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